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Kommt bald ein Ende der Corona-Maßnahme?

Virologe Streeck: „Isolationspflicht kann nur noch sehr wenig erreichen“

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

Der Bonner Virologe Hendrik Streeck ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

Wird die Isolationspflicht bei einer Corona-Infektion bald aufgehoben? Darüber sind sich Politik, Verbände sowie Medizinerinnen und Mediziner noch uneins. Der Virologe Hendrick Streeck sieht in einer solchen Regelung wenig Sinn. „Durch eine Isolationspflicht kann man nur noch sehr wenig erreichen“, sagte der Mediziner dem Fernsehsender N-TV am Mittwoch. Aktuell gebe es sowieso eine hohe Dunkelziffer an nicht erfassten oder nicht bekannten Infektionen.

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„Wir sind eben nicht mehr in der Phase des Containments, also nicht mehr in der Phase des Eindämmens von Infektionen“, so Streeck. Demnach müsse man nicht mehr versuchen, jede einzelne Infektion zu erkennen und jede einzelne Infektion zu vermeiden.

„Sondern unser Anspruch muss sein, dass wir vor allem die vulnerablen Gruppen schützen und dort alle Infektionen und schweren Verläufe vermeiden.“ Die beste Lösung hierfür ist laut dem Virologen die vierte Impfung für diese Altersgruppe. Streeck ist Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung.

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FDP-Politiker sprechen sich gegen Isolationspflicht aus

Zuletzt hatten sich mehrere Politiker der FDP für ein Ende der Corona-Isolationspflicht ausgesprochen. Eine Diskussion darüber sei richtig, sagte FDP-Vize Wolfgang Kubicki den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Montag). „Aus meiner Sicht ist es sowohl epidemiologisch als auch aus Gründen der Eigenverantwortung überfällig, den Menschen diese Entscheidung wieder zu überlassen – so, wie es andere europäische Länder schon längst getan haben.“

Ähnlich äußerte sich FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai. Er warnte vor Personalausfällen durch Isolationspflichten. „Wir werden in systemrelevanten Bereichen vor enormen Herausforderungen stehen, wenn wir massenhaft positiv Getestete ohne Symptome in die Isolation schicken“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Montag).

„Wer sich gesund fühlt, geht zur Arbeit“

Am Wochenende hatte sich bereits der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, für eine Aufhebung aller Corona-Isolations- und Quarantänepflichten ausgesprochen. Diese sollten „bis auf Weiteres aufgehoben werden, dadurch würde die Personalnot vielerorts gelindert“, sagte Gassen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag). Wer krank sei, solle zu Hause bleiben. „Wer sich gesund fühlt, geht zur Arbeit.“

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) machte bereits am Wochenende klar, dass er nichts von diesem Vorschlag hält. „Infizierte müssen zu Hause bleiben. Sonst steigen nicht nur die Fallzahlen noch mehr, sondern der Arbeitsplatz selbst wird zum Sicherheitsrisiko“, schrieb er auf Twitter.

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Derzeit gilt für die allgemeine Bevölkerung, dass die vorgeschriebene Isolation für Corona-Infizierte nach fünf Tagen enden kann – mit einem „dringend empfohlenen“ negativen Test zum Abschluss.

RND/alx mit dpa

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