Vor Aussage zu Ukraine-Affäre: Trump-Berater tritt zurück

  • Präsident Trump will eine Befragung seiner Mitarbeiter zur Ukraine-Affäre verhindern.
  • Kurz vor der Aussage tritt einer seiner Berater zurück.
  • Für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren könnte dessen Aussage von großer Bedeutung sein.
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Washington. Kurz vor seiner Aussage im Kongress im Rahmen der Untersuchung zu einem möglichen Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump ist ein Berater des US-Sicherheitsrats zurückgetreten. Tim Morrison habe "entschieden, andere Möglichkeiten zu verfolgen", hieß es am Mittwoch aus ranghohen Regierungskreisen. Morrison sollte am (heutigen) Donnerstag im von den Demokraten dominierten Repräsentantenhaus aussagen.

Der Republikaner verdankte seinen Job im Nationalen Sicherheitsrat Trump. Seine Aussage könnte für ein mögliches Amtsenthebungsverfahren von großer Bedeutung sein. Der schlanke, groß gewachsene Mann mit der durchdringenden Stimme soll voraussichtlich zu einem unguten Gefühl befragt werden, das er gehabt haben soll, als Trump den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Telefongespräch im Juli aufrief, gegen den früheren US-Vizepräsidenten Joe Biden und wegen einer Einmischung in den Wahlkampf 2016 zu ermitteln.

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JOE BIDEN: Der demokratische Präsidentschaftsbewerber sieht Amerika in einem "Kampf um die Seele dieser Nation" und will Trump deswegen bei der US-Wahl 2020 herausfordern. Umfragen sehen im ehemaligen Senator und Vizepräsidenten den derzeit aussichtsreichsten Gegner Trumps, auch wenn der 76-Jährige bei Auftritten zuletzt immer wieder schwächelte. Trump bezeichnet ihn als "Sleepy Joe" - als "schläfrigen Joe". Unter Trumps Vorgänger Barack Obama war Biden von 2009 bis 2017 Vizepräsident.  @ Quelle: imago images / ZUMA Press
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Morrison wollte Regierung schon länger verlassen

Morrison war eine zentrale Figur in anderen Aussagen zu der Entscheidung von Trump, Militärhilfe für die Ukraine zurückzuhalten. Er habe schon seit "einiger Zeit" darüber nachgedacht, die Regierung zu verlassen, hieß es aus Regierungskreisen.

Morrison wurde von dem ehemaligen Sicherheitsberater John Bolton für Themen wie schärfere Waffenkontrollen an Bord geholt. Später wurde er Trumps Topberater für Russland- und Europaangelegenheiten im Nationalen Sicherheitsrat. Dadurch kam Morrison mit Rudy Giuliani in Kontakt, dem persönlichen Anwalt Trumps.

Giuliani war bei den Bitten um Ermittlungen gegen Biden in der Ukraine federführend. Er hatte mit politischen Führern der Ukraine abseits der üblichen diplomatischen Kommunikationskanäle Kontakt gehabt. Die Ukraine-Affäre und die Frage der Einflussnahme Trumps stehen im Zentrum des möglichen Amtsenthebungsverfahrens.

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Taylors Aussage widerspricht Trumps wiederholter Leugnung

In einer Aussage des früheren Geschäftsträgers der US-Botschaft in der Ukraine tauchte Morrisons Name mindestens ein Dutzend Mal auf. William Taylor sagte aus, Trump habe Militärhilfen zurückgehalten, damit der ukrainische Präsident Selenskyj öffentlich erkläre, gegen die Bidens zu ermitteln. Taylors Aussage widerspricht Trumps wiederholter Leugnung einer Leistung gegen Gegenleistung, eines sogenannte quid pro quos.

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So funktioniert das Impeachment-Verfahren
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Die Demokraten im US-Kongress haben ein formelles Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump eingeleitet.  © RND

Im August hatte ein Whistleblower bekannt gegeben, mehrere US-Beamte hätten gesagt, Trump nutze sein Amt, um die Einmischung eines anderen Landes in die US-Wahl 2020 zu erbitten. Morrisons Aussage wird die erste eines politisch ernannten Mitarbeiters des Weißen Hauses vor den Ermittlern des möglichen Impeachmentverfahrens sein. Trump verurteilte die Untersuchung, er wies seine Mitarbeiter an, nicht auszusagen.

RND/AP

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