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„Was erlauben Söder?“ Bayern muss in Sachen Ferien Fairness lernen

  • Die Autobahnen sind weniger voll und die Preise explodieren nicht ganz so katastrophal, wenn nicht alle gleichzeitig Ferien haben.
  • Nur: Dazu müssen die Länder sich untereinander abstimmen.
  • Das funktioniert nicht, wenn Bayerns Ministerpräsident Markus Söder macht, was er will, kommentiert Tobias Peter.
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Berlin. Es gibt auf dem Kindergeburtstag diejenigen, die immer „Hier“ schreien. Dabei, wenn es darum geht, das größte Stück von der Torte oder das erste Eis zu bekommen. Oder auch darum, beim Schokoschaumkuss-Wettessen anzutreten. Und wenn es am Ende Pommes mit Würstchen gibt, geben diese Kinder die Ketchupflasche nicht mehr aus der Hand.

So ungefähr verhält sich die bayerische Landesregierung in der Ferienfrage. Wenn man an die Staus auf den Autobahnen und an die Preise in der Hochsaison denkt, dann ist es mehr als vernünftig, dass nicht überall gleichzeitig Sommerferien sind. Dafür ist es unabdingbar, dass die Länder sich untereinander abstimmen.

Attraktivere und weniger attraktive Zeiten

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Auch wenn sich das Wetter und andere Eventualitäten nicht immer vorhersehen lassen, ist doch klar: Es gibt attraktivere und weniger attraktive Ferienzeiten. Und am Ende ist es nur fair, wenn es ein System gibt, bei dem jeder einmal mit der einen und mal mit der anderen Zeit dran ist. Das ist logisch – und es sollte eigentlich auch ganz leicht einzusehen sein.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder tut sich aber schwer mit dieser Erkenntnis – und das, obwohl er ein bayerisches Abitur hat, worauf sie im Süden ja so irrsinnig stolz sind. Die bayerischen Sommerferien sollen immer bleiben, wo die eigene Landesregierung sie haben will. Im Grunde ist es, als würde Markus Söder den anderen Länder ganz dreist „Mia san mia“ zurufen. Seine Botschaft: Wir machen Ferien, wann wir wollen, teilt ihr doch den Rest unter euch auf.

„Mia san mia“

Es ist also richtig, wenn der Hamburger Bildungssenator Ties Rabe Söder jetzt darauf hinweist, dass zur Solidarität alle etwas beizutragen haben. Rabe spricht für die SPD-Kultusminister, aber er wird auch manch anderem Politiker in den nördlichen und westlichen Bundesländern aus dem Herzen sprechen. Sein engagierter Zwischenruf, er wünsche den Bayern „viel Spaß auf den langen bayerischen Autobahnen“, erinnert an einen legendären Wutausbruch des früheren Bayern-Trainers Giovanni Trappatoni: „Was erlauben Söder?“, meint man es schallen zu hören.

Bis 2024 stehen die Ferientermine fest. Ab 2025 könnte das Chaos ausbrechen, wenn Bayern sich fairen Verhandlungen verweigert. Söder sollte darüber noch mal nachdenken. Nicht immer geht es dem Kind am Abend am besten, das auf der Geburtstagsfeier die meisten Schokoschaumküsse gegessen hat.

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