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Von Islamisten belagert: Blutige Kämpfe um Stadt in Nord-Mosambik

  • Mutmaßliche Islamisten versuchen, die Kontrolle über die Stadt Palma im Norden Mosambiks zu erlangen.
  • In den Kämpfen sind bereits Dutzende Opfer getötet worden - Human Rights Watch berichtet von wahllosen Schüssen auf Menschen und Gebäude.
  • Nach Ansicht einer Sicherheitsexpertin zeugen die Angriffe von einer Neuausrichtung der islamistischen Terrorgruppe in der Region.
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Frankfurt a.M., Maputo. Im Norden Mosambiks wird offiziellen Angaben zufolge weiter um die Kontrolle der Stadt Palma gekämpft, die von mutmaßlichen Islamisten eingenommen wurde. Die Armee versuche, die Stadt zurückzuerobern und eine Rückkehr der Bevölkerung zu ermöglichen, sagte ein Sprecher des Militärs laut der Zeitung „Notícias“ vom Montag. Dutzende Menschen wurden demnach seit dem Überfall durch eine Miliz am Mittwoch getötet und mehrere öffentliche Einrichtungen zerstört.

Seit Mittwoch wüten etwa 100 Rebellen, die einer Gruppierung mit Verbindungen zur Terrormiliz Islamischen Staat (IS) angehören sollen, in dem Ort. Er befindet sich in der gasreichen Provinz Cabo Delgado im Nordosten Mosambiks.:

Menschenrechtler: Leichen in den Straßen

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Terroristen seien in die Stadt eingedrungen und hätten dort mehrere Zivilisten ermordet, erklärte Armee-Sprecher Omar Saranga. Mehrere Menschen hätten Zuflucht in einem Hotel gesucht, sieben von ihnen seien jedoch getötet worden, als das Gebäude angegriffen wurde und die Menschen versuchten, zu entkommen. Hunderte ausländische Staatsbürger wurden den Angaben zufolge evakuiert. In der Region Cabo Delgado sind mehrere internationale Konzerne aktiv, die vor der Küste Gas fördern. Frankreichs Energiekonzern Total hatte etwa 1000 Mitarbeiter von einem benachbarten Ergasprojekt in Sicherheit gebracht.

Human Rights Watch hatte die Regierung am Freitag aufgerufen, dringend Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung zu schützen. Augenzeugen berichteten der Menschenrechtsorganisation, die Angreifer würden wahllos auf Menschen und Gebäude schießen, und in den Straßen von Palma lägen Leichen.

Expertin sieht Neuausrichtung von Islamisten

Die tagelangen, blutigen Kämpfe in der mosambikanischen Küstenstadt Palma zeugen nach Ansicht der Sicherheitsexpertin Jasmine Opperman von einer Neuausrichtung der islamistischen Terrorgruppe. Eine Trendwende in den drei Jahre währenden blutigen Aktivitäten der Gruppierung sei erkennbar. „Wir können klar erkennen, dass sich Taktik und Planung der Gruppe deutlich verbessert haben“, sagte die Afrika-Direktorin des Konsortiums für Terrorismusforschung und -analyse (TRAC) in Johannesburg am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Bewaffnung der Terroristen sei beeindruckend gewesen.

Seit Oktober 2017 greifen islamistische Kämpfer, die von der Bevölkerung Al-Shabaab genannt werden und sich dem sogenannten Islamischen Staat (IS) zugehörig fühlen, staatliche Einrichtungen und Siedlungen in Cabo Delgado an. Nach UN-Schätzungen wurden in dem Konflikt seither mehr als 2.000 Menschen getötet, rund 670.000 sind vor der Gewalt geflüchtet. Neben aufständischen Islamisten seien auch die Armee und Söldner für Kriegsverbrechen verantwortlich, erklärte Amnesty International Anfang März.

RND/dpa/epd

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