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TV-Debatte der Vizekandidaten: Bidens bester Wahlhelfer heißt immer noch Trump

  • Bei der TV-Debatte der Vizepräsidentschaftskandidaten ging es im Ton zivilisiert zu. Doch die Spielregeln wurden trotzdem nicht eingehalten.
  • Sowohl Mike Pence als auch Kamala Harris konnten punkten, doch einen klaren Sieger gab es nicht.
  • Die Zurückhaltung könnte bei den Demokraten durchaus Kalkül sein, kommentiert Karl Doemens.
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Washington. Nein, viel schlauer sind die Amerikaner auch nach dieser zweiten großen Fernsehdebatte keine vier Wochen vor der Präsidentschaftswahl nicht geworden. Zwar ging es beim Schlagabtausch zwischen Vizepräsident Mike Pence und seiner Gegenkandidatin Kamala Harris deutlich zivilisierter zu als bei der Pöbelei von Donald Trump vor einer Woche. Doch erneut wurden die Fragen der Moderatorin in den seltensten Fällen beantwortet, und Pence teilte sich freihändig seine eigene Redezeit zu.

Das Format des vermeintlichen Fernsehduells ist offensichtlich an seine Grenzen gekommen, wenn zumindest einer der Teilnehmer die Spielregeln einfach ignoriert. Dazu kommt die Masse an Themen, die alle nur kurz angerissen werden. Mehr als ein “er sagt – sie sagt” bleibt da kaum hängen, wenn sich die Moderatoren kritischer Nachfragen komplett enthalten.

Video
TV-Debatte: Harris wirft Trump-Regierung Versagen vor
2:44 min
In der einzigen TV-Debatte der Vize-Kandidaten vor der US-Präsidentenwahl war die Corona-Pandemie ein zentrales Thema.  © Reuters
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Da die Veranstaltung in Corona-Zeiten zudem ein reales Infektionsrisiko für die Teilnehmer birgt, kann man sich ernsthaft fragen, ob es nicht sinnvoller wäre, die Kandidaten in anderer Form und am besten virtuell ins Kreuzverhör zu nehmen.

Zumindest politisch gingen am Mittwoch beide Bewerber unbeschadet vom Platz. Pence ist es gelungen, seiner Existenz als blasser Schattenmann Trumps zu entkommen und sich als dessen besser erzogener Gesinnungsbruder zu verkaufen. Harris hatte einen fehlerfreien Auftritt auf nationaler Bühne und verdeutlichte als Tochter einer indischen Mutter und eines jamaikanischen Vaters eindrücklich den demografischen Wandel der US-Gesellschaft. Auf allzu scharfe Attacken aber verzichtete die redegewandte Ex-Staatsanwältin.

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Trump-Herausforderer Joe Biden liegt in den Umfragen zunehmend deutlich vorne. Ganz offensichtlich wollen die Demokraten keine Wähler durch eine Zuspitzung verprellen. Das Augenmerk soll ganz auf Trump gerichtet bleiben. Mit seinen immer wilderen Twitter-Tiraden ist der Präsident gerade Bidens bester Wahlkampfhelfer.

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