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Wahlkreis 101 – Köln-Leverkusen: Karl Lauterbach gegen Serap Güler

  • Der Corona-Erklärer Karl Lauterbach und die Integrations­staats­sekretärin Serap Güler stehen sich im Wahl­kreis 101 gegenüber.
  • Der Sozial­demokrat Lauterbach holte den Wahl­kreis auch 2017 und gilt als Favorit.
  • CDU-Politikerin Güler legt allerdings viel Kampf­geist an den Tag.
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Berlin. Im Wahlkreis 101 stehen sich ein Kandidat und eine Kandidatin gegenüber, die beide Klar­text reden und einem öffentlichen Wort­gefecht im Zweifel nicht aus dem Weg gehen. Der SPD-Gesund­heits­experte Karl Lauterbach und die CDU-Integrations­staats­sekretärin Serap Güler wollen aus dem nord­rhein-west­fälischen Wahlkreis Köln-Leverkusen direkt in den Bundes­tag einziehen.

Beide kommen aus Arbeiter­familien. Beide sind über ihr Bundes­land hinaus auch in Berlin gut vernetzt und in dem sozialen Netz­werk Twitter sehr aktiv. Damit enden aber auch die Gemeinsam­keiten.

Lauter­bach ist der deutlich bekanntere Politiker. Seit Beginn der Corona-Pandemie wird der Mediziner und Gesund­heits­ökonom eher als Epidemiologie­experte mit SPD-Bundes­tags­mandat wahr­genommen. An dem Politiker mit dem rheinischen Sing­sang scheiden sich die Geister:

Manche schätzen ihn als einen, der in einfachen Worten auch komplizierte wissen­schaft­liche Zusammen­hänge erklären kann und jede neue Studie zum Corona­virus durchdrungen hat. Während der Pandemie wurde er nicht müde, seinen medialen Einfluss dafür zu nutzen, mit scharfen Worten zu Vorsicht und Umsicht zu mahnen. Dabei machte er sich so viele Feinde, insbesondere im Lager der Corona-Leugner und „Querdenker“, dass er im Wahl­kampf nun Personen­schutz benötigt.

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Lauter­bach rechnet mit Anstieg der Zahl der Geimpften im Winter
0:49 min
Der SPD-Gesund­heits­experte Karl Lauterbach hofft, dass die Corona-Pandemie im Früh­jahr weit­gehend überstanden sein wird.  © dpa

Von seiner SPD wurde er nur mit Listenplatz 23 ausgestattet – hinter vielen eher unbekannten Sozial­demokraten. Er ist also darauf angewiesen, seinen Wahlkreis zu holen, um sicher wieder in den Bundestag einziehen zu können. Der 58-Jährige gilt als Favorit und konnte das Direktmandat auch 2017 gewinnen.

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Güler betreibt engagierten Wahlkampf

Der Kampfgeist von Serap Güler ist aber nicht zu unterschätzen. Von Rapper Eko Fresh bis zu Gesund­heits­minister Jens Spahn fährt sie ordentlich in ihrem Wahl­kreis auf. Armin Laschet holte die türkisch­stämmige Kommunikations­wissen­schaft­lerin 2017 als Integrations­staats­sekretärin in seine Regierung. Mit ihrer klaren Positionierung gegen Kopftücher bei jungen Mädchen bekam sie schnell auch bundes­weit Aufmerk­samkeit. Die 41-Jährige hat kaum Chancen, über die Liste in den Bundes­tag einzuziehen.

Bundes­gesund­heits­minister Jens Spahn unterstützte Serap Güler im Wahl­kampf. © Quelle: imago images/Political-Moments

Vor Ort setzt sie auf ihre Präsenz: „In der nächsten Wahl­periode wird es um die Folgen der Pandemie gehen. Mein Fokus liegt auf Kindern und Älteren. Außerdem war die Pandemie Gift für die Integration“, sagt sie. Bislang hat Güler in dem Wahl­kreis schon an rund 3000 Türen geklingelt und für sich geworben.

In der CDU wird Güler schon eine Weile als Nach­wuchs­hoffnung und Anwärterin auf ein Regierungs­amt auch auf Bundes­ebene gehandelt. So war sie schon 2017 als Integrations­staats­sekretärin im Kanzler­amt im Gespräch. In der CDU hat sie als Mitglied im Bundes­vorstand auch Haus­macht.

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Allerdings kommt sie mit Nord­rhein-West­falen aus einem Landes­verband, aus dem neben dem Kanzler­kandidaten jede Menge männliche Prominenz wie Jens Spahn, Ralph Brink­haus, Friedrich Merz und Paul Ziemiak auf Spitzen­positionen in Berlin drängt. Nicht zu vergessen Bildungs­ministerin Anja Karliczek. Es ist also gut möglich, dass die taffe CDU-Politikerin noch eine Runde in NRW drehen muss.

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