Vorschlag von Ethikratsmitglied: Freier Tag nach der Impfung

Impfreaktionen ließen sich „durch bloßes Ausschlafen bekämpfen“: Corona-Impfung in einem Impfzentrum in Bremen.

Impfreaktionen ließen sich „durch bloßes Ausschlafen bekämpfen“: Corona-Impfung in einem Impfzentrum in Bremen.

Saarbrücken. Nach Ansicht des Ethikratsmitglieds Professor Wolfram Henn könnte ein freier Tag nach der Impfung die Impfbereitschaft in der Bevölkerung deutlich steigern.

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Coronalage in Deutschland: RKI-Lagebericht vom 2. März
ARCHIV - 30.06.2020, Bayern, Kaufbeuren: Ein Arzt h��lt in einer Hausarztpraxis einen Tupfer, mit dem ein Abstrich f��r einen Coronatest gemacht wird. Der Wattetupfer k��nnte im Fr��hjahr f��r viele zu einem Pflichtutensil im deutschen Alltag werden. Mit ihm sollen sich die Menschen in ganz Deutschland voraussichtlich ab Mitte M��rz auf Corona testet lassen k��nnen oder sich selbst testen. (zu dpa "Testen und ��ffnen - Wie sollen die Schritte aus dem Lockdown aussehen?") Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 3943 Corona-Neuinfektionen gemeldet.

„Arbeitgeber, die an der Durchimpfung ihres Personals interessiert sind, könnten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Tag nach der Impfung vom Erscheinen am Arbeitsplatz oder dem Homeoffice freistellen, ohne dass diese sich eigens krankmelden müssten“, erklärte Henn gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Berufstätige Impflinge wüssten dann schon im Voraus, dass sie mögliche Impfreaktionen „am nächsten Morgen ohne bürokratischen Aufwand durch simples Ausschlafen bekämpfen könnten“. Bei diesen Impfreaktionen handele es sich um „etwas völlig Normales, nichts als ‚Muskelkater‘ vom Training des Immunsystems durch die Impfungen“.

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Prof. Wolfram Henn, Universitätsklinikum des Saarlands, Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Prof. Wolfram Henn, Universitätsklinikum des Saarlands, Mitglied des Deutschen Ethikrats.

Hintergrund sind Berichte über Impfreaktionen wie Schwindel und Fieber nach der Impfung gegen Covid-19 sowie eine geringe Akzeptanz des Astrazeneca-Impfstoffes. Henn, Humangenetiker und Medizinethiker am Universitätsklinikum des Saarlands, will mit seinem Vorschlag nach eigenen Worten die Schwelle vor einer Impfung erniedrigen und den freien Tag als „Erleichterung“ verstanden wissen, nicht als „Belohnung“.

Prämien, die Arbeitgeber vereinzelt für Impfungen ihrer Mitarbeiter anbieten, lehnt Henn ab: „Es sollte keine Belohnung für selbstverständliches, vernünftiges Verhalten geben.“

Zugleich wandte sich das Ethikratsmitglied gegen die Forderung, die Prioritätenliste beim Impfen aufzugeben, wie es zum Beispiel der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) vorschlägt.

Dies würde zu einem „Windhundrennen“ führen, bei dem nur Schnelligkeit und Glück über die Vergabe entscheiden. Die Prioritätenliste der Ständigen Impfkommission lasse genügend Spielraum, um verfügbare Impfdosen auch unter Berücksichtigung der Bedürftigkeit rasch zu verimpfen.

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