War mutmaßlicher Lübcke-Mörder bei AfD-Demo in Chemnitz?

  • Einem Bericht zufolge sollen Stephan E. und Markus H. im September 2018 an rechten Demonstrationen in Chemnitz teilgenommen haben.
  • Die beiden sind Tatverdächtige im Mordfall Walter Lübcke.
  • Fotos sollen sie auf dem Weg zu einer AfD-Demo in Chemnitz zeigen.
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Chemnitz/Berlin. Der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke soll einem Bericht zufolge am 1. September 2018 an rechten Demonstrationen in Chemnitz teilgenommen haben. Fotos sollen Stephan E. und seinen mutmaßlichen Mittäter Markus H. auf der Anreise zu einer Demonstration der AfD zeigen. Das berichtet die Rechercheplattform Exif.

Am 1. September 2018 fand in Chemnitz zunächst eine als Trauermarsch deklarierte Demonstration der rechtsradikalen Gruppe „Pro Chemnitz“ statt. Wenige Tage zuvor war der 35-jährige Daniel H. in der sächsischen Stadt von einem Asylbewerber getötet worden. Direkt im Anschluss an die Versammlung von „Pro Chemnitz“ demonstrierte auch die AfD, weite Teile der Demonstranten schlossen sich dieser Demonstration an.

Laut dem Exif-Bericht sollen auch Stephan E. und Markus H. darunter gewesen sein. Auch Tagesschau.de berichtete darüber am Donnerstag. Bilder der Rechercheplattform Exif zeigten demnach „starke Ähnlichkeiten“ mit anderen Aufnahmen der beiden Rechtsextremen. Dem ARD-Magazin „Monitor“ lägen außerdem Videoaufnahmen vor, die die beiden Personen zeigen, wie sie sich mit den „Pro Chemnitz“-Demonstranten zur Demonstration der AfD bewegen, so Tagesschau.de. Der Anwalt von Stephan E. stritt dem Bericht zufolge ab, dass sein Mandant an Demonstrationen in Chemnitz teilgenommen hat.

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Schulterschluss zwischen AfD und Neonazis

Die Demonstration am 1. September gilt als Schulterschluss zwischen der AfD und Neonazis. In der ersten Reihe liefen die AfD-Politiker Andreas Kalbitz, Björn Höcke und Jörg Urban, hinter ihnen Tausende zum Teil klar rechtsextreme Demonstranten. Aus der Demonstration heraus wurden mehrfach Journalisten angegriffen. Mindestens 18 Menschen wurden im Zusammenhang mit den Demonstrationen verletzt, darunter drei Polizisten.

Stephan E. soll im Juni 2019 den Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) mit einem Kopfschuss getötet haben. Mittlerweile ermittelt die Bundesanwaltschaft auch in einem weiteren Fall gegen ihn. Sie verdächtigt E., bereits 2016 versucht zu haben, einen irakischen Asylbewerber zu töten. Bei seinem mutmaßlichen Mittäter Markus H. fanden Ermittler mehr als drei Dutzend Waffen. Beide Verdächtigen sitzen in Untersuchungshaft.

RND/fh