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Vorwahlen in den USA: Termine, Kandidaten, Wahlverfahren

  • Am 3. November 2020 findet in den USA die Präsidentschaftswahl statt - Donald Trump strebt seine zweite Amtszeit an.
  • Wer ihm den Posten streitig macht, entscheidet sich in den Vorwahlen zwischen Februar und Juni.
  • Inzwischen ist klar: Es kommt zum Showdown zwischen Donald Trump und Joe Biden.
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Washington. 2020 findet in den USA eine Präsidentschaftswahl statt. Noch bis Anfang Juni, so der Plan, wird in mehreren Vorwahlen bestimmt, wer gegen Präsident Donald Trump im November antritt. Während es bei den Republikanern darum geht, Präsident Trumps Wiederwahl zu sichern, ist bei den Demokraten die Motivation, Trump aus dem Amt zu drängen, hoch. Zwischenzeitlich hatten mehr als 20 demokratische Bewerber ihre Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2020 angekündigt. Das breite Bewerberfeld dünnte sich jedoch kontinuierlich aus. Inzwischen ist mit dem Rückzug des linken Senators Bernie Sanders nur noch ein demokratischer Kandidat im Rennen ums Präsidentenamt verblieben: Joe Biden.

Die wichtigsten Informationen zu den Vorwahlen in den USA im Überblick.

Wann stehen die Präsidentschaftskandidaten der Parteien fest?

Bis die beiden Kandidaten für die US-Präsidentschaftswahl offiziell feststehen, vergehen mehrere Monate, in denen sich die Bewerber zunächst innerhalb ihrer eigenen Partei oder Wählerschaft gegen ihre Konkurrenten behaupten müssen.

Auf zwei Parteitagen im Juli und August bestimmen Demokraten und Republikaner schließlich ihren offiziellen Präsidentschaftskandidaten für die US-Wahl 2020.

  • Ursprünglich 13. bis 16. Juli 2020: Auf dem Parteitag der Demokratischen Partei in Milwaukee bestimmen die Delegierten ihren Präsidentschaftskandidaten. Wegen des Coronavirus haben die Demokraten ihren Nominierungsparteitag auf die Woche ab dem 17. August 2020 verschoben.
  • Geplant 24. bis 27. August 2020: Rund einen Monat später bestimmen die Republikaner ihren Kandidaten offiziell auf der Republican National Convention in Charlotte. Auch die Republikaner könnten ihren Parteitag angesichts der Corona-Epidemie noch verschieben.

Wann finden die Vorwahlen in den USA statt?

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Die Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl in den USA finden in der Regel im Wahljahr zwischen Januar und Juni statt. Wann genau, regelt jeder Staat beziehungsweise jede Verwaltungszone selbst. Traditionell halten die Bundesstaaten Iowa und New Hampshire als erstes Vorwahlen ab.

Die Termine der Präsidentschaftsvorwahlen 2020 in den USA im Überblick:

  • 3. Februar 2020: Iowa
  • 11. Februar 2020: New Hampshire
  • 22. Februar 2020: Nevada (Demokraten)
  • 29. Februar 2020: South Carolina (Demokraten)
  • 3. März 2020, “Super Tuesday”: Alabama, Arkansas, Colorado, Kalifornien, Maine, Massachusetts, Minnesota, North Carolina, Oklahoma, Tennessee, Texas, Utah, Vermont, Virginia, Amerikanisch-Samoa, Democrats Abroad (offizielle Vereinigung wahlberechtigter Demokraten, die im Ausland leben)
  • 8. März: Puerto Rico (nur Republikaner)
  • 10. März 2020: Idaho, Michigan, Mississippi, Missouri, North Dakota (Demokraten), Washington
  • 12. März 2020: Amerikanische Jungferninseln (Republikaner)
  • 14. März 2020: Nördliche Marianen (Demokraten), Wyoming (Republikaner), Guam (Republikaner)
  • 17. März 2020: Nördliche Marianen (Republikaner), Arizona (Demokraten), Florida, Illinois, Ohio
  • 24. März 2020: Georgia
  • 27. März 2020: North Dakota (Republikaner)
  • 29. März 2020: Puerto Rico (Demokraten)
  • 4. April 2020: Alaska (Demokraten), Hawaii (Demokraten), Louisiana, Wyoming
  • 7. April 2020: Wisconsin
  • 28. April 2020: Connecticut, Delaware, Maryland, New York, Pennsylvania, Rhode Island
  • 2. Mai 2020: Kansas (Demokraten), Guam (Demokraten)
  • 5. Mai 2020: Indiana
  • 12. Mai 2020: Nebraska, West Virginia
  • 19. Mai 2020: Kentucky, Oregon
  • 2. Juni 2020: Montana, New Jersey, New Mexico, South Dakota, Washington, D.C.
  • 6. Juni 2020: Amerikanische Jungferninseln (Demokraten)

In Nevada, South Carolina, Virginia, Arizona, Alaska, Hawaii und Kansas finden dieses Mal keine Vorwahlen der republikanischen Partei statt. Hier soll Donald Trump nach Willen der regionalen Parteiführungen die volle Unterstützung der Wählerschaft erhalten.

Wer sind die demokratischen Kandidaten?

Unter den Demokraten hatten sich bereits früh mehrere Bewerber in Position gebracht. Als erster Demokrat reichte John K. Delaney seine Kandidatur Ende Juli 2017 ein. Nur drei Tage vor der ersten Vorwahl in Iowa schied der ehemalige Kongressabgeordnete von Maryland allerdings aus dem Rennen aus. Zwischenzeitlich hatten sich bei den Demokraten knapp 30 Kandidaten als Anwärter für das Präsidentenamt in Stellung gebracht.

