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Waffenkauf: Caffier ist als Innenminister nicht mehr tragbar

  • Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier hat erst zu einem möglichen Waffenkauf bei einem Mann unter Rechtsextremismusverdacht geschwiegen, nun gesteht er diesen ein.
  • Aber so kann er sich nicht davonstehlen, kommentiert Markus Decker.
  • Der Christdemokrat ist als Innenminister nicht mehr tragbar.
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In Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin geschah am Donnerstag Erstaunliches. Dort sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dass der Rechtsextremismus die wesentliche Herausforderung im Bereich der inneren Sicherheit bleibe.

Zugleich wehrte Caffier aber die Frage, ob er eine Waffe bei einem Mann gekauft habe, der dieser Szene vermutlich angehört, als privat ab. Abenteuerlicher geht es kaum.

Die jüngsten Erklärungen des Ministers, dessen Hobby das Jagen ist, ändern daran wenig. Dass er zum Zeitpunkt des Erwerbs der Waffe von dem problematischen Umfeld, das heute unter der Überschrift „Nordkreuz“ bekannt ist, nichts gewusst haben will, überzeugt keineswegs. Seinerzeit gab es längst Anhaltspunkte. Auch ließ Caffier Fragen der „Tageszeitung“ monatelang unbeantwortet – obwohl es da schon lichterloh brannte.

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Als es der „taz“-Kollegin gelang, den 66-Jährigen bei einer Pressekonferenz zu stellen, behauptete er, das Ganze sei privat – um sich nun in einem „Spiegel“-Interview zerknirscht zu geben. Dabei hat so ein Innenminister eine Vorbildfunktion. Ohnehin steht ja die Frage im Raum, ob die Aufklärung im Fall „Nordkreuz“ nicht vorankommt, weil da womöglich eine Nähe des politisch Verantwortlichen existiert.

Nein, so kann sich Caffier nicht davonstehlen. Und so sollte ihn die Landes-SPD auch nicht davonkommen lassen. Der Christdemokrat ist als Innenminister nicht mehr tragbar.

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