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Vor Abstimmung: Republikaner vergleicht Impeachment mit Prozess gegen Jesus

  • Im Impeachment-Verfahren gegen US-Präsident Donald Trump schreckt Republikaner Barry Loudermilk nicht vor großen Vergleich zurück.
  • Jesus habe vor seiner Kreuzigung mehr Rechte gehabt als Trump jetzt.
  • Der wiederum erinnert in einem wütenden Brief an die Hexenprozesse.
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Washington. In der Debatte um das geplante Amtsenthebungsverfahren gegen US-Präsident Donald Trump hat der republikanische Kongressabgeordnete Barry Loudermilk einen Vergleich mit Jesus Christus bemüht. Loudermilk kritisierte am Mittwoch vor einem Votum über ein Amtsenthebungsverfahren im Repräsentantenhaus, dass die Demokraten Trump bei den Ermittlungen für das von ihnen angestrebte Impeachment Grundrechte verwehrt hätten.

Loudermilk sagte an die Adresse seiner Kollegen: "Bevor Sie heute - eine Woche vor Weihnachten - diese historische Abstimmung vornehmen, möchte ich, dass Sie das beachten: Als Jesus fälschlicherweise des Verrats beschuldigt wurde, gab Pontius Pilatus Jesus die Gelegenheit, sich seinen Anklägern zu stellen. Während dieses Scheinprozesses gewährte Pontius Pilatus Jesus mehr Rechte, als Demokraten diesem Präsidenten in diesem Prozess gewährt haben."

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Pontius Pilatus war der römische Statthalter von Judäa. Er saß der Überlieferung zufolge dem Verfahren gegen den Wanderprediger Jesus von Nazareth vor und ordnete an, ihn als gefährlichen Aufrührer und politischen Unruhestifter kreuzigen zu lassen.

Auch Trump hatte am Dienstag in einem Schreiben kritisiert, ihm seien bei den Vorbereitungen der Demokraten für ein Amtsenthebungsverfahren Grundrechte verwehrt worden - etwa die Möglichkeit, Zeugen bei den Anhörungen im Repräsentantenhaus verhören zu lassen. "Den Beschuldigten bei den Hexenprozessen von Salem wurde ein faireres Verfahren gewährt." In der Stadt Salem im US-Staat Massachusetts hatten 1692 Prozesse begonnen, bei denen zahlreiche Menschen der Hexerei beschuldigt wurden. Sie kosteten 25 Menschen das Leben.

Entscheidung über Impeachment am Abend

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Sechs Stunden waren offiziell für Demokraten wie Republikaner anberaumt, um über das Impeachment zu diskutieren - am Abend folgte das entscheidende Votum.

Das mit Spannung erwartete Votum fiel dann weitgehend entsprechend der Parteifarben aus: 230 Abgeordnete stimmten für das Impeachment, 197 dagegen und eine Abgeordnete enthielt sich. Damit musste die Ober-Demokratin Pelosi zwar drei Abweichler verkraften. Das sind aber deutlich weniger, als angesichts des Drucks, dem Parlamentarier in strukturkonservativen Bezirken ausgesetzt sind, zu befürchten war. Hingegen gab es bei den Republikanern nicht einen einzigen Abweichler.

Video
So funktioniert das Impeachment-Verfahren
1:49 min
Donald Trump muss sich seinem zweiten Amtsenthebungsverfahren stellen. Trotz seiner Ablösung durch Biden hat der ehemalige Präsident harte Folgen zu befürchten.  © RND

RND/dpa

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