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Bis zuletzt schien es auf ein Duell zwischen dem ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden und dem linken Senator Bernie Sanders hinauszulaufen. Beide lieferten sich in den ersten Vorwahlen ein Kopf-an-Kopf-Rennen; mit zunehmenden Vorwahlen vergrößerte sich der Vorsprung Bidens aber deutlich. Inzwischen ist Sanders ausgestiegen, das Feld für Biden als einzigem verbliebenem Bewerber damit frei.

Zwischenzeitlich zwei Gegenkandidaten zu Trump bei den Republikanern

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Es dauerte nur vier Wochen, bis der amtierende Präsident, gerade erst ins Weiße Haus eingezogen, den Wahlkampf für seine Wiederwahl 2020 einleitete. Noch am Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar 2017 reichte Donald Trump die Unterlagen für seine Teilnahme an der Präsidentschaftswahl 2020 bei der Bundeswahlbehörde ein. So früh wie kein US-Präsident vor ihm stellte sich der Republikaner damit zur Wiederwahl.

Lange sah es so aus, als würde Trump das Rennen ohne Konkurrenz aus den eigenen Reihen absolvieren können. Kein republikanischer Kandidat schien sich gegen den eigenen Präsidenten aufstellen lassen zu wollen. Zuletzt trat Ex-Präsident George W. Bush als einziger Kandidat der republikanischen Partei in den Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl 2004. Bush gelang die Wiederwahl damals gegen den demokratischen Herausforderer John Kerry.

Wer sind die republikanischen Präsidentschaftskandidaten 2020?

Dann fand sich mit Bill Weld doch noch ein Republikaner, der Trump die Stirn bot. Der 74-jährige ehemalige Gouverneur von Massachusetts bezeichnete eine mögliche Wiederwahl Trumps als “politische Tragödie”. Ernstzunehmende Chancen wurden dem Trump-Kritiker hingegen nicht zugerechnet.

Am 25. August 2019 gab ein weiterer Republikaner, der frühere Kongressabgeordnete aus Illinois, Joe Walsh, seine Kandidatur bekannt. Auch Walsh hatte sich mit Trump-kritischen Kommentaren hervorgetan.

Sowohl Walsh als auch Weld sind inzwischen aber wieder aus dem Rennen ausgeschieden. Damit ist die Nominierung Donald Trumps als Präsidentschaftskandidat der Republikaner für die Wahl am 3. November reine Formsache.

Primary und Caucus - wie funktionieren die Vorwahlen in den USA?

Das Wahlverfahren der Vorwahlen in den USA ist komplex. In einem mehrstufigen Prozess, der sich über mehrere Monate erstreckt, stimmen die politischen Parteien über ihren Kandidaten für die anstehende Präsidentschaftswahl ab. 2020 findet diese am 3. November statt.

Zu diesem Zweck werden in allen 50 Bundesstaaten, in Washington und in den Außengebieten der USA Wahlen (die sogenannten Primaries) oder Versammlungen (die sogenannten Caucuses) abgehalten. Es wird zwischen offenen und geschlossenen Primaries unterschieden. Zudem gibt es in manchen Staaten sowohl Primaries als auch Caucuses.

Was ist der "Super Tuesday"?

Beim sogenannten Super Tuesday handelt es sich um einen Termin, an dem in gleich mehreren Bundesstaaten der USA Vorwahlen abgehalten werden. Einen solchen Super Tuesday im Vorwahlkampf der Präsidentschaftswahl 2020 gibt es am 3. März 2020, wenn in 14 Staaten und Amerikanisch-Samoa Vorwahlen stattfinden. Auch die im Ausland lebenden US-Bürger sind am 3. März zur Stimmabgabe aufgerufen.

Welche Rolle spielen Spenden im Vorwahlkampf?

Ein wesentlicher Grund, weshalb viele Kandidaten bereits zwei Jahre vor der Wahl ihre Kandidatur bekanntgegeben, sind steuerliche Vorschriften. Größere Spenden und Ausgaben für den Wahlkampf sind in den USA erst nach Abgabe einer offiziellen Kandidaturerklärung erlaubt. Je früher diese eingereicht wird, desto mehr Zeit bleibt den Kandidaten, Geld einzutreiben und dieses für die kostspielige Kampagne auszugeben.

Was sind gebundene und ungebundene Delegierte?

Bei den Vorwahlen entscheiden die US-Bürger indirekt, wen sie ins Rennen um das Präsidentenamt schicken. Das heißt, sie bestimmen Delegierte ihres Bundesstaates, die dann auf dem Parteitag ihrer Partei (der Democratic beziehungsweise Republican National Convention) den jeweiligen Präsidentschaftskandidaten wählen. Von den sogenannten gebundenen Delegierten wird erwartet, dass sie entsprechend des Wähler- und Parteiwillens ihres Heimatstaates abstimmen.

Zusätzlich zu den gebundenen gibt es in beiden Parteien auch noch ungebundene Delegierte. Der Begriff "Superdelegierte" hat sich dabei vor allem bei der demokratischen Partei etabliert, wenngleich er inzwischen auch für ungebundene Delegierte der republikanischen Partei benutzt wird.

Bei den Superdelegierten handelt es sich um hochrangige Parteimitglieder, also meist gegenwärtige oder frühere Amtsinhaber und Parteiführer. Sie sind frei, ihren eigenen Favoriten zu wählen und deshalb ungebunden. In der demokratischen Partei machen Superdelegierte knapp 15 Prozent aller Parteitagsdelegierten aus. Bei den Republikanern gelten die drei Parteiobersten eines Staates oder Gebietes als ungebundene Delegierte.

RND/pf

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