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Völkermord in Ruanda: Macron erkennt Verantwortung Frankreichs an

  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat Ruanda besucht, um die diplomatischen Beziehungen zu verbessern.
  • Dabei erkannte er die Rolle Frankreichs beim Völkermord der Tutsi an.
  • Frankreich müsse sich der Geschichte stellen und das Ausmaß des Leidens anerkennen, so Macron.
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Kigali. Der französische Präsident Emmanuel Macron hat bei einem Besuch im ostafrikanischen Staat Ruanda Frankreichs politische Verantwortung während des Völkermords 1994 anerkannt. Vertreter der Hutu-Mehrheit hatten damals hunderttausende Angehörige der Tutsi-Minderheit und gemäßigte Hutu getötet.

Macron sagte während einer Rede am Genozid-Denkmal in der Hauptstadt Kigali, Frankreich habe eine Pflicht, nämlich „sich der Geschichte zu stellen und das Ausmaß des Leidens anzuerkennen, das es dem ruandischen Volk zugefügt hat“. Paris habe zu lange gewartet, die Wahrheit zu prüfen, so Macron. Die internationale Gemeinschaft habe drei „endlose“ Monate vergehen lassen, bevor sie reagierte.

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Obwohl Frankreich bei internationalen Verhandlungen im August 1993 einen regionalen Konflikt oder Bürgerkrieg verhindern wollte, habe es Warnungen von Beobachtern ignoriert und sich dabei unwillkürlich auf die Seite der Täter gestellt, die Monate später den Völkermord begehen würden, sagte Macron.

Macron hofft auf Neuanfang der Beziehungen mit Ruanda

Macron war am Donnerstagmorgen in Kigali eingetroffen, um eine Normalisierung in den Beziehungen einzuleiten. Die Kontakte zwischen beiden Ländern sind wegen Frankreichs Verhalten beim Völkermord 1994 bis heute getrübt. Macron hatte vor seinem Abflug die Hoffnung auf einen Neuanfang ausgedrückt.

Macron war nach seiner Ankunft von Präsident Paul Kagame empfangen worden. Am Freitag reist Macron nach Südafrika weiter.

Erst vor kurzem war eine Historiker-Kommission zu dem Schluss gekommen, dass beim Völkermord schwere Verantwortung auf Frankreich laste. Paris sei damals angesichts der Vorbereitungen des Genozids blind geblieben, lautete eine Schlussfolgerung. Beweise für eine Mitschuld am Tod von mehr als 800.000 Menschen gebe es aber nicht.

RND/dpa

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