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Vom Anzugträger bis zum Partygänger: Akteure im neuen Klimabündnis

  • Die Klimabewegung begann mit Schülern, die zur Unterrichtszeit streikten.
  • Inzwischen hat sich ein breites Bündnis gebildet, zu dem zum Beispiel auch Unternehmer gehören.
  • Vier Beispiele aus Berlin, die die Ausdifferenzierung deutlich machen.
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Berlin. Millionen Menschen wollen weltweit am heutigen Freitag für den Klimaschutz demonstrieren. In über 150 Ländern soll es Proteste geben. Allein in Deutschland werden Hunderttausende zum dritten globalen Klimastreik erwartet. Anlass ist der bevorstehende Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York. Die Organisatoren der deutschen Proteste wollen zudem ein Signal an das Klimakabinett in Berlin senden, das an diesem Freitag sein Maßnahmenpaket vorstellen will.

Nicht nur die jugendlichen Aktivisten von „Fridays for Future“ rufen zu den Protesten auf. Sie bekommen erstmals offiziell Unterstützung von über 200 Organisationen, Initiativen und weiteren Akteuren. Das Spektrum reicht von klassischen Umweltschutzorganisationen über Menschenrechtsorganisationen, Kirchen, Forschungseinrichtungen, Gewerkschaften bis hin zu Banken und Unternehmen. Das Spektrum der Akteure ist bunt. Hier vier Beispiele aus Berlin:

Reclaim Club Culture (RCC)

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Wer sie sind?

Sie sind definitiv die bunteste Fraktion: das Bündnis RCC. Über 90 Clubs, Kollektive, Partycrews und Kulturgruppen haben sich in dem Bündnis zusammengeschlossen, um mit bunten, lauten und tanzlastigen Aktionen den Klimastreik zu unterstützen. Boote auf der Spree, laute Musik und Tanzeinlagen sind ihnen zuzusprechen.

Was fordern sie?

Sie bringen einen systemkritischen Diskurs mit in den Klimastreik. Ihnen zufolge führe die Diskussion zu mehr Nachhaltigkeit und Green Economy in die Irre und lenke vom echten Problem ab: die totale Ausplünderung der Welt durch den Kapitalismus. Um die „zerstörerische Wirkung des globalen Wirtschaftssystems“ aufzuhalten und den Planeten zu retten, müsse die Wirtschaftsweise nachhaltig stillgelegt werden.

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Mehr zum Thema: Vor global größtem Klimastreik: Aktivisten erhöhen Druck auf Klimakabinett

Agrarwendeblock

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Wer sie sind?

Ökobauern unterstützen: Das fordert das Bündnis Agrarwendeblock. Mit ihren Forderungen treten sie ein für Landwirte und sprechen sich gegen Artensterben, Klimakrise, den Verlust von fruchtbaren Böden und das Höfesterben aus. „Es mag sein, dass man den Klimawandel nicht auf unseren Tellern spürt, aber besonders bei den ärmsten der Welt.“ Schuld sei die Agrarindustrie des Nordens, die den Klimawandel befeuere.

Was fordern sie?

Sie fordern eine Agrarpolitik, die der klimapolitischen und ökologischen Notlage gerecht wird. Die Politik müsse Bauern unterstützen, die klima-, umwelt- und tiergerecht produzieren. „Klimaschutz geht nur mit der Agrarwende. Deshalb kämpfen wir für das Klima“, sagt Saskia Richartz.

Entrepreneurs for Future

Wer sie sind?

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Für die Wirtschaft stellt sich das Bündnis Entrepreneurs for Future hinter die FFF-Bewegung. In dem Bündnis sammeln sich Unternehmer, die heute schon den Klimaschutz unterstützen oder sich dafür einsetzen, dass die Wirtschaft mit innovativen Produkten, Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodellen einen schnelleren Klimaschutz voranbringt. Laut Bündnissprecher Waldemar Zeiler würden zum Beispiel rund 1100 Mitarbeiter von Idealo an dem Klimastreik teilnehmen. Mitarbeiter von etwa 60 der 3224 Firmen, die die Bewegung unterstützen, nehmen deutschlandweit an den Klimastreiks teil.

Was fordern sie?

Sie fordern eine klare CO₂-Steuer sowie eine Mobilitäts- und Investitionswende. „Die Ausrede, Klimaschutz kann der Wirtschaft nicht angetan werden: Das stimmt einfach nicht“, sagt Waldemar Zeiler.

Ungehorsam für Alle

Wer sind sie?

Das Aktionsbündnis, das offen zu zivilem Gehorsam und Verkehrsblockaden aufruft, ist ein Verbund verschiedener Aktivisten der Klimabewegung. Dazu gehören unter anderen die Seebrücke, die sich gegen die europäische Abschottungspolitik richtet, die Linksjugend Solid, die Grüne Jugend sowie die interventionistische Linke. Vor allem die international aktive Bewegung Extinction Rebellion - zu Deutsch „Rebellion gegen das Aussterben“ sticht daraus hervor. Sie macht seit Ende 2018 immer wieder mit Protestaktionen auf sich aufmerksam. „Wenn sich nicht radikal etwas ändert, dann ist die Zerstörung unumkehrbar“, sagt Hannah Eberl, Sprecherin des Bündnisses.

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Was fordern sie?

Das Bündnis möchte mit seinen Aktionen den Alltag durchbrechen und die Dringlichkeit der Krise deutlich machen. Sie will die Regierungen zum Umdenken in ihrer Klimapolitik bringen. Gemeinsam vertreten die Bündnispartner die Auffassung, dass die Geschichte gezeigt habe, dass gesellschaftliche Umwandlungen erst durch zivilen Ungehorsam erzeugt würden.

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