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Vor Dumawahl: Russische Polizei geht gegen Nawalny-Mitarbeiter vor

  • In fünf Monaten steht die Parlamentswahl in Russland an.
  • Bewerber aus dem Umfeld des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny haben keinen leichten Stand.
  • Eine Mitarbeiterin des Oppositionellen ist zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden, während Polizisten das Büro eines weiteren Mitglieds des Nawalny-Teams durchsucht haben.
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Moskau. Fünf Monate vor der Parlamentswahl in Russland gehen die Behörden weiter gegen Bewerber aus dem Umfeld des inhaftierten Kremlgegners Alexej Nawalny vor. Am Donnerstag verurteilte ein Gericht in Moskau Nawalnys Mitarbeiterin Ljubow Sobol zu gemeinnütziger Arbeit, wie das Gericht mitteilte.

Sobol hätte zuvor unerlaubt das Haus eines mutmaßlichen Mitarbeiters des russischen Inlandgeheimdienstes FSB aufgesucht. Diesem lastet der Oppositionelle den Mordanschlag auf ihn mit dem Nervengift Nowitschok an. Die Anwältin bezeichnete die auf Bewährung verhängte Strafe als „Schande“, wie sie bei Twitter schrieb.

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Russische Polizei verschärft Sicherheitsmaßnahmen rund um Nawalny-Gefängnis
2:11 min
Der Kreml-Kritiker Alexej Nawalny hat angekündigt, seinen Hungerstreik fortzusetzen, obwohl sich sein Gesundheitszustand zuletzt verschlechtert habe.  © Reuters
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Im Gerichtssaal trug die 33-Jährige ein T-Shirt mit der Frage, weshalb noch kein Verfahren wegen der Vergiftung Nawalnys eingeleitet worden sei. Sie veröffentlichte bei Twitter ein Selfie davon. Um sie herum standen Polizisten in schwerer Uniform wie bei großen Terrorprozessen, wie Kommentatoren in sozialen Netzwerken bemerkten. Sobol will für die Wahl zur Staatsduma kandidieren.

Ebenfalls bei dieser Abstimmung am 19. September antreten will der Nawalny-Mitarbeiter Sachar Sarapulow in Irkutsk am Baikalsee. Am Donnerstag durchsuchten Polizisten das Büro des Oppositionellen - wegen angeblich extremistischer Literatur, wie Nawalnys Team schrieb. So bekämpfe der Machtapparat von Kremlchef Wladimir Putin vor der Wahl Andersdenkende, kommentierte der Stab.

Das Portal der Menschenrechtsaktivisten von Owd-Info berichtete zudem über einen Polizeieinsatz im Nawalny-Büro in Pskow im Nordwesten Russlands. Außerdem sei in der Stadt Ufa am Ural ein Unterstützer des Kremlgegners festgenommen worden, als er Flugblätter aus einer Druckerei abholen wollte. Der Oppositionelle sitzt derzeit in einem Straflager eine mehrjährige Haftstrafe ab.

RND/dpa

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