CSU-Parteitag: Warum Markus Söder erst mal nicht Kanzler wird

  • Wenn es um die nächste Unions-Kanzlerkandidatur geht, wird oft auch Bayerns CSU-Chef und Ministerpräsident Markus Söder genannt.
  • Der erfinde sich gerade selber neu und krempelt seine Partei drastisch um – mit Schwerpunkten auf Klimaschutz und Frauenquote.
  • Für ihn gebe es in Bayern zwar Ersatz, aber im Bund wenig zu gewinnen, kommentiert Daniela Vates.
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Berlin. Eines ist sicher: Markus Söder wird nicht der nächste Bundeskanzler. Der CSU-Chef kokettiert mit einer Kandidatur, indem er erklärt, er habe seinen Traumjob gefunden, auch wenn gerade keiner gefragt hat. Und wenn einer fragt, weicht er gerne aus, lässt also Raum für Spekulationen.

Das hilft dem Ego und auch der eigenen Machtfestigung: Wenn der eigene Chef für kanzlerabel gehalten wird, schnurrt eine Partei, nicht nur die CSU.

Für Söder aber kommt die nächste Bundestagswahl zu früh. In der CSU wäre sein Abgang zwar leicht zu lösen: Der konziliante Europaspitzenkandidat Manfred Weber ließe sich sicher in die Pflicht nehmen.

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Ein kleiner König mit viel Geld

Aber Söder ist gerade mal ein Jahr Ministerpräsident, ein kleiner König mit gut gefüllter Finanzschatulle. Warum sollte er das eintauschen für einen vergleichsweise ungemütlichen Job im Bund?

Es ist ja auch gar nicht sicher, ob er den bekommen würde. Zweimal hat es bisher CSU-Kanzlerkandidaten gegeben, beide sind gescheitert.

Auch wenn Söder sich nun als Erfinder des Kompromisses inszeniert – es wird dauern, bis er sein Image als karriereorientierer Fiesling los ist und damit bundesweit ansatzweise Chancen auf Erfolg hätte.

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Söder erfindet sich also neu und seine Partei gleich mit: Die Frauenquote ist plötzlich allerdringendste Chefsache, zumindest solange keine Chefin werden will.

Beste Angela-Merkel-Manier

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Und Söder hat den Klimaschutz ganz oben auf die Agenda gesetzt, nicht früher, aber im Ergebnis schneller als die Schwesterpartei CDU. Die Grünen sind erfolgreich, daran will Söder teilhaben, also übernimmt er ihre Themen, in bester Angela-Merkel-Manier.

Eine Weile lang hat sich die CSU auch als Kopie der AfD versucht. Söder gehörte zu denen, die sich in sprachlicher Brutalität verloren und damit dazu beitrugen, Aggressivität und Ausgrenzung politisch salonfähig zu machen.

Es ist ihm anzurechnen, dass er diesen Weg verlassen hat, statt weiter nach einer konservativen Revolution zu suchen. Wie verlässlich er dabei ist, ist allerdings unklar.

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