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Was wird aus der Maske?

Corona-Pandemie und Maskenpflicht können ganz schön müde machen.

Corona-Pandemie und Maskenpflicht können ganz schön müde machen.

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

kurz nachdem mein Kollege Ihnen diesen Newsletter gesendet hat, steige ich aufs Rad und fahre in die Redaktion. Am Eingang werde ich meine FFP2-Maske aufsetzen, wenige Augenblicke später wird meine kalte Brille beschlagen sein. Ich kann den Rand der Maske noch so sehr an die Nase drücken, es passiert bei diesen Temperaturen jedes Mal.

Das nervt. Aber es ist okay. Schließlich will ich verhindern, dass sich das Virus in mir oder in meiner Umgebung ausbreitet, und halte mich daher an die Maskenpflicht an bestimmten Orten. „Wir werden die Masken noch weitere Monate brauchen“, sagte der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen dem RND.

Aber was, wenn demnächst außer anderen Regeln auch die für den Mund-Nasen-Schutz fallen sollte? Einer Umfrage zufolge denkt mehr als jeder Zweite darüber danach, auch ohne Regeln Maske zu tragen. Zur Erinnerung: Vor der Pandemie galten Maskenträger (Michael Jackson, japanische Touristinnen und Touristen) als komische Soziopathen – weil sie sich und/oder andere schützen wollten.

Corona-Stufenplan von Bund und Ländern sieht Lockerungen vor

Bis zum 20. März 2022 sollen fast alle Corona-Regeln fallen. Das steht in der Beschlussvorlage der Ministerpräsidentenkonferenz.

Respekt sollten wir so oder so haben vor den nächsten Momenten, in denen wieder mehr erlaubt sein wird. Die Abwägung, welches Risiko zu vertreten ist und welches nicht, nimmt uns dann niemand mehr ab. Was „Querdenker“ und Libertäre als Ausweg aus der unverschuldeten Unmündigkeit der Pandemiezeit verklären, wird auch eine Herausforderung, wie der Risikoforscher Gerd Gigerenzer im RND-Interview zu bedenken gibt. Denn: In Deutschland herrscht eine mangelnde Risikokompetenz in der Bevölkerung.“

Was er meint: Zu wenige verstehen, dass es – erstens – keine absolute Risikolosigkeit gibt und – zweitens – jede Entscheidung auf einer Abwägung verschiedener Risiken basiert.

Die mangelnde Kompetenz betrifft nicht nur die Pandemie: Haben Sie von der Familie gehört, die am Freitag trotz Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde im Harz auf den Brocken gewandert ist? Die Warnungen vor dem Sturm hätten sie nicht erreicht, sagte die Mutter. Mit dem gesunden Menschenverstand ist das schlecht zu erklären.

Die Frage nach berechnendem Kalkül oder ignoranter Selbstüberschätzung stellt sich auch im Fall von Wladimir Putin. Einerseits steckt hinter Russlands Drohgebärden an der Grenze zur Ukraine eiskalte Interessenpolitik. Andererseits liegt der Gedanke nahe, dass Wladimir Putin der Sinn für die Realität an der ein oder anderen Stelle abhandengekommen sein könnte, wie Matthias Koch schon vor einigen Wochen eindrücklich beschrieben hatte.

Nato: Zeichen stehen auf „vollständigen Angriff“ Russlands

Die Nato erwartet Generalsekretär Jens Stoltenberg zufolge eine umfassende Attacke der russischen Armee auf das Nachbarland Ukraine.

Am Wochenende gab es jedenfalls keine Signale, dass eine friedliche Lösung naht. In München richtete der ukrainische Präsident flehentliche Worte an die Vertreter und Vertreterinnen der Nato. Im Osten nahmen die Auseinandersetzung an Schärfe zu. Putin ließ zudem mitteilen, dass russische Truppen für weitere Manöver in Belarus bleiben werden.

