• Startseite
  • Politik
  • Warnschüsse: Libysche Marine räumt gefährliches Manöver mit Migrantenboot ein

Warnschüsse: Libysche Marine räumt gefährliches Manöver mit Migrantenboot ein

  • Die Nichtregierungsorganisation Sea-Watch hatte am Mittwoch ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie die libysche Küstenwache auf ein Migrantenboot schießt.
  • Nun hat Libyen erklärt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.
  • Nach Angaben von Sea-Watch soll das Migrantenboot am Donnerstagmorgen die italienische Insel Lampedusa erreicht haben.
Anzeige
Anzeige

Kairo. Libyen hat Warnschüsse seiner Küstenwache auf ein Migrantenboot eingeräumt. Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen, erklärte die Marine am Donnerstagabend und verurteilte alle Aktionen, die gegen lokale und internationale Vorgaben und Gesetze verstoßen.

Zugleich versprach die Marine, ihre Plicht zur Rettung von Menschenleben und zum Schutz der Küste Libyens entsprechend dem internationalen Recht und humanitären Standards wahrzunehmen.

Sea-Watch veröffentlichte Aufnahmen

Anzeige

Die deutsche Nichtregierungsorganisation Sea-Watch hatte Videoaufnahmen des Vorfalls vom Mittwoch veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, wie ein überfülltes Holzboot von einem Schiff der Küstenwache verfolgt wird, das Warnschüsse abfeuert. Offenbar versuchte die Küstenwache, die Überfahrt des Bootes nach Europa zu verhindern.

Die Verfolgungsjagd führte durch internationale Gewässer, in denen Malta für Such- und Rettungseinsätze verantwortlich ist. Nach Angaben von Sea-Watch soll das Migrantenboot am Donnerstagmorgen die italienische Insel Lampedusa erreicht haben.

EU unterstützt libysche Küstenwache

Anzeige

Die EU unterstützt die libysche Küstenwache, um Migranten auf dem Weg nach Europa aufzuhalten. In diesem Jahr sind bislang mindestens 723 Menschen entweder gestorben oder verschwanden auf der Mittelmeerroute.

Von Januar bis Ende Juni sind knapp 15 000 Migranten von der Küstenwache abgefangen und nach Libyen zurückgebracht worden. Die Vereinten Nationen und Menschenrechtler lehnen dies ab, weil Migranten nach ihren Angaben in Libyen in Internierungszentren kommen, wo ihnen Missbrauch und Folter drohen.

RND/AP

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen