Wahlbeteiligung von 76,6 Prozent bei Bundestagswahl 2021

  • Deutschland hat einen neuen Bundestag gewählt.
  • Die Wahl­beteiligung lag am Ende bei 76,6 Prozent, das entspricht dem Niveau von vor vier Jahren.
  • Der Anteil der Briefwähler war diesmal allerdings besonders hoch.
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Hannover/Berlin. Die Wahlbeteiligung lag bei der Bundestagswahl 2021 bei 76,6 Prozent. Das entspricht dem Niveau der vergangenen Wahl (76,2) im Jahr 2017.

Die Wahl­beteiligung an den Urnen zur Bundestagswahl lag bis 14 Uhr bei 36,5 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 41,1 Prozent gelegen. Die Stimmen aus der Briefwahl wurden hierbei allerdings noch nicht berücksichtigt – in diesem Jahr liegt der Anteil der Briefwählenden noch einmal höher. Rund 60,4 Millionen Bürgerinnen und Bürger waren zur Stimmenabgabe aufgerufen.

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„Die aktuell ermittelte Wahlbeteiligung liegt erwartungsgemäß unter dem Wert von 2017, da wir von einem deutlich erhöhten Anteil von Briefwählerinnen und Briefwählern ausgehen, deren Wahlbeteiligung zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der Ermittlung des endgültigen Wahlergebnisses festgestellt wird“, so Bundeswahlleiter Thiel. Es wird damit gerechnet, dass diesmal so viele Menschen wie nie zuvor per Briefwahl wählen. Laut Bundes­wahl­leitung könnten es 40 Prozent sein.

Der Zwischenstand zur Wahlbeteiligung wurde auf Grundlage der Wahlbeteiligung in ausgewählten Wahllokalen für ganz Deutschland ermittelt. Thiel dankte allen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern: „Mit der Wahrnehmung dieses Ehrenamtes erweisen die vielen Wahlhelferinnen und Wahlhelfer unserer Demokratie – und damit uns allen – einen großen Dienst.“

Der Bundeswahlleiter rief alle Wahlberechtigten, die ihre Stimmen bislang noch nicht abgegeben haben, dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Wahllokale sind noch bis 18 Uhr geöffnet. Bei der letzten Bundestagswahl 2017 hatte die Wahlbeteiligung nach dem amtlichen Endergebnis 76,2 Prozent betragen.

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„In der Haut von Laschet möchte man heute nicht stecken“: CDU-Chef nach Wahl unter Druck
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Wer wird Kanzler? Olaf Scholz liegt vorn, Armin Laschet ist trotzdem noch im Rennen: RND-Hauptstatdkorrespondent Andreas Niesmann mit der Wahl-Analyse im Video.  © RND

Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

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Ähnlich hohe Wahlbeteiligung in Schleswig-Holstein wie 2017

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Die Bundestagswahl hat in Schleswig-Holstein am Sonntag ähnlich viele Wähler mobilisiert wie vor vier Jahren. Nach Angaben des Landeswahlleiters hatten bis 17.30 Uhr 72,4 Prozent der fast 2,3 Millionen Berechtigten ihre Stimme abgegeben. Bei der Wahl vor vier Jahren waren es zum gleichen Zeitpunkt 71,8 Prozent. Dabei waren die Briefwähler zu diesem Zeitpunkt jeweils einberechnet.

Niedersachsen: Wahl­beteiligung deutlich höher als vor vier Jahren

In Niedersachsen gaben zwischen 8 und 12.30 Uhr 36,56 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab, wie die Landeswahl­leitung auf Anfrage mitteilte. 2017 waren es zu diesem Zeitpunkt 32,08 Prozent der Wahl­berechtigten gewesen. Nicht einbezogen sind hier die Bürgerinnen und Bürger, die Brief­wahl­unterlagen beantragt haben

Bayern: Hohe Wahl­beteiligung in Groß­städten

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Auch in Bayerns größten Städten zeichnet sich eine höhere Wahl­beteiligung ab. In der Landes­haupt­stadt München hatten bis 11 Uhr am Sonntag­vormittag schon knapp 60 Prozent der Wähler und Wählerinnen ihre Stimme abgegeben. Dort ist der Anteil der Brief­wähler besonders hoch. Ein ähnlicher Wert war bei der letzten Bundes­tags­wahl im Jahr 2017 erst gegen 14 Uhr erreicht worden.

