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Vor letztem TV-Duell: Trump nennt Moderatorin „schrecklich und unfair“

  • Das erste TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und Herausforderer Joe Biden war ins Chaos abgeglitten.
  • Trumps Aussagen über die Moderatorin der zweiten Debatte lassen wenig Hoffnung auf ein zivilisierteres Aufeinandertreffen aufkommen.
  • Die NBC-Journalistin Kristen Welker nennt er „total parteiisch“.
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Washington. Zwölf Tage vor der Wahl kommen am Donnerstagabend (Ortszeit/Freitag 3 Uhr MESZ, hier im Livestream) US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden zu ihrem zweiten und letzten TV-Duell zusammen. Der Amtsinhaber teilt dabei schon vorab kräftig gegen die Organisatoren und auch gegen die Moderatorin der Debatte, NBC-Journalistin Kristen Welker, aus.

Die 44-jährige Korrespondentin des Weißen Hauses sei „total parteiisch“, polterte Trump vor seinem Aufeinandertreffen mit Biden. Bereits am Wochenende hatte er Welker bei Twitter als „schrecklich und unfair“ bezeichnet, „genau wie die meisten Fake-News-Reporter“. Dabei zitierte er einen Tweet seines Sohnes Donald Trump Jr., der einen Artikel über die angeblichen „engen Verbindungen" der Moderatorin zu den Demokraten geteilt hatte.

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Kritik auch an Debatten-Kommission

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Auch gegen die unabhängigen Kommission, die die Debatten organisiert, wetterte Trump vor dem TV-Duell und beschuldigte sie, auf Bidens Seite zu stehen. Wahlkampfberater Jason Miller warf der Debatten-Kommission in einer Telefonschalte mit Journalisten am Montag „anhaltende Wahlbeeinflussung“ zugunsten von Trump-Herausforderer Joe Biden vor. Bei der letzten Debatte vor der Wahl gehe es traditionell um Außenpolitik, sagte Miller. Beim TV-Duell an diesem Donnerstagabend (Ortszeit) in Nashville im Bundesstaat Tennessee liege darauf aber nicht der Schwerpunkt. „Wir glauben, dass das auf Bitten des Biden-Wahlkampfteams ist.“ Miller sagte weiter, Ex-Vizepräsident Biden wolle nicht mit seiner früheren Unterstützung „endloser Kriege“ oder mit fragwürdigen Auslandsgeschäften seines Sohnes Hunter Biden konfrontiert werden. „Es ist klar, dass das Biden-Lager nicht über Außenpolitik sprechen möchte.“

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Bei der eineinhalbstündigen Debatte in Nashville im Bundesstaat Tennessee haben die Organisatoren neue Regeln erlassen, nachdem das erste TV-Duell vor allem wegen Trumps Unterbrechungen ins Chaos abgeglitten war. So bleibt während des zweiminütigen Eingangsstatements eines Kandidaten zu Beginn eines Themenkomplexes das Mikrofon des Gegenkandidaten abgeschaltet.

Mikrofone werden stumm geschaltet

Die erste Debatte hatte Ende September stattgefunden. Ursprünglich waren drei Fernsehduelle geplant. Das zweite, bei dem der Republikaner Trump (74) und der Demokrat Biden (77) am 15. Oktober aufeinander treffen sollten, wurde jedoch abgesagt: Die Kommission hatte wegen Trumps Covid-19-Erkrankung das Format geändert und wollte die Kandidaten anstelle einer persönlichen Begegnung online zusammenschalten. Trump lehnte das ab.

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Trump liegt in landesweiten Umfragen hinter Biden. Wegen des komplizierten Wahlsystems in den USA haben diese Befragungen aber begrenzte Aussagekraft. Die Wahl findet am 3. November statt. Nach bisherigem Stand haben rund 44 Millionen Wahlberechtigte vor der TV-Debatte bereits abgestimmt, das entspricht knapp 32 Prozent der Wahlbeteiligung von 2016.

RND/seb/dpa

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