Waffenruhe für Jemen um einen Monat verlängert

  • Am Donnerstag war die einseitig ausgerufene Waffenruhe für Jemen eigentlich ausgelaufen.
  • Nun hat das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis diese verlängert.
  • Doch bislang hat sie wenig gebracht.
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Riad/Sanaa. Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis hat die einseitig ausgerufene Waffenruhe für das Bürgerkriegsland Jemen um einen Monat verlängert. Die Koalition komme damit einer Bitte des UN-Jemengesandten Martin Griffiths nach, erklärte ein Sprecher der Bündnisses, wie die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA am Freitag meldete.

Griffiths habe um mehr Zeit gebeten, unter anderem um Fortschritte bei den Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand erzielen zu können.

Die vor zwei Wochen verkündete Waffenruhe war eigentlich am Donnerstag abgelaufen. Sie hatte die Gewalt im Jemen kaum beruhigt. Die Konfliktparteien warfen sich gegenseitig Verstöße vor. Nach Angaben von Augenzeugen kam es jeden Tag zu neuen Kämpfen. Mit der Verlängerung deckt die Waffenruhe nun auch den muslimischen Fastenmonat Ramadan ab, der am Freitag begonnen hat.

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Kampf zwischen Huthi-Rebellen und international anerkannter Regierung

In dem bitterarmen Land im Süden der Arabischen Halbinsel bekämpfen sich die Huthi-Rebellen und die international anerkannte Regierung. Diese wird von dem saudischen Militärbündnis unterstützt. Die Huthis hatten vor mehr als fünf Jahren große Teile des Landes überrannt, darunter die Hauptstadt Sanaa. Das sunnitische Saudi-Arabien sieht in ihnen einen engen Verbündeten seines schiitischen Erzfeindes Iran.

Jemens Bevölkerung leidet massiv unter dem Bürgerkrieg. 24 Millionen Menschen - rund 80 Prozent der Bevölkerung - sind nach UN-Angaben auf Hilfe angewiesen. Viele von ihnen müssen hungern. Die UN sprechen von der größten humanitären Krise der Neuzeit. Beobachter befürchten außerdem, dass eine Ausbreitung des Coronavirus das Land hart treffen könnte. Offiziell ist im Jemen erst eine Infektion gemeldet worden.

RND/dpa

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