Die Verantwortung, einen Krieg zu verhindern, liegt jetzt mehr denn je bei den Beteiligten selbst, kommentiert Kristina Dunz, stellvertretende Leiterin unseres Hauptstadtbüros. „Ein Teil der derzeitigen Staatenlenker ist nicht zu jung, um sich an Traumata, Gräuel und Tod zu erinnern, von denen ihnen ihre Eltern oder Großeltern aus dem Zweiten Weltkrieg berichtet haben“, schreibt Dunz. „Es wäre unverzeihlich, wenn die Verantwortlichen diese Mahnung schon vergessen hätten.“

Und allerspätestens hier sind wir bei ernsteren Themen als den Leiden von Brillenträgern unter der Maskenpflicht.

 

Zitat des Tages

Die Spiele sind fantastisch, außergewöhnlich und ganz hervorragend abgelaufen.

Cai Qi,

Vorsitzende des Organisationskomitees der Olympischen Winterspiele

Olympia ist vorbei. Die Gastgeber ziehen gemäß ihrer Propagandainteressen ein überschwängliches Fazit. RND-Sportchef Sebastian Harfst sieht die Sache etwas anders: „Endlich ist der Spuk vorbei“, schreibt er in seinem Kommentar zum Abschluss der Spiele. Zu groß sei das Unbehagen angesichts von Zero-Covid-Politik und Menschenrechts­verletzungen in China gewesen, als dass nun jemand traurig über das Ende sei.

Bobanschieber Thorsten Margis trägt für Team Deutschland die Fahne ins Olympiastadion von Peking.

Bobanschieber Thorsten Margis trägt für Team Deutschland die Fahne ins Olympiastadion von Peking.

 

Leseempfehlungen

Hausärztin über Omikron und Corona: In der Omikron-Welle habe der Arbeitsdruck noch einmal zugenommen, sagt Hausärztin Nicola Buhlinger. Eine Entlastung sei Mitte Februar noch nicht zu spüren, das Telefon stehe quasi nie still, viele Praxen fühlten sich alleingelassen. Im RND-Protokoll kritisiert die Allgemeinmedizinerin auch die Pandemiekommunikation der Politik.

­Kobold von A bis Z: Er mag Wurst und Schokolade, lehnt aber Katzen und Putzfrauen strikt ab. Der Pumuckl, der heute (21. Februar) vor 60 Jahren im Radio zu seinem Meister Eder fand, ist wohl der berühmteste Kobold der Republik. Er spielt Schlagzeug, macht maritime Street-Art und ist denkbar ungeeignet als „Querdenker“, wie Matthias Halbig schreibt.

 

Aus unserem Netzwerk: Inhalierer gesucht

Für Menschen mit einer Spritzenphobie arbeiten Forschende aus Hannover und München an einer Lösung: Sie haben einen Corona-Impfstoff zum Inhalieren entwickelt. Bei Hamstern wirkte das Vakzin bereits erfolgreich. Nun sucht das Team Testpersonen für eine Studie, berichtet die „Hannoversche Allgemeine Zeitung“.

 

Termine des Tages

Die EU-Außenminister treffen sich in Brüssel.

In Frankfurt geht der Prozess gegen den mutmaßlichen Verfasser der „NSU 2.0“-Drohschreiben weiter.

Der Bundesgerichtshof verhandelt im VW-Dieselskandal zu möglichem Restschadensersatz bei Neuwagen.

 

Wer heute wichtig wird

Sie sind die beiden mächtigsten Unionsministerpräsidenten, und nicht selten vertreten NRW und Bayern unterschiedliche Interessen. Heute treffen Markus Söder und Hendrik Wüst in München zu Gesprächen aufeinander.

Sie sind die beiden mächtigsten Unionsministerpräsidenten, und nicht selten vertreten NRW und Bayern unterschiedliche Interessen. Heute treffen Markus Söder und Hendrik Wüst in München zu Gesprächen aufeinander.

 

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in die Woche,

Ihr Christian Palm

 

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