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Waldbrände in Brasilien: Umweltbehörde muss Einsatzkräfte zurückrufen

  • Aus Geldmangel hat die brasilianische Umweltbehörde Ibama die Brigaden gegen Brandbekämpfung zurückbeordert.
  • Laut der Behörde blockiert das Finanzministerium die Freigabe der Mittel.
  • In verschiedenen Regionen des Landes toben aktuell Waldbrände – allein 89 604 Feuer im Amazonas.
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Brasília. Die brasilianische Umweltbehörde Ibama hat sämtliche Einsatzkräfte im Kampf gegen Waldbrände zurückbeordert und ihren drastischen Schritt mit Geldmangel begründet. „Ich verfüge den Rückzug aller Waldbrandbrigaden zu ihrer jeweiligen Basis“, hieß es in einem vom Chef des „Nationalen Zentrums für die Verhütung und Bekämpfung von Waldbränden“ (Prevfogo) gezeichneten Schreiben, aus dem das Nachrichtenportal „G1“ zitierte. Es trat am Donnerstag in Kraft. Der Zeitung „Estado de S. Paulo“ und dem Sender „TV Globo“ zufolge kehrten die Einsatzkräfte schon zurück.

Blokade finanzieller Mittel

Das Ibama sprach laut den Berichten von Problemen bei der Freigabe von Mitteln durch das Finanzministerium seit September. Man sei mit 19 Millionen Reais, umgerechnet rund 2,9 Millionen Euro, im Zahlungsrückstand.

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Brasilien: Naturschutzgebiet in Flammen
1:03 min
Seit Wochen breiten sich Brände im brasilianischen Pantanal aus. Das Pantanal ist das größte Feuchtgebiet der Welt.  © Reuters

Umweltminister Ricardo Salles, dem das Ibama untersteht, hatte Ende August wegen der Blockade finanzieller Mittel die komplette Einstellung der Brandbekämpfung angekündigt. Vize-Präsident Hamilton Mourão nannte dies „voreilig“ und sagte, die Operationen würden weitergehen. Auch diesmal verkündete Mourão, der zugleich Vorsitzender des Amazonas-Rates ist, er wolle die Situation mit Salles klären.

89.604 Feuer im Amazonas-Gebiet

In verschiedenen Regionen Brasiliens toben derzeit Waldbrände, etwa im Amazonas-Gebiet und im Pantanal, einem der größten Binnenland-Feuchtgebiete der Welt. So wurden im Amazonas-Gebiet bis Donnerstag 89.604 Feuer registriert, wie aus den Daten des Weltrauminstituts Inpe hervorgeht. Das sind mehr als im ganzen vergangenen Jahr (89.176), als die verheerenden Brände internationale Empörung hervorriefen.

Im Pantanal war das Jahr schon Ende September (18.259) das mit den meisten Feuern seit 2005 (12.536). Die Brände zerstörten nach jüngsten Daten der Bundesuniversität Rio de Janeiro bereits 41.090 Quadratkilometer des Feuchtgebiets in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul. Das ist laut der Zeitschrift „Nature“ mehr als das Doppelte der bei den Waldbränden in Kalifornien verbrannten Fläche.

RND/dpa

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