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Waffenruhe festigen: Ägypten lädt Israel und Palästinenser zu Gesprächen ein

  • Nach elftägigen Gefechten herrscht derzeit Waffenruhe zwischen Israel und den Hamas.
  • Damit es dabei bleibt, sollen nun beide Parteien - Hamas inklusive - zu getrennten Gesprächen nach Ägypten kommen.
  • Im Zentrum soll dabei zudem der Wiederaufbau des Gazastreifens stehen.
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Kairo. Zur Konsolidierung der kürzlich geschlossenen Waffenruhe hat Ägypten Israel und die Palästinenser zu getrennten Gesprächen eingeladen. Israelische Medien berichteten am Donnerstag, in den Gesprächen, an denen auch die Hamas teilnehmen werde, solle es hauptsächlich um den Wiederaufbau im Gazastreifen gehen.

„Wir bemühen uns um eine langfristige Waffenruhe, die weitere Diskussionen und möglicherweise direkte Gespräche ermöglichen würde“, sagte ein Gewährsmann beim ägyptischen Geheimdienst, der an der Vermittlung zwischen Israel und der Hamas beteiligt war.

Gespräche könnten kommende Woche beginnen

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Die Gespräche könnten schon in der kommenden Woche beginnen. Israel habe einer Teilnahme zugestimmt, die endgültige Agenda werde jedoch noch ausgearbeitet.

US-Außenminister Antony Blinken, der in dieser Woche die Region besuchte, und der katarische Außenminister Mohammad bin Abdulrahman Al Thani hätten an Gesprächen über weitere Friedensschritte teilgenommen.

Die Vereinten Staaten wollen unter anderem sicherstellen, dass keine Hilfszahlungen an die Hamas fließen. Der Gewährsmann erklärte, dies könne möglicherweise mit Hilfe eines internationalen Ausschusses unter Führung Ägyptens oder der Vereinten Nationen gelingen, die die Ausgaben kontrollierten.

Die israelische Tageszeitung „Haaretz“ berichtete, Außenminister Gabi Aschkenasi werde wahrscheinlich in der kommenden Woche nach Kairo reisen und dort über eine langfristige Waffenruhe mit der Hamas verhandeln. Ziel sei ein Gipfeltreffen in Kairo, an dem Vertreter aus Israel, der Palästinensischen Autonomiebehörde, Ägypten und vielleicht der USA teilnehmen sollten.

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Ein Thema solle ein möglicher Austausch von palästinensischen Häftlingen in Israel gegen zwei israelische Zivilisten und die Leichen von zwei israelischen Soldaten in den Händen der Hamas sein. Israel würde auch Hilfslieferungen in den Gazastreifen zulassen, sollte der Gefangenenaustausch stattfinden.

Hamas-Führer Ismail Hanija reist nach Kairo

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Ein Sprecher der Hamas bestätigte, dass Hamas-Führer Ismail Hanija in der kommenden Woche nach Kairo reisen werde. Die Organisation sei offen für einen Gefangenenaustausch, erklärte er. In Kairo soll es nach Angaben des Sprechers auch um Möglichkeiten gehen, die rivalisierenden palästinensischen Regierungen im Westjordanland und im Gazastreifen zu versöhnen.

Die elftägige Krieg ging in der vergangenen Woche mit einer Waffenruhe zu Ende. Die Gefechte kosteten mehr als 250 Menschen das Leben, die meisten der Opfer waren Palästinenser. Im Gazastreifen entstand ein Schaden in Höhe von geschätzt mehreren hundert Millionen Dollar.

Die UN-Nothilfekoordinatorin in Gaza, Lynn Hastings, rief die internationale Gemeinschaft am Donnerstag zu Hilfszahlungen in Höhe von 95 Millionen Dollar über die kommenden drei Monate für die drängendsten Probleme auf.

RND/AP

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