Wahl in Irland: Historischer Erfolg für Sinn Fein

  • Einst galt Sinn Fein als politischer Arm der Untergrundorganisation IRA.
  • Nun wird die linksgerichtete Partei zur ernst zu nehmenden Kraft in der Republik Irland.
  • Die alten Volksparteien können die neue dritte Volkspartei nicht länger außen vor lassen, kommentiert Katrin Pribyl.
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Diese Wahl hat die politische Landschaft in Irland nicht nur verändert, sie hat das alte politische System beendet.

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Parlamentswahl in Irland: Sinn-Fein-Partei laut Teilergebnissen knapp vorn
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Überraschung bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Irland.  © Katrin Pribyl/AFP

Fast ein Jahrhundert lang wechselten sich die beiden eher konservativen Parteien aus dem bürgerlichen Lager Fine Gael und Fianna Fail an der Regierungsspitze ab. Nun hat zum ersten Mal die linksgerichtete Sinn Fein mit den etablierten Parteien gleichgezogen, sie sogar leicht überflügelt.

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Ausgerechnet der ehemals politische Arm der Untergrundorganisation IRA, die während des Bürgerkriegs auf der irischen Insel mit Terror und Gewalt die Loslösung Nordirlands vom Vereinigten Königreich erzwingen wollte, fährt ein historisches Ergebnis ein. Doch Sinn Fein, deren Kernziel bis heute die Wiedervereinigung der Republik mit dem zum Königreich gehörenden Nordirland ist, hat sich in den vergangenen zwei Jahren ein neues Image verpasst, durchgesetzt von der moderaten wie resoluten Vorsitzenden Mary Lou McDonald.

Schatten der Vergangenheit

Sie ist die große Siegerin, da sie es schaffte, die Schatten der Vergangenheit zumindest in Teilen loszuwerden und den Fokus auf soziale Themen zu lenken. Das kam nicht nur bei der Arbeiterklasse, sondern auch bei Rentnern sowie jüngeren Menschen an, für die der blutige Konflikt mittlerweile weit entfernt scheint. Sinn Fein präsentierte sich als echte Alternative und füllte mit ihren sozialpolitischen Forderungen eine Lücke, die bereits zu lange auf der grünen Insel klafft.

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Schwierige Regierungsbildung in Irland erwartet
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Nach der vorgezogenen Parlamentswahl in Irland zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab.  © Katrin Pribyl/AFP
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Denn auch wenn die Republik als Musterbeispiel für ein Land gilt, das sich nach einer schweren Krise berappelt hat – es stand vor lediglich zehn Jahren nahe an der Staatspleite –, die Iren sind unzufrieden. Die Wirtschaft mag boomen, aber was nützt das den Menschen, wenn die Wohnungsnot immer weiter zunimmt, die Mieten und Häuser für viele unbezahlbar geworden sind und sich die Krise im maroden Gesundheitssystem ebenfalls zuspitzt?

Die Iren wünschen Wandel

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Es sind jene Probleme, die bei etlichen Iren zu Recht Priorität haben und die leichtsinnig vernachlässigt wurden von den etablierten Parteien. Die Menschen wünschen einen Wandel, das zeigt diese Wahl.

Weil Sinn Fein nur 42 Kandidaten aufgestellt hat, es aber 80 Abgeordnete im Parlament braucht, um eine Regierung zu bilden, ist es unmöglich, dass die Partei die nächste irische Regierung anführt. Doch was auch immer passiert – ob sich Fine Gael und Fianna Fail weiterhin weigern, mit der linksgerichteten Partei zu koalieren, eine der beiden am Ende doch mit McDonalds Partei zusammenarbeiten wird oder Sinn Fein die starke Opposition bilden sollte.

Die alten Volksparteien können die neue dritte Volkspartei nicht länger außen vor lassen.

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