Warum Laschet lachte

  • Mit einem Witz im falschen Moment fing es an.
  • Armin Laschets Abstieg hatte auch etwas damit zu tun, dass er im Katastrophengebiet lachte.
  • Wir haben herausgefunden, um welchen Gag es ging.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

woran hat es gelegen, dass Armin Laschet nicht Bundeskanzler geworden ist? Wer sich das fragt, kommt an einem Bild nicht vorbei: Laschets Lachen im falschen Moment am falschen Ort. Dass er während eines Besuchs im von der Flut verwüsteten Erftstadt lachte, klebt an ihm wie der Schlamm auf den Straßen der Flutgebiete.

Aber worüber hat Laschet eigentlich gelacht?

Wir erinnern uns: Laschet war im Juli zu Besuch im Katastrophengebiet. Mit dabei war Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Und damit hat auch der Witz zu tun, der Laschet zum Lachen brachte.

Laschet soll den Landrat Frank Rock damit aufgezogen haben, dass er das Staatsoberhaupt nur mit „Herr Steinmeier“ und nicht als „Herr Bundespräsident“ begrüßt habe. Rock reagierte darauf mit einer Frotzelei: Er sei überrascht gewesen, dass Steinmeier „auch so klein ist wie du“, soll er Laschet geantwortet haben.

In Laschets Lachen schwang demnach Selbstironie mit. Später war es offenbar zu peinlich, um den Witz zu verraten, der sich ja auch um die Körpergröße des Staatsoberhaupts drehte. Diese wird übrigens mit 1,78 Meter angegeben. Laschet ist 1,72 Meter groß.

Aufgedeckt haben die Anekdote die beiden RND-Hauptstadt­­korrespondenten Steven Geyer und Andreas Niesmann zusammen mit Kollegen des „Kölner Stadtanzeigers“. Zum Nachhören gibt es die ganze Geschichte im zweiten Teil ihres Podcast-Jahresrückblicks.

Für Armin Laschet war es das schlimmste Jahr seiner politischen Karriere. Für die gesamte Menschheit lief es wegen Pandemie und Klimakrise auch nicht gerade rund. Insgesamt hat es aber schon deutlich schlimmere Jahre gegeben.

Das meint zumindest der Harvard-Professor Michael McCormick: „Ich würde dennoch behaupten, dass 2021 ein viel besseres Jahr als 536 gewesen sein wird“, sagt der Professor für mittelalterliche Geschichte. 536 ist aus McCormicks Sicht das schlimmste Jahr aller Zeiten.

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Warum ausgerechnet 536? Ein isländischer Vulkan hüllte den Himmel seinerzeit für lange Zeit in Dunkelheit, Ernten fielen aus und die Temperaturen sanken. Darauf folgte die tödliche Beulenpest, gegen die die Corona-Pandemie tatsächlich wie eine vorübergehende Grippewelle wirkt.

Noch keine geschichtsfesten Aufzeichnungen gibt es über das nächste Jahr. Imre Grimm beherrscht aber das Tempus Futur II aus dem Effeff und versorgt uns schon vorab unter der Überschrift „So krass wird das Jahr 2022 gewesen sein!“ mit allen nötigen Infos. Wenig überraschend spielt Karl Lauterbach darin eine prominente Rolle – wenn auch in neuer Position. Ebenfalls dabei: eine Corona-Variante namens „Ozzy Osbourne“. Und ein schmelzender Fußball.

Und ja, darüber darf man lachen – auch, wenn man Bundeskanzler werden will.

Zitat des Tages

Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung durch Covid-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein. Ursächlich hierfür ist das Auftreten und die rasante Verbreitung der Omikron-Variante, die sich nach derzeitigem Kenntnisstand (aus anderen Ländern) deutlich schneller und effektiver verbreitet als die bisherigen Virusvarianten. Dadurch ist mit einer schlagartigen Erhöhung der Infektionsfälle zu rechnen, und es kann zu einer schnellen Überlastung des Gesundheitssystems und gegebenenfalls weiterer Versorgungsbereiche kommen.

Aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht

Leseempfehlungen

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Au revoir, Napoleon: ­Der Bürgermeister der französischen Gemeinde Rouen will ein Zeichen für mehr Frauen im öffentlichen Raum setzen. Dafür möchte er ein Napoleon-Denkmal gegen das der Feministin Gisèle Halimi tauschen. Er lässt die Bürgerinnen und Bürger darüber abstimmen – und wird dadurch in seinen Bemühungen ausgebremst, wie unsere Korrespondentin Birgit Holzer berichtet.

Aus unserem Netzwerk: Bäume statt Böller?

Auch in diesem Jahr gilt ein flächendeckendes Verbot für den Verkauf von Feuerwerkskörpern. Ein Politiker aus Mecklenburg-Vorpommern hat einen Vorschlag, was man stattdessen mit dem Geld machen kann. Till Backhaus ermutigt zum Pflanzen von Bäumen, wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet.

Termine des Tages

Am Abend wird die erste Neujahrsansprache von Bundeskanzler Olaf Scholz ausgestrahlt (ZDF: 19.15 Uhr / ARD: 20.10 Uhr).

Das Kernkraftwerk Grohnde wird nach 36 Jahren abgeschaltet.

Offizielles Ende des US-Kampfeinsatzes im Irak.

Wer heute wichtig wird

Heute stolpert er wieder durchs Programm der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender: Butler James serviert zum 90. Geburtstag von Miss Sophie ein feuchtfröhliches Vier-Gänge-Menü. © Quelle: Annemarie Aldag,/NDR/ARD/dpa

„Der Tag“ als Podcast

Die News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den letzten Tag des Jahres,

Ihr Christian Palm

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