Vertrauter sicher: „Nawalny wird überleben“

  • Der russische Regimekritiker Alexej Nawalny wird in der Charité in Berlin behandelt.
  • Womöglich wurde er vergiftet.
  • Ein enger Vertrauter hat sich nun hoffnungsvoll über seinen Zustand geäußert. Nawalnys Sprecherin dementiert Informationen über den Gesundheitszustand des Kremlkritikers.
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Berlin. Der Filmproduzent Jaka Bizilj geht davon aus, dass der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny den möglichen Giftanschlag überleben wird. Im Politik-Talk "Die richtigen Fragen" auf "Bild live" sagte Bizilj am Sonntagabend: "Aus meiner Sicht ist die entscheidende Frage, ob er das unbeschadet übersteht und seine Rolle weiter einnehmen kann."

Bizilj, der den Transport Nawalnys aus Sibirien nach Berlin zur Behandlung in der Charité organisiert hatte, fügte hinzu: "Wenn er das unbeschadet übersteht, was wir alle hoffen, dann ist er sicherlich trotzdem mindestens ein, zwei Monate aus dem politischen Gefecht weg."

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Maas: Brauchen mehr Fakten im Fall Nawalny
1:05 min
"Für den Fall Nawalny fehlen noch viele Fakten, medizinische, aber auch wahrscheinlich kriminologische.", sagte Maas am Montag in einer Pressekonferenz.  © Reuters
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Sprecherin bestätigt Zustand nicht

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Die Sprecherin des Kremlgegners, Kira Jarmysch, zeigte sich erstaunt über diese Mitteilung. Niemand habