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Von der Leyen am Ziel: Europaparlament wählt ihre EU-Kommission

  • Ursula von der Leyen hat es nach mehreren Monaten geschafft.
  • Das Europäische Parlament hat ihre Kommission gewählt.
  • Die deutsche Kommissionspräsidentin und ihr Team können am 1. Dezember ihre Arbeit aufnehmen.
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Straßburg. Ursula von der Leyen ist am Ziel: Das Europäische Parlament in Straßburg hat die Kommission der neuen Präsidentin am Mittwochvormittag bestätigt. Damit kann die Kommission am 1. Dezember starten, also nächsten Sonntag. Von der Leyen selbst war bereits im Juli gewählt worden.

Das Europaparlament bestätigte von der Leyens Team mit 26 Kommissaren am Mittwoch in Straßburg. 461 Abgeordnete stimmten dafür, 157 dagegen, 89 enthielten sich. Erstmals seit mehr als 50 Jahren stellt nun Deutschland wieder die Spitze der mächtigen Brüsseler Exekutive – und erstmals überhaupt übernimmt eine Frau den EU-Chefposten.

Die 61 Jahre alte Christdemokratin tritt die Nachfolge des Luxemburgers Jean-Claude Juncker an – er war auf Twitter unmittelbar nach der Abstimmung einer der ersten, der gratulierte.

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Von der Leyen hatte in einer Rede vor den Abgeordneten am Vormittag für die nächsten fünf Jahre einen umfassenden Wandel in Europa angekündigt, der die gesamte Gesellschaft und Wirtschaft berühren werde. “Wir tun das, weil es das Richtige ist, nicht weil es einfach sein wird”, sagte die CDU-Politikerin. Und sie betonte die Botschaft: “Lasst uns an die Arbeit gehen.”

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Von der Leyen kann starten: Grünes Licht für neue EU-Kommission
0:35 min
Das EU-Parlament hat grünes Licht für die neue EU-Kommission gegeben, damit kann die neue Kommission am 1. Dezember an den Start gehen.  © AFP
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Von der Leyen warb erneut für ihre wichtigsten Ziele, darunter eine neue, stärkere Rolle Europas in der Welt, ein ehrgeiziger Klimaschutz im Rahmen eines “Green Deals” und eine Digitalisierung der europäischen Wirtschaft mit klaren Standards und Regeln. Sie bekräftigte ihre Ankündigung eines Konzepts für Asyl und Migration. Die Menschen erwarteten, dass Europa eine gemeinsame Lösung für diese Herausforderung finde. Großbritannien sagte sie trotz des für Ende Januar geplanten Brexits eine enge Partnerschaft zu.

Persönlich wurde von der Leyen in ihrer Kampfansage an den Krebs. “Als ich als Mädchen in Brüssel lebte, starb meine kleine Schwester im Alter von elf Jahren an Krebs”, sagte die 61-Jährige und kündigte an: “Europa wird im Kampf gegen Krebs die Führung übernehmen.”

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Die neue Chefin hatte eigentlich versprochen, dass erstmals genauso viele Frauen wie Männer in der Kommission vertreten sein sollen. Doch wurden zwei ihrer designierten Kommissarinnen und ein Kommissar während des Nominierungsverfahrens vom Parlament gestoppt. Als Ersatz kamen zwei Männer und eine Frau. Ihr neues Team besteht nun aus zwölf Frauen und 15 Männern.

Die drei größten Parteienfamilien im Parlament - die christdemokratische Europäische Volkspartei, die sozialdemokratische S+D und die liberale Renew - sind alle mit Kommissaren in der neuen Führung vertreten und hatten vorab Unterstützung signalisiert. Damit war eine komfortable Mehrheit der 751 Abgeordneten absehbar. Die Grünen hatten Enthaltung angekündigt, die Linke Ablehnung.

Zum Vergleich: Von der Leyens Vorgänger Juncker hatte im Oktober 2014 bei der Abstimmung über sein Kollegium mit 27 Kommissaren 423 Ja-Stimmen erhalten, 209 Abgeordnete stimmten damals gegen das Personalpaket, 67 enthielten sich. Vier Jahre zuvor hatte der konservative Portugiese José Manuel Barroso für seine Kommissionsmannschaft 488 Stimmen, 137 Gegenstimmen und 72 Enthaltungen bekommen.

Aufgabe der EU-Kommission ist es, Gesetze vorzuschlagen und die Einhaltung des gemeinsamen europäischen Rechts zu überwachen. Das Kollegium der Kommissare ist ähnlich organisiert wie eine Regierung mit unterschiedlichen Ressorts. Jedes EU-Land soll mit einem Kommissar vertreten sein. Wegen des bevorstehenden Brexits hat Großbritannien keinen Vertreter mehr nominiert und sich damit ein EU-Strafverfahren eingehandelt.

RND/ani/dpa

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