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  • Vorwürfe gegen Biden: Trump-Sponsor vertritt Beschuldigerin als Anwalt

Ex-Mitarbeiterin bleibt bei ihren Vorwürfen gegen Joe Biden

  • Joe Bidens frühere Mitarbeiterin Tara Reade wirft ihm vor, sich 1993 an ihr vergangen zu haben.
  • Biden bestreitet das, während Reade ihn dazu auffordert, aus dem Präsidentschaftsrennen auszusteigen.
  • Ausgerechnet ein ehemaliger Trump-Sponsor vertritt Reade als Anwalt.
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Washington. Die frühere Mitarbeiterin von Ex-US-Vizepräsident Joe Biden, Tara Reade, hält gegen den demokratischen Präsidentschaftsbewerber an ihren Vorwürfen eines sexuellen Übergriffs in den 1990er Jahren fest.

Sie wünschte, Biden würde aus dem Präsidentschaftsrennen aussteigen, sagte Reade in einem Interview, von dem die US-Journalistin Megyn Kelly am Donnerstag Ausschnitte auf Twitter veröffentlichte. Reade sagte, sie würde ihre Vorwürfe auch unter Eid vorbringen.

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Reade beschuldigt den heute 77-Jährigen, er habe sie 1993 in einem Senatsgebäude gegen eine Wand gedrückt, unter ihren Rock gegriffen und sei mit seinen Fingern in sie eingedrungen.

Biden bestreitet Vorwürfe

Biden wies die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe vergangene Woche vehement zurück. “Sie sind nicht wahr. Das ist nie passiert”, erklärte er. Biden will US-Präsident Donald Trump im November bei der Präsidentenwahl herausfordern.

Trump sagte am Freitag dem Fernsehsender Fox News mit Blick auf Biden: “Das ist ein Kampf, den er austragen muss.” Er selbst habe auch schon solche Kämpfe gehabt und sei zu Unrecht beschuldigt werden. “Vielleicht ist es eine falsche Anschuldigung.”

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Das hoffe er für Biden. In der Vergangenheit haben diverse Frauen auch Trump sexuelle Belästigung bis hin zu Vergewaltigung vorgeworfen, was er allesamt zurückwies.

Keine eindeutigen Belege

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Reade hatte ihre Vorwürfe vor mehreren Wochen in einem Podcast publik gemacht. Mehrere US-Medien begannen daraufhin umfangreiche Recherchen, sprachen mit Reade, damaligen Weggefährten der Frau und früheren Mitarbeitern Bidens.

Eindeutige Belege für ihre Darstellung fanden sie nicht. Biden und seine Wahlkampfkampagne beklagen, es gebe lauter Ungereimtheiten in der Schilderung der Frau.

Prominenter Anwalt ohne politische Motive

Ausgerechnet ein prominenter Anwalt und einstiger finanzieller Unterstützer von US-Präsident Donald Trump vertritt Reade nun. Anwalt Douglas Wigdor sagte der Nachrichtenagentur AP, er werde derzeit nicht für seine Arbeit bezahlt.

Seine Kanzlei bestritt auch, dass es politische Motive für seine Entscheidung gebe, für Reade zu arbeiten. Biden wird voraussichtlich der Rivale Trumps bei der Wahl im November. Reade hat über Wochen gesagt, sie habe Probleme dabei, einen Anwalt zu finden, der sie vertreten wolle.

Wigdor vertrat sechs Frauen gegen Hollywood-Produzent Weinstein

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Wigdor ist dafür bekannt, an prominenten Fällen von sexueller Belästigung und Übergriffen gearbeitet zu haben. Er vertrat sechs Frauen, die dem Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein sexuelles Fehlverhalten vorwarfen.

Auch Angestellte des Senders Fox News vertrat er bei Vorwürfen der Diskriminierung. 2018 verteidigte er in den Medien Christine Blasey Ford, die dem damaligen Richterkandidaten Brett Kavanaugh einen sexuellen Übergriff vorwarf.

55.000 Dollar für Trump-Wahlkampf

Widgor hat etwa 55.000 Dollar für den Wahlkampf von Trump 2016 gespendet, wie aus Unterlagen der US-Bundeswahlkommission hervorgeht. Auch demokratische Politiker hat er mit Zehntausenden von Dollar unterstützt. Im Wahlkampf 2020 hat weder Biden noch Trump gespendet.

Wigdor teilte mit, er wolle Reade bei ihrem Umgang mit den Medien und jeglicher unabhängiger Untersuchung zu ihren Vorwürfen helfen. Sie hätten noch nicht darüber gesprochen, Klage basierend auf ihren Vorwürfen einzureichen, er schließe das aber nicht aus.

RND/AP/dpa

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