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FDP fordert deutsche Löschflugzeuge für die Waldbrandbekämpfung in Europa

  • Angesichts der anhaltenden Waldbrände in Südeuropa, fordert der forstpolitische Sprecher der FDP, Karlheinz Busen, eine deutsche Beteiligung an dem EU-System „rescEU”.
  • Das Notfallsystem stellt Löschflugzeuge und Hubschrauber für Länder in Not bereit.
  • Deutschland sei wegen seiner zentralen Lage als Stützpunkt für Löschflugzeuge bestens geeignet, so Busen.
Lena Köpsell
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Berlin. In Spanien, Italien, Griechenland und der Türkei kämpfen die Menschen weiter gegen extreme Waldbrände. Hilfe kommt auch von der EU. Zwei Löschflugzeuge aus Schweden unterstützen in Griechenland, die Türkei bekommt Hilfe von Flugzeugen aus Kroatien und Spanien.

Die Löschflugzeuge sind Teil der „rescEU”-Flotte, die von sechs EU-Staaten gestellt wird und von der EU-Kommission mitfinanziert wird. Auch Deutschland sollte sich an dem Notfallsystem „rescEU” beteiligen, forderte Karlheinz Busen, der forstpolitische Sprecher der FDP.

In den Athener Vorstädten Varybobi und Acharnes brannten Häuser am Dienstagabend lichterloh, Asche regnete auf die Stadt, die Rauchschwaden dehnten sich weit ins Ägäische Meer aus. In ganz Griechenland loderten am Abend 40 Brände, wie ein Sprecher des Zivilschutzes mitteilte. In der Türkei sind bereits acht Menschen bei den insgesamt 156 Bränden ums Leben gekommen. Die Brände toben vornehmlich an der Mittelmeerküste, besonders betroffen sind die Regionen Antalya, Mugla aber auch Adana.

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Busen: Waldbrandszenarien auch in Deutschland möglich

„Die aktuell am europäischen Mittelmeer und in der Türkei wütenden Waldbrände haben bereits verheerende Ausmaße angenommen”, sagte Busen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die enorme Trockenheit der letzten Jahre zeige, dass diese Gefahr auch in Mitteleuropa präsent sei und größere Waldbrandszenarien auch in Deutschland durchaus realistisch seien.

„Aus diesem Grund muss sich die Bundesregierung jetzt aktiv an der Erweiterung der europäischen Löschflugzeugflotte im Rahmen des gemeinsamen rescEU-Systems zur Bewältigung von Naturkatastrophen beteiligen”, fordert der Liberale.

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Druck auf Erdogan nach Waldbränden wächst
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Dem türkischen Präsidenten wird Versagen beim Krisenmanagement vorgeworfen, während sich die Lage in den letzten Tagen weiter zuspitzte.  © Reuters

Seit 2001 gibt es den sogenannten Zivilschutzmechanismus der EU. Durch diesen können Länder weltweit Unterstützung bei Katastrophen von europäischen Ländern anfordern. Dieser läuft auf freiwilliger Basis: Mitgliedstaaten können einem Land in Not Technik und Personal zur Verfügung stellen. Aber es kann auch vorkommen, dass diese Notrufe unbeantwortet bleiben. So war es 2017, als in Portugal großflächige Waldbrände wüteten, aber Nachbarstaaten wegen hohem Waldbrandrisiko in den eigenen Gebieten keine Löschflugzeuge verleihen konnten.

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„rescEU”-System bietet dauerhaft Equipment

Deshalb wurde 2019 zusätzlich das „rescEU”-System ins Leben gerufen, über das Länder auf dauerhaft bereitgestellte Löschflugzeuge und Equipment zurückgreifen können. Bisher stellen Kroatien, Frankreich, Griechenland, Italien und Spanien die insgesamt elf Löschflugzeuge und sechs Helikopter der „rescEU”-Flotte. Diese können im Notfall von anderen EU-Ländern oder Drittstaaten angefordert werden.

Die EU beteiligt sich bei der Anschaffung und Wartung der Flugzeuge und Helikopter. Löschflugzeuge, wie zum Beispiel die von Spanien und Kroatien bereitgestellten „Canadairs”, fassen über 6000 Liter Wasser und können ihre Tanks in nur zehn Sekunden wieder auffüllen.

Deutschland sollte schnell auch eigene Löschflugzeuge anschaffen, forderte Busen. Deutschland sei wegen der zentralen Lage in Europa als Stützpunkt für eine Flotte von Löschflugzeugen bestens geeignet.

„Bei Naturkatastrophen wie derartigen Waldbränden ist europäische Schlagkräftigkeit und gemeinsames Engagement gefragt, weshalb wir die bereits an der europäischen Löschflugzeugflotte beteiligten sechs anderen EU-Staaten nicht alleine lassen sollten”, sagte Busen.

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