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Von Regierung bestellte Schutzmasken werden verzögert ausgeliefert

  • Im Kampf gegen das Coronavirus hat die Bundesregierung Millionen von Schutzmasken bestellt.
  • Nun kommt es einem Bericht zufolge zu erheblichen Verzögerungen bei der Auslieferung.
  • Insgesamt soll es sich um 130 Millionen Schutzmasken handeln.
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Berlin. Bei der Auslieferung von Schutzmasken, die durch die Regierung beschafft wurden, gibt es einem Medienbericht zufolge Verzögerungen. Das Bundesgesundheitsministerium habe auf Anfrage "logistische Probleme" bei der Auslieferung eingeräumt, berichteten NDR, WDR und "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstagabend.

Dem Bericht zufolge begründete das Haus von Minister Jens Spahn (CDU) dies damit, dass in den vergangenen beiden Wochen eine Vielzahl von Lieferungen in den Logistiklagern gleichzeitig eingetroffen seien, so dass es nun zu Verzögerungen in der Auslieferung komme. Die Prüfung der Ware durch den TÜV sei außerdem sehr aufwendig. Etwa 20 Prozent der gelieferten Schutzmasken entsprächen nicht den hohen Normanforderungen. "Mangelhafte Produkte werden nicht abgenommen und nicht bezahlt", zitierten die Medien einen Sprecher des Ministeriums. Erst zehn Prozent der Lieferanten seien bezahlt worden.

Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" liegen bei vom Gesundheitsministerium beauftragten Logistikunternehmen mehr als 130 Millionen medizinische FFP2-Masken. Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, sagte in dem Bericht jedoch, in einigen Kliniken werde das Einmalmaterial während der gesamten Schicht verwendet, zum Teil mehrere Tage hintereinander. "Das ist ein Zeichen dafür, dass noch nicht genug Material vor Ort ist", führte sie aus. "Wenn es wirklich auf den Höfen lagert, irgendwo, dann bitte ausliefern an die Kliniken, an die Praxen, an die Altenheime, damit dann das medizinische Personal diese Schutzkleidung auch nutzen kann."

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BMW produziert Schutzmasken
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Der Autohersteller BMW fertigt nun auch Gesichtsmasken - allerdings nur für die eigenen Mitarbeiter.  © Reuters

Um den Mangel an Schutzmasken und -kitteln in der Corona-Krise einzudämmen, hatte die Bundesregierung ein sogenanntes Open-House-Verfahren gestartet. Dabei kommen Lieferverträge ohne weitere Verhandlungen über den Kaufpreis zustande - der Bund hatte diesen im Voraus festgelegt.

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Gesundheitsminister Spahn berichtete kürzlich von einer positiven Entwicklung bei der Beschaffung der dringend benötigten Masken: "Mittlerweile gelingt es uns aber, so viel zu beschaffen, dass mir die ersten kassenärztlichen Vereinigungen und Länder sagen, "der Hof ist voll, stell die Lieferungen ein"", sagte er der "Zeit".

RND/dpa

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