Von weißer Pracht und digitalem Frust

  • Deutschland bleibt daheim. Der Wintereinbruch (und nicht die Corona-Krise) macht es möglich.
  • Bei jedem Wetter schon länger daheim: Deutschlands Schüler. Digitale Bildung steckt hierzulande immer noch in den Kinderschuhen.
  • Das muss sich ändern. Nur wie? Eine Vision von der Schule im Jahr 2040.
|
Anzeige
Anzeige

Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, diejenigen unter Ihnen, die gestern vom starken Wintereinbruch betroffen waren, sind gut durch den Sonntag gekommen. Für den Start in die neue Woche gilt: Achtung, das Chaos ist noch nicht vorbei. Die Zahl der Unfälle dürfte heute deutlich steigen, wenn die Menschen wieder zur Arbeit fahren. Am besten bleiben Sie also noch mal zu Hause. Sofern das mit Ihrem Job vereinbar ist. Denn das hat die Corona-Krise gezeigt: Auf einen Tag mehr oder weniger im Homeoffice kommt es nun wirklich nicht an.

Ist der Wintereinbruch vielleicht sogar das beste Beispiel, wie es in der Krise gehen kann? Immerhin schaffte Tief „Tristan“ mit seinen weißen Massen im Gepäck, was der Politik nicht zu gelingen vermag: Deutschland bleibt zu Hause. Gleichzeitig ist der aktuelle Wintereinbruch Ausdruck einer ganz andere Krise, die fast schon vergessen schien: der Klimakrise. Nicht etwa, weil es so etwas früher nicht gegeben hätte, sondern weil die Frequenz der extremen Wettererscheinungen mehr und mehr zunimmt. Dieser These geht Berlin-Korrespondent Andreas Niesmann in seinem Kommentar nach und stellt fest: Nicht nur hilft die eine Krise kurzzeitig in der anderen – beide haben auch eine zentrale Gemeinsamkeit. Sie fordern von uns vor allem eines: den Verzicht.

Anzeige
Der Tag Wissen, was der Tag bringt: Erhalten Sie jeden Morgen um 7 Uhr das Nachrichten-Briefing vom RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Wie sieht die Zukunft der Schulen in Deutschland aus?

An das Zuhausebleiben längst gewöhnt haben dürften sich die Millionen Pennäler in Deutschland. Ihre Schule haben die meisten von ihnen schon lange nicht mehr von innen gesehen. Die zuletzt deutlich fallenden Corona-Zahlen machen zumindest Hoffnung, dass eine Rückkehr in einen (Teil-)Schulalltag bald wieder möglich ist.

Ein Alltag, der immer noch weit von dem entfernt ist, wie digitale Bildung in Deutschland in Zukunft auszusehen hat. Die Corona-Krise ist ein Stresstest für Eltern, Schüler und Lehrer – für das ganze Schulsystem. Ist sie auch eine Chance? Wie wird in Deutschlands Schulen gelernt, wenn es jetzt mit der Digitalisierung endlich wirklich vorangehen sollte? Es muss sich vieles ändern, auch jenseits der Frage, ob alle Tablets haben und das Internet funktioniert. Berlin-Korrespondent Tobias Peter zeichnet eine Vision.

Anzeige

Wie wird Schule im Jahr 2040 sein? Virtuelle Klassenräume, keine schweren Schulranzen, kein Schüler wird mehr außen vor gelassen? Alles nur Science-Fiction?

Forscherinnen und Forscher, Bildungs­gewerkschaften und Eltern sind sich jedenfalls einig: Auch in den Schulen muss eine digitale Infrastruktur, wie sie in jedem halbwegs gut funktionierenden Großunternehmen vorhanden ist, so schnell wie möglich selbstverständlich sein.

Anzeige

Zitat des Tages

Ich halte die Reisen von Fußballspielern für unangemessen.

SPD-Politikerin Dagmar Freitag ist in der derzeitigen Pandemiesituation gegen die Austragung von Spielen der Champions League.