Ähnlich sah es auch in Würzburg aus. Das Wahlamt der Stadt meldete bis 10 Uhr etwa 9 Prozent Beteiligung in den Wahllokalen – zusätzlich zu 54 Prozent Briefwählern. Damit lag die Beteiligung nach Angaben eines Sprechers dort insgesamt am Vormittag schon deutlich über 60 Prozent. In Nürnberg wählten bis 11 Uhr nach Angaben eines Sprechers des Wahlamtes 14,4 Prozent. Das sind gut 2 Prozent­punkte mehr als am Wahlsonntag 2017 um diese Zeit. In Nürnberg werden die Briefwahl­stimmen – anders als in München und Würzburg – nach und nach „anteilig eingerechnet“, wie der Sprecher sagte.

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Die Regens­burger Wahl­lokale meldeten bis 10 Uhr eine Wahl­beteiligung von 4,8 Prozent, die Briefwähler eingerechnet, waren es aber schon 54,8 Prozent. In Regensburg sind nach Angaben der Stadt 105.973 Bürger wahlberechtigt, mehr als die Hälfte (53.016) hatte Briefwahl beantragt. In Ingolstadt waren es 18,6 Prozent – ohne Briefwahl, wie ein Sprecher des dortigen Wahlamtes betonte.

Baden-Württemberg: Brief­wahl­rekorde zeichnen sich ab

Im Südwesten hat am Sonntag das schöne Wetter bereits viele Wähler in die Wahl­lokale gelockt. Vor allem aber bei den Briefwählern zeichnen sich Höchst­stände ab.

In der Landes­haupt­stadt Stuttgart wurde bereits am Vormittag bis 11.15 Uhr ein recht hohes Besucher­aufkommen in den Wahllokalen vermeldet. Sollte der Trend über den Tag hinweg anhalten, sei mit einer Wahl­beteiligung in der Stadt von insgesamt 79,7 Prozent inklusive Briefwähler zu rechen, wie ein Stadtsprecher unter Berufung auf Angaben aus der Abteilung Bevölkerung und Wahlen der Stadt sagte. Rund 44 Prozent der 370.000 Wahl­berechtigten hätten schon per Briefwahl abgestimmt.

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Fauxpas bei Wahl: Armin Laschet gibt Stimme falsch ab
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Die Kreuze von Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet waren klar und deutlich zu sehen. Nun wird darüber geredet, ob die Stimme des CDU-Chefs noch gültig ist.  © Reuters

Der Wahlkreis Karlsruhe verzeichnete Stand 10 Uhr mit 13,7 Prozent eine deutliche höhere Wahl­beteiligung als bei der letzten Bundes­tags­wahl vor vier Jahren (8,1) um die gleiche Zeit. Auch dies sei vermutlich dem schönen Wetter geschuldet, wie eine Sprecherin sagte. Rund 49,5 Prozent der Wahl­berechtigten hätten einen Antrag auf Briefwahl gestellt. In Pforzheim wählten bis 11 Uhr etwas weniger Wählerinnen und Wähler als noch 2017 bei den letzten Bundes­t­agswahlen: Hier gaben 10,72 Prozent der 74.000 Wahlberechtigten ihre Stimme ab (2017 um die gleiche Zeit waren es 13,86 Prozent gewesen).

NRW: Köln und Essen auf ähnlichem Niveau wie 2017

Bei der Bundestagswahl zeichnet sich in Nordrhein-Westfalen wenige Stunden vor Schließung der Wahllokale eine vergleichbar hohe Wahlbeteiligung wie beim Urnengang 2017 ab. Bis 16.00 Uhr sei in einer stichprobenartigen Umfrage ein Wert von 69 Prozent festgestellt worden, erklärte Landeswahlleiter Wolfgang Schellen am Sonntagnachmittag.

In Köln gaben bis 12 Uhr 27,92 Prozent der Wahl­beteiligten ihre Stimme ab, zum selben Zeitpunkt waren es am Wahlsonntag 2017 nur 26,2 Prozent gewesen, wie die Stadt mitteilte. Dabei wurden Briefwahl­stimmen anteilig eingerechnet. In Essen gab die Stadt die Wahl­beteiligung bis zum Mittag mit 29,5 Prozent an und damit 2,0 Prozentpunkte höher als 2017. Auch in Dortmund und Düsseldorf war die Beteiligung über dem Vergleichs­wert von 2017.

Mehrere Städte hatten in den vergangenen Tagen bereits über Rekord­werte bei der Zahl der Brief­wahl­anträge berichtet – Dortmund zum Beispiel hatte rund 156.000 Brief­wahl­unterlagen ausgestellt, vier Jahre zuvor waren es nur 97.000 gewesen. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte die Wahl­beteiligung in NRW insgesamt mit 75,4 Prozent etwas unter dem bundesweiten Wert von 76,2 gelegen.

Hamburg: Wieder hohe Wahlbeteiligung

Bei der Bundestagswahl in Hamburg zeichnet sich eine ähnlich hohe Wahlbeteiligung wie vor vier Jahren ab. Nach einem von der Landeswahlleitung um kurz nach 19.00 Uhr veröffentlichten Zwischenergebnis auf Grundlage von 83 von 2.059 ausgezählten Gebieten lag die Wahlbeteiligung bei 78,7 Prozent.

Bremen: Ähnliches Niveau zu 2017

In Bremen besuchten am Sonntag bis 12 Uhr 27,2 Prozent der Wahl­berechtigten die Wahllokale, dies waren kaum mehr als am Vormittag der Bundestagswahl 2017. Damals lag der Wert bei 27,1. Allerdings hatten rund 35,1 Prozent der Wahlberechtigten dieses Jahr im Vorfeld Briefwahl beantragt.

Sachsen-Anhalt: Wahlbeteiligung geringer als vor vier Jahren – wegen Briefwahl?

Sachsen-Anhalts Landeswahl­leiterin Christa Dieckmann rechnet bei der heutigen Bundestags­wahl mit einem deutlich höheren Brief­wahl­anteil als vor vier Jahren. „Ich glaube, eine Verdopplung ist zu erwarten, vielleicht noch mehr“, sagte Dieckmann der Deutschen Presse-Agentur. Vor vier Jahren hatte der Briefwahl­anteil in Sachsen-Anhalt bei 17,9 Prozent gelegen.

Die Wahlbeteiligung im Land wurde für 14 Uhr mit 36,7 Prozent angegeben. Zur Bundes­tagswahl 2017 seien es zu diesem Zeitpunkt 42,5 Prozent gewesen bei einem geringeren Briefwahlanteil.

Die Landeswahlleiterin bat alle Menschen, die verbleibenden Stunden zu nutzen, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Die Wahllokale haben bis 18 Uhr geöffnet. In Sachsen-Anhalt sind knapp 1,8 Millionen Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben.

Sachsen: Ein Viertel der Wahl­berechtigten wählen per Briefwahl

In Sachsen hingegen ist die Bundestags­wahl in den Wahl­lokalen etwas verhaltener angelaufen als vor vier Jahren. Bis 12 Uhr haben nach Angaben des Landeswahl­leiters 25,9 Prozent in den Wahllokalen abgestimmt, 2017 waren es zum gleichen Zeitpunkt 27,1 Prozent. Die Behörde rechnet allerdings damit, dass ein Viertel der rund 3,3 Millionen Wahl­berechtigten im Freistaat von der Briefwahl Gebrauch machten.

Thüringen: Wahl­beteiligung am Nachmittag bei 66,2 Prozent

Bis 16.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung laut Landeswahlleiter bei 66,2 Prozent. In Thüringen waren rund 1,7 Millionen Menschen ab 18 Jahren wahlberechtigt. In den acht Thüringer Wahlkreisen traten 88 Bewerber um ein Direktmandat für den Bundestag an. Über die 19 Landeslisten von Parteien traten 226 Bewerber an, darunter 65, die sich auch um ein Direktmandat bewarben.

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CDU-Kanzlerkandidat Laschet: „Hoffe, dass alle ihr Wahlrecht nutzen“
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Unionskanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) gab am Sonntagmorgen zusammen mit seiner Frau Susanne im Wahllokal in seiner Heimatstadt Aachen seine Stimme ab.  © Reuters

Berlin: Niedrigere Wahlbeteiligung

Bei den Wahlen in Berlin zeichnete sich am Sonntag eine niedrigere Beteiligung ab. Nach Angaben der Geschäftsstelle der Landeswahlleiterin gingen bis zum Nachmittag (16.00 Uhr) 57,9 Prozent der Berechtigten zur Abstimmung. Bei der Bundestagswahl 2017 waren es 2,4 Prozentpunkte mehr.

Die höchste Wahlbeteiligung wurde bei schönem Frühherbstwetter mit 62,6 Prozent aus dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf gemeldet, die niedrigste aus Marzahn-Hellersdorf, wo es 54,1 Prozent waren.

Bei der Berechnung werden für diese Uhrzeit zwei Drittel der beantragten Wahlscheine mitgerechnet. Nach den Angaben wurden insgesamt 988 201 Wahlscheine ausgestellt. Damit liegt die Zahl der Menschen, die sich die Briefwahlunterlagen haben zukommen lassen, 44 Prozent über der Bundestagswahl 2017. Vor vier Jahren waren es 686 177 Wahlscheine.

Neben der Bundestagswahl lief in Berlin auch die Wahl zum Abgeordnetenhaus. Zudem wurde über zwölf Bezirksparlamente neu bestimmt. Außerdem konnten Wählerinnen und Wähler darüber abstimmen, ob große Wohnungskonzerne mit mehr als 3000 Wohnungen enteignet werden sollen.

Rheinland-Pfalz: Wahl­beteiligung deutlich höher

Die Beteiligung an der Bundestags­wahl war in Rheinland-Pfalz am Sonntag um 13 Uhr der Landes­wahlleitung höher als zum gleichen Zeitpunkt der Abstimmung von 2017. Das habe eine Umfrage in Städten und Gemeinden des Bundes­landes ergeben, teilte die Behörde in Bad Ems am Sonntag mit. Demzufolge hatten fünf Stunden vor Schließung der Wahllokale rund 61 Prozent der Berechtigten teilgenommen. Vor vier Jahren seien es zu diesem Zeitpunkt rund 53 Prozent gewesen.

Allerdings seien die Zahlen wegen der hohen Brief­wahl­beteiligung nur bedingt vergleichbar, betonte die Behörde. Knapp 49 Prozent der 3,06 Millionen Wahl­berechtigten in Rheinland-Pfalz hatten nämlich von der Briefwahl Gebrauch gemacht. Vor vier Jahren lag der Anteil der Briefwähler am Ende bei 28 Prozent. Am Sonntag hätten bis 13 Uhr weitere rund 12 Prozent der Wahlberechtigten in den gut 3800 Wahllokalen ihre Stimmen abgegeben, hieß es. Dieser Wert lag rund 13 Prozent­punkte unter dem von 2017.

RND/dpa/jst/scs

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