Vorratsdatenspeicherung - EuGH muss entscheiden

  • Das Bundesverwaltungsgericht hat die Frage zur Auslegung der europäischen Datenschutzrichtlinie an den Europäischen Gerichtshof weitergereicht.
  • Zuvor hatten die Leipziger Richter über zwei Klagen der Telekom und des Internetproviders SpaceNet gegen die Datenspeicherpflicht mündlich verhandelt.
  • Die Bundesnetzagentur legte Revision ein.
Anzeige
Anzeige

Leipzig. Die umstrittene Vorratsdatenspeicherung in Deutschland wird ein Fall für den Europäischen Gerichtshof (EuGH). Das Bundesverwaltungsgericht wandte sich am Mittwoch mit einer Frage zur Auslegung der europäischen Datenschutzrichtlinie an die Luxemburger Richter. Sie sollen klären, ob sich aus den Unionsvorschriften ein generelles Verbot einer flächendeckenden, anlasslosen Vorratsdatenspeicherung in Deutschland ableiten lässt.

Zuvor hatten die Leipziger Richter über zwei Klagen der Telekom und des Internetproviders SpaceNet gegen die Datenspeicherpflicht mündlich verhandelt. (BVerwG 6 C 12.18 und BVerwG 6 C 13.18) Die beiden Unternehmen wenden sich gegen die Vorratsdatenspeicherung. Sie hatten zunächst vor dem Verwaltungsgericht Köln Recht bekommen. Dieses hatte entschieden, dass die Speicherpflicht gegen Unionsrecht verstoße und die Kläger von der Speicherpflicht befreit.

Lesen Sie auch: Datenschutzbeauftragter Kelber warnt vor Datensammelwut des Staates

Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Die Bundesnetzagentur legte Revision gegen diese Urteile ein. Mit der Vorlage an den EuGH wird es nun noch eine Weile dauern, bis ein rechtskräftiges Urteil gesprochen wird. Bis zu einem solchen Urteil hatte die Bundesnetzagentur die Pflicht zur Vorratsdatenspeicherung schon 2017 ausgesetzt.

Lesen Sie auch: Kindesmissbrauch: BKA-Chef fordert Vorratsdatenspeicherung

RND/dpa