Leseempfehlungen

Menschen mit chronischen Depressionen lernen über Jahre in Therapien, was ihnen guttut. Der Lockdown macht viele dieser Hilfsmittel unmöglich. RND-Mitarbeiterin Miriam Keilbach ist depressiv – und erzählt eindrucksvoll von den Herausforderungen für psychisch Kranke in der Corona-Pandemie.

­Plötzlich ohne Gelegenheitsjob und ohne Geld: Backpacker weltweit gerieten in der Corona-Pandemie in Not. Das wollte sich ein Paar in Australien nicht länger mitanschauen und gründete die Bewegung „Adopt a Backpacker“. Den Kolleginnen vom Reisereporter haben Nikki de Weerd (25) und Miguel Fuentes (35) erzählt, warum es ein solches Netzwerk aus ihrer Sicht braucht.

Aus unserem Netzwerk

Anzeige

Vom angekündigten Schnee blieb die Lübecker Bucht an der Ostsee weitgehend verschont. Von Eiseskälte aber nicht. Und das ist durchaus wörtlich gemeint. Sturmböen peitschten an Land und ließen das Wasser schlagartig vereisen. Das sorgte für bizarre Skulpturen in Häfen und an Molen, wie ein Bericht der „Lübecker Nachrichten“ zeigt.

Termine des Tages

Mehrere Nachbarländer Deutschlands lockern ihre Corona-Bestimmungen. So sollen in Dänemark und der Slowakei zumindest jüngere Kinder wieder zur Schule gehen. Und in Österreich öffnen zahlreiche Geschäfte wieder für Kunden.

Auch in Deutschland laufen die Diskussionen um mögliche Lockerungen vor der geplanten Minister­präsidenten­konferenz am Mittwoch. Am Mittag stellt Bundesbildungs­ministerin Anja Karliczek (CDU) Empfehlungen vor, wie auch Deutschland zu einem geregelten Schulbetrieb in Corona-Zeiten zurückkehren könnte.

Am Abend trifft der FC Bayern München im zweiten Halbfinale der Klub­welt­meister­schaft auf den afrikanischen Champions-League-Sieger Al-Ahly Kairo. Als Gegner im Finale steht der mexikanische Klub UANL Tigres bereits fest.

Wer heute wichtig wird

Anzeige
In Melbourne beginnen an diesem Montag die Australian Open, das erste große Sportereignis des Jahres, das sich über einen längeren Zeitraum zieht und trotz der Corona-Pandemie vor Zuschauern stattfinden wird. Bis zu 30.000 Fans sind täglich erlaubt. Ihr Verhalten und das daraus entstehende Infektionsgeschehen werden von der Welt genau beäugt werden. © Quelle: Hamish Blair/AP/dpa

„Der Tag“ als Podcast

Die News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihr Markus Merz

Abonnieren Sie auch:

What’s up, America? Der wöchentliche USA-Newsletter liefert Hintergründe zu den Entwicklungen in Politik, Gesellschaft und Kultur – immer dienstags.

Die Pandemie und wir: Die wichtigsten Nachrichten der Woche, Erkenntnisse der Wissenschaft und Tipps für das Leben in der Krise – jeden Donnerstag.

Das Stream-Team: Die besten Serien- und Filmtipps für Netflix und Co. – jeden Monat neu.

Mit RND.de, dem mobilen Nachrichtenangebot des Redaktions­Netzwerks Deutschland, dem mehr als 60 regionale Medienhäuser als Partner angehören, halten wir Sie immer auf dem neuesten Stand, geben Orientierung und ordnen komplexe Sachverhalte ein – mit einem Korrespondenten­netzwerk in Deutschland und der Welt sowie Digitalexperten aller Bereiche.

Falls Sie Anregungen oder Kritik haben, melden Sie sich gern direkt bei unserem Chefredakteur Marco Fenske: marco.fenske@rnd.de.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen