Sind Sie bereits Abonnent? Hier anmelden

"Vorschub für rassistisches Denken"

Kritik an bayrischer Integrationsbeauftragten nach „Waschmaschinen“-Aussage

Die bayrische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer (CSU).

Die bayrische Integrationsbeauftragte Gudrun Brendel-Fischer (CSU).

München. Die bayerische Integrationsbeauftragte ist für eine Aussage zu Flüchtlingen aus der Ukraine scharf kritisiert worden - und sieht Erklärungsbedarf. Gudrun Brendel-Fischer (CSU) hatte am Dienstag gesagt: „Ukrainischen Geflüchteten muss nicht erklärt werden, wie eine Waschmaschine funktioniert, oder dass auf dem Zimmerboden nicht gekocht werden darf.“ Vielmehr sollten ukrainische Flüchtlinge schnellstmöglich Zugang zu Sprachkursen bekommen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

+++ Alle Entwicklungen im Liveblog +++

Der bayerische Flüchtlingsrat kritisierte daraufhin, Brendel-Fischer leiste rassistischem Denken Vorschub - als seien europäische Flüchtlinge zivilisiert und andere nicht. Der Flüchtlingsrat forderte den Rücktritt der Integrationsbeauftragten. Am Freitag schrieb nun Brendel-Fischer: Sollten ihre Aussagen „falsche Assoziationen hervorgerufen haben, darf ich Ihnen mitteilen, dass es nicht meine Absicht war, andere Geflüchtete zu diskreditieren“.

Integrationsbeauftragte: Erstorientierungskurse für ukrainische Geflüchtete nicht auf Bedürfnisse ausgerichtet

Weiter teilte sie mit, ukrainischen Geflüchteten seien in den letzten Tagen oder Wochen in Erstorientierungskurse angeboten worden, deren Inhalte nicht auf deren Bedürfnisse ausgerichtet seien. „Dadurch wird Zeit und Energie verschwendet und Lern- und Leistungsmotivation schwindet. Diese Problematik wurde in letzter Zeit vermehrt an mich herangetragen.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Sie mache sich für die Interessen aller Geflüchteten und Menschen mit Migrationsgeschichte in Bayern stark – ganz unabhängig von deren Herkunftsland. Brendel-Fischer abschließend: „Bitte bewerten Sie das von mir Geschriebene und nicht das von anderen Assoziierte.“

Türkische Gemeinde Nüenberg: „Eine Entschuldigung wäre das Mindeste“

Der Vorsitzende der Türkischen Gemeinde in Nürnberg, Bülent Bayraktar, hatte Brendel-Fischers Aussagen ebenfalls als diskriminierend bezeichnet; er hält ihre Erklärung für nicht ausreichend. „Eine Entschuldigung wäre das Mindeste“, erklärte er am Freitag.

Arif Taşdel, bayerischer SPD-Generalsekretär und Integrationsbeauftragter, schrieb: „Die rassistischen Aussagen von Frau Brendel-Fischer sind einer bayerischen Integrationsbeauftragten nicht würdig. Ich empfehle ihr, das Amt zur Verfügung zu stellen.“ Er forderte einen unabhängigen Integrationsbeauftragten, der „keinem Fraktions- oder Parteizwang unterliegt“.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Top Themen

Krieg in der Ukraine
 

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken