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Vonovia und Deutsche Wohnen fusionieren: Mieten in Berlin sollen jährlich um ein Prozent steigen

  • In einer Pressekonferenz hat sich Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller zu der Fusion der Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen geäußert.
  • Müller betonte, dass es bei Mieten und Wohnen um ein Grundrecht und soziale Gerechtigkeit gehe.
  • Der SPD-Politiker kündigte eine jährliche Mietpreissteigerung um 1 Prozent an.
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Berlin. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat sich in einer Pressekonferenz zu der Fusion der Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen geäußert. Er betonte, dass es bei Mieten und Wohnen um ein Grundrecht und soziale Gerechtigkeit gehe. „Berlin hat in diesem Bereich viel gemacht“, so der SPD-Politiker. Ihm sei wichtig, dass sich Menschen mit normalen Einkommen eine Wohnung in Berlin leisten können, so Müller. Er kündigte eine jährliche Mietpreissteigerung um ein Prozent an.

„Wir brauchen aber auch Partnerschaften“, so Müller. Man müsse auch im Gespräch bleiben, wenn man sich nicht einig sei. Es sei kein Geheimnis, dass es oftmals unterschiedliche Interessen zwischen der Berliner Regierung, Vonovia und Deutsche Wohnen gegeben habe. Nun gehe es darum, gemeinsam nach vorne zu schauen.

Mieten sollen um ein Prozent jährlich steigen

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Müller kündigte in den nächsten Jahren eine jährliche Mietpreissteigerung von ein Prozent an. Dies bestätigte auch Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender der Vonovia. Zudem will die Stadt ihr kommunales Wohnungseigentum erhöhen. Es gäbe einen konkreten Vorschlag, dass Berlin 20.000 Wohnungen übernehmen könne, erklärte Michael Müller. Damit verfüge die Stadt über 400.000 kommunale Wohnungen. „Das bedeutet Einfluss auf den Mietspiegel“, unterstrich der Regierende Bürgermeister. „Wir werden mehr Verantwortung übernehmen und den Berlinerinnen und Berlinern mehr Sicherheit geben.“

„Wir haben etwas erreicht, das viel Hoffnung für die Zukunft gibt“, sagte Michael Zahn, CEO der Deutsche Wohnen in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Rolf Buch, CEO von Vonovia, am Dienstagmorgen. Mit der Übernahme solle die gemeinsame Kraft in eine Richtung gelenkt werden. Vonovia und Deutsche Wohnen seien zwei innovative, leidenschaftliche und selbstbewusste Unternehmen, die nun ein großes Unternehmen mit einer Perspektive schaffen, die sich nicht nur auf Deutschland beschränkt.

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Vonovia: Übernahme von Deutsche Wohnen gescheitert
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Deutschlands größter Wohnungskonzern Vonovia hat die Übernahme des größten Rivalen Deutsche Wohnen endgültig für gescheitert erklärt.  © Reuters

Keine betriebsbedingten Kündigungen bis 2023

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Michael Zahn sagte, dass aus Sicht der Shareholder ein faires Angebot vorgelegt worden sei. Die Deutsche Wohnen unterstützt damit das Angebot der Vonovia. Der „Deutsche Wohnen“-CEO machte zudem deutlich, dass bis Ende 2023 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet werden solle: „Das soll uns die Zeit und Kraft geben, ein gemeinsames Unternehmen zu schaffen.“

Der Zusammenschluss solle mit einem klaren Signal an die Gesellschaft begonnen werden, so Zahn weiter. „Wir wollen unseren Mietern Sicherheit und Kontinuität geben“, sagte „Deutsche Wohnen“-CEO Michael Zahn. Kein Mieter solle Schaden nehmen. Stattdessen sollen vor allem in Berlin neue Wohnungen gebaut und energetische Sanierungen vorgenommen werden: „Mit uns ist zu rechnen“, betonte Michael Zahn.

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Rolf Buch, Vorstandsvorsitzender des Vonovia-Vorstands, sprach von einer harmonischen Zusammenarbeit. „Wir haben uns in den letzten Jahren bereits angenähert und haben oft die gleichen Antworten“, so Buch. In Zeiten von hohen Mieten sieht Rolf Buch das neue Unternehmen in der Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, Sicherheit für Mieter zu schaffen. Es solle zudem ein Neuanfang in der Kommunikation mit den großen Städten – auch in Berlin – gemacht werden.

Vonovia hatte am Montagabend die Absicht bekannt gegeben, ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot im Gesamtwert von 53,03 Euro je Deutsche-Wohnen-Aktie abzugeben. Das entspreche einer Prämie von 17,9 Prozent auf den Schlusskurs der Deutsche Wohnen vom Freitag und von 25 Prozent auf den volumengewichteten Dreimonatsdurchschnittskurs.

Beide Unternehmen unterzeichneten der Mitteilung zufolge eine Grundsatzvereinbarung über den Zusammenschluss.

Europas größter Wohnimmobilienkonzern

Durch den Zusammenschluss entsteht den Angaben zufolge Europas größter Wohnimmobilienkonzern mit einer gemeinsamen Marktkapitalisierung von voraussichtlich rund 45 Milliarden Euro. Das künftige Unternehmen soll dann den Namen Vonovia SE führen, wie mitgeteilt wurde. Der Sitz soll in Bochum bleiben, das Unternehmen aber aus Bochum und Berlin geführt werden. Dabei ist Vonovia trotz eines Kursrutsches von 13 Prozent seit Jahresbeginn fast doppelt so viel wert wie Deutsche Wohnen, die um 3 Prozent zulegen konnte.

Die beiden größten deutschen Vermieter bringen es zusammen auf mehr als 500.000 Wohnungen. Der gemeinsame Immobilienportfoliowert wurde auf knapp 90 Milliarden Euro beziffert.

RND/ag/dpa

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