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Während Deutschland zögert

Diese Waffen liefern andere Länder in die Ukraine

Senior Airman Jansen Esteves, Special Handler der 436th Aerial Port Squadron, überprüft während einer Mission zum Verkauf ausländischer Militärgüter auf der Dover Air Force Base die Versand­informationen für Lieferungen an die Ukraine.

Washington/Hannover. Manches bleibt vage. Wo genau, zum Beispiel, werden die Waffenlieferungen aus dem Westen an die ukrainischen Streitkräfte übergeben? Wer hat weniger Hemmungen als die Deutschen, schwere Waffen zu liefern? Anderes ist klar in Zahlen zu bemessen. Die Nato-Staaten waren anfangs zögerlich mit der Lieferung schwerer Waffen, aus Sorge, Russland damit zusätzlich zu provozieren. Die meisten der insgesamt 30 bekannten Lieferländer – die allermeisten davon sind Nato-Mitglieder, aber auch Finnland, Japan, Südkorea und Australien helfen – stellen Munition, Flugabwehr, Panzerhaubitzen, Schutzausrüstung, medizinisches Gerät oder auch Treibstoff zur Verfügung.

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Viele Verkäufe oder Geschenke laufen im Geheimen ab. Auch über ihre Umfänge wird selten öffentlich geredet. Die Türkei zum Beispiel bestätigt nur, dass sie Drohnen geliefert hat – nicht aber, wie viele. Andere beziffern offensiv, was sie zur Verteidigung der Ukraine beitragen. Ein Überblick.

USA

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Die Regierung von Joe Biden sieht eine hohe Dringlichkeit, schnell Verteidigungswaffen ins Kriegsgebiet zu schaffen. Die US-Regierung hat Militärgüter im Wert von insgesamt 2,5 Milliarden Dollar bereits an die Ukraine geliefert oder in Aussicht gestellt. Schon in den kommenden Tagen will Biden weitere rund 800 Millionen Dollar für Artillerie­geschütze und Munition bereitstellen. Das letzte Paket dieses Umfangs umfasste unter anderem 18 Feldhaubitzen mit 40.000 Artilleriegeschossen, 300 unbemannte Drohnen vom Typ Switchblade, 300 gepanzerte Allzweck­fahrzeuge und Transporter sowie elf Hubschrauber russischer Bauart vom Typ Mi-17.

Die Liste markiert einen Wechsel – von reinen Defensivwaffen hin zu Waffen, die vor allem im Donbass auch offensiv genutzt werden können. Biden hatte diese Hilfslieferung am vorigen Mittwoch angekündigt. Nach Angaben des Pentagons landete bereits 48 Stunden später das erste Flugzeug mit Waffen in der Region. Über das Osterwochenende gab es fünf weitere Lufttransporte. Im Verteidigungs­ministerium hieß es, zusätzliche Transportmaschinen von „ukrainischen Alliierten“ würden demnächst fliegen.

Es gab aber keine Angabe, welche Länder diese Maschinen bereitstellen. Pentagonsprecher John Kirby zufolge soll „in den nächsten Tagen“ in begrenztem Umfang die Schulung ukrainischer Soldaten an der erstmals gelieferten hochmodernen Feldhaubitze des Kalibers 155 mm beginnen, die für die ukrainischen Streitkräfte neu ist. „Wir glauben nicht, dass es lange dauern wird, sie zur Nutzung zu befähigen“, sagte Kirby. Die Schulung solle außerhalb der Ukraine erfolgen, der genaue Ort wurde nicht genannt. Man wolle eine „kleine Zahl“ von ukrainischen Soldaten befähigen, ihrerseits die Bedienung der Waffe anderen Soldaten beizubringen, erläuterte Kirby. Er betonte die Wichtigkeit dieser Waffen: Im offenen Terrain des Donbass komme einer schlagkräftigen Artillerie große Bedeutung zu.

Großbritannien

Bis zum Osterwochenende hat die Regierung unter Boris Johnson insgesamt 10.000 hochmoderne leichte Panzer­abwehr­raketen (NLAW), Javelin-Raketen sowie andere explosive Waffen geschickt. Dazu kamen Luftabwehr­raketen des Systems Starstreak sowie Schutzwesten, Helme, Stiefel und rund 30 Millionen Euro für den freien Einkauf.

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Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellten Foto nimmt Wolodymyr Selenskyj (Mitte), Präsident der Ukraine, an einer Militärübung teil und betrachtet eine NLAW-Panzerabwehrwaffe.

Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellten Foto nimmt Wolodymyr Selenskyj (Mitte), Präsident der Ukraine, an einer Militärübung teil und betrachtet eine NLAW-Panzerabwehrwaffe.

Tschechien

Das Nachbarland hat ein Tor geöffnet, als es Anfang des Monats erste Panzer in die Ukraine lieferte. Jetzt bereiten nach den USA auch Polen, die Slowakei, Großbritannien und Australien den Transport von Panzerfahrzeugen und schwerer Artillerie vor. Sogar die kleinen Niederlande haben sich eingereiht in diese Gruppe. Äußerungen der US-Regierung, wonach Panzer „von einigen Ländern in die Ukraine geliefert werden“, lassen vermuten, dass Nato-Länder still und leise bereits den Tschechen gefolgt sind.

Frankreich

Paris hat eigenen Angaben zufolge militärisches Gerät im Wert von 100 Millionen Euro geschickt, nennt aber keine Details.

Kanada

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Aus Ottawa kommen Maschinengewehre, Karabiner, Handwaffen, Munition und Panzer­abwehr­raketen. Am Dienstag verkündete Premier Justin Trudeau, Kanada werde schnell auch schwere Artillerie schicken, „denn das ist die Phase, in der der Krieg jetzt ist“.

Schweden

Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg hat das neutrale Land Waffen in ein Kriegsgebiet geliefert, unter anderem 5000 Panzer­abwehr­raketen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft hat übrigens errechnet, dass Deutschland bei der Militärhilfe hinter den USA, Polen und Großbritannien an vierter Stelle liegt. Gemessen am Brutto­inlands­produkt aber leisten Estland, Polen und Litauen mit Abstand die größte Hilfe.

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