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  • Washington: Mitglieder von Nationalgarde positiv auf Coronavirus getestet

Nach Einsätzen bei Protesten: Corona-Fälle in der US-Nationalgarde

  • Die Nationalgarde war nach Washington geschickt worden, um die Polizei zu unterstützen: Nun sind einige Mitglieder positiv auf das Coronavirus getestet worden.
  • Über die genaue Zahl hüllt sich die Truppe in Schweigen.
  • Auch in einigen anderen US-Regionen häufen sich die Infektionen wieder.
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Washington. Mitglieder der Washingtoner Nationalgarde, die während der Proteste gegen Polizeigewalt in der US-Hauptstadt im Einsatz waren, sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Eine genaue Zahl werde aus Gründen der “operativen Sicherheit” nicht genannt, teilte eine Sprecherin am Dienstagabend (Ortszeit) auf Anfrage mit.

Medienberichten zufolge sollen rund 1300 Washingtoner Reservisten seit Ende Mai an dem Einsatz beteiligt gewesen sein. Unterdessen steigt die Zahl der Infektionen in einer Reihe von Bundesstaaten wieder deutlich an.

Die Truppe habe Abstand gehalten und Schutzausrüstung getragen, wo es praktisch möglich gewesen sei, hieß es von der Nationalgarde weiter. Experten befürchten angesichts der landesweiten Proteste eine weitere Ausbreitung des Virus. US-Medien gehen aber davon aus, dass die Zahl der Fälle unter den Einsatzkräften eher gering sein dürfte.

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5000 Reservisten im Einsatz, nur wenige mit Masken

Bei den Massenprotesten von Zehntausenden wurden die Abstandsregeln oft nicht wie vorgeschrieben eingehalten. Bei den Demonstrationen in Washington trugen die meisten Teilnehmer zwar Schutzmasken, viele Einsatzkräfte aber nicht.

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag nach erneut friedlich verlaufenen Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai den Rückzug der Nationalgarde aus der Hauptstadt angeordnet.

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Abschied von George Floyd
1:40 min
Mit einem bewegenden Trauergottesdienst haben in Houston Angehörige, Freunde und Bürgerrechtler von dem getöteten Afroamerikaner George Floyd Abschied genommen.  © Reuters

Nach offiziellen Angaben waren dort rund 5000 Reservisten aus elf Bundesstaaten und aus Washington im Einsatz. Bürgermeisterin Muriel Bowser hatte Trump zuvor in einem offenen Brief dazu aufgefordert, alle Soldaten und Sicherheitskräfte der Bundesregierung aus ihrer Stadt abzuziehen.

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Neue Ausbrüche in anderen US-Staaten

Gleichzeitig gibt es in einigen US-Staaten neue Ausbrüche mit teilweise stark ansteigender Anzahl von Infektionen. Die renommierte Johns-Hopkins-Universität in Baltimore berichtete von einer deutlichen Tendenz einer Reihe von Staaten - darunter unter anderem Arizona, Utah, Arkansas, South Carolina und Nevada im Süden des Landes. In einstigen Brennpunkten wie New York und seinen Nachbarregionen gehen die Zahlen aber weiterhin zurück.

Die “Washington Post” bringt die besorgniserregende Entwicklung mit zahlreichen Poolparties und anderen Treffen seit dem Feiertag “Memorial Day” Ende Mai in Verbindung. Laut Johns-Hopkins-Universität liegt die Zahl der offiziellen Corona-Fälle in den USA bei etwa zwei Millionen - mehr als 112.000 sind demnach an dem Virus gestorben.

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Das sind weit mehr als in jedem anderen Land. US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen immer wieder auf die schnelle Öffnung von Staaten zur Stärkung der Wirtschaft gedrungen. Auch am Mittwoch forderte er via Twitter eine schnellere Öffnung New Yorks, das einen relativ vorsichtigen Stufen-Plan verfolgt.

RND/dpa

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