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Vor allem Senioren haben die Europawahl in Deutschland entschieden

  • Die Europawahl wurde in Deutschland vor allem von den über 60-Jährigen entschieden.
  • Das geht aus einer Statistik des Bundeswahlleiters hervor, die am Mittwoch vorgestellt wurde.
  • Eine Erhebung des Europäischen Parlaments zeigt außerdem, dass der Klimawandel für die Deutschen das wichtigste Thema der Europawahl war.
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Berlin. Obwohl die Wahlbeteiligung bei den jungen Menschen am stärksten gestiegen ist, haben vor allem die über 60-Jährigen die Europawahl in Deutschland entschieden. "Der Einfluss der älteren Generationen ist gestiegen", sagte Bundeswahlleiter Georg Thiel am Mittwoch bei der Vorstellung seiner repräsentativen Wahlstatistik in Berlin. Das führte Thiel, zugleich auch Präsident des Statistischen Bundesamtes, auf einen Doppeleffekt aus einer besonders hohen Wahlbeteiligung bei den älteren Generationen und der demografischen Entwicklung zurück.

Mehr als ein Drittel der Wahlberechtigten über 60

So war mit 23,3 Millionen Menschen mehr als ein Drittel (37,9 Prozent) der Wahlberechtigten 60 oder älter. Weniger als jeder siebte (14 Prozent) der zur Wahl aufgerufenen Menschen war hingegen unter 30. Auch die Wahlbeteiligung war bei den Älteren deutlich höher als bei den Jüngeren. In der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen war sie mit 66,4 Prozent am höchsten. Auch bei den über 70-Jährigen war sie mit 64,1 Prozent überdurchschnittlich hoch. Profitiert von der hohen Beteiligung der Alten haben demnach vor allem Union und SPD.

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Die geringste Wahlbeteiligung stellte Thiel mit 54 Prozent hingegen in der Gruppe der 25- bis 29-Jährigen fest, auch bei der Gruppe der bis 24-Jährigen war sie mit 57 Prozent deutlich unterdurchschnittlich. Insgesamt stieg die Wahlbeteiligung auf 61,4 Prozent und lag damit so hoch wie seit 1989 nicht mehr. Trotz der geringen Beteiligung der jüngeren Wähler stieg die Wahlbeteiligung am stärksten bei den 21-24-Jährigen, dort lag der Anstieg bei 21,4 Prozent.

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Klimawandel war das wichtigste Wahlmotiv

Für die meisten Deutschen waren der Kampf gegen den Klimawandel und der Umweltschutz das Hauptmotiv bei der Europawahl. Für 51 Prozent sei es das Hauptthema gewesen, teilte der Leiter des Barometers "Public Opinion Monitoring Unit" vom Europäischen Parlament, Philipp Schulmeister, ebenfalls am Mittwoch in Berlin mit. Der Bereich Wirtschaft und Wachstum - das Hauptthema in den meisten europäischen Staaten - war nur für 36 Prozent der Deutschen der Hauptgrund, zur Wahl zu gehen.

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Der Umfrage zufolge zeigt sich aber ein Ost-West-Unterschied: Während für 55 Prozent der Westdeutschen der Klimawandel ein Hauptmotiv für die Europawahl war, war das nur für 37 Prozent der Ostdeutschen der Fall. Im Osten empfand die Mehrheit der Wähler (58 Prozent) Einwanderung als wichtigstes Thema (West: 35 Prozent). Für das Eurobarometer wurden den Angaben zufolge im Juni mehr als 27.000 Menschen in allen EU-Mitgliedstaaten befragt.

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Grüne punkten bei den Frauen, die AfD bei Männern

Die Statistik des Bundeswahlleiters zeigt außerdem, dass bei der Europawahl die Grünen vor allem in Städten und bei Frauen punkten konnten. Die CDU wird eher in ländlichen Gebieten gewählt. Bei den anderen Parteien zeigen sich die Stadt-Land-Unterschiede nicht stark. Unterschiede in den Präferenzen der Geschlechter zeigen sich außer bei den eher bei Frauen beliebten Grünen signifikant noch bei der AfD. Sie wird doppelt so häufig von Männern gewählt.

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RND/dpa/epd