Vorwahl der Demokraten in Iowa: Der Sieger heißt Donald Trump

  • Der Caucus in Iowa sollte der kraftvolle Auftakt zum Sturm der Demokraten aufs Weiße Haus sein – doch er wurde zum Rohrkrepierer.
  • Das Wahlchaos wird Donald Trump als Beweis dafür ausschlachten, wie unfähig seine Gegner sind.
  • Und innerhalb der Opposition werden alte Wunden aufgerissen, kommentiert Karl Doemens aus Des Moines, Iowa.
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Des Moines. Natürlich kann man ein paar Stunden warten. Doch dass die Kandidatenkür der US-Demokraten in Iowa zunächst ohne Ergebnis endete, ist weit mehr als eine technische Panne. Der Caucus sollte eigentlich der kraftvolle Auftakt zum Sturm auf das Weiße Haus sein.

Nun wirkt er wie ein fataler Beweis der eigenen Unfähigkeit. Eine Partei, die den Präsidenten sehr zu Recht der versuchten Manipulation einer Wahl bezichtigt, muss in der Lage sein, eine solche Abstimmung in einem Mini-Bundesstaat mit 200.000 Wählern fehlerfrei zu organisieren.

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Natürlich sind die finsteren Verschwörungstheorien, die nun vom Weißen Haus gestreut werden, an den Haaren herbeigezogen und interessengeleitet. Das heißt aber nicht, dass sie wirkungslos bleiben.

Schon 2016 fühlten sich die Anhänger des Alt-Linken Bernie Sanders vom Establishment der demokratischen Partei ausgebremst. Jeden Hinweis auf irgendwelche Pannen werden sie nun entsprechend interpretieren. Wo Einigkeit im Kampf gegen einen gefährlichen Möchtegernautokraten herrschen sollte, ist die Saat für Zwietracht und Zerwürfnisse gelegt.

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Buttigieg gewinnt offenbar Vorwahl in Iowa
1:29 min
Pete Buttigieg liegt bei der Vorwahl der US-Demokraten im Bundesstaat Iowa laut Teilergebnissen überraschend in Führung.  © Karl Doemens/AFP

Joe Biden offenbar abgeschlagen

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Tatsächlich dürfte nämlich, wenn das aktuelle Chaos beseitigt ist, ein noch wesentlich größeres Problem der Demokraten offenkundig werden: Ihr bisheriger Favorit Joe Biden hat offenbar in Iowa deutlich schlechter als erwartet abgeschnitten. Wer den Ex-Vizepräsidenten bei seinen müden Auftritten vor Ort beobachtet hat, der kann darüber kaum erstaunt sein.

Der 77-Jährige ist ein höchst honoriger Mann. Die persönliche und politische Kraft für einen gewaltigen Mobilisierungsakt zum Sturz von Donald Trump hat er offenkundig nicht mehr. Lange kann sich die Führung der Demokraten dieser dramatischen Einsicht nicht mehr verweigern. Was daraus folgt, ist völlig offen.

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So bitter es ist: Einstweilen steht nur ein Sieger der Demokraten-Wahlen fest. Sein Name ist Donald Trump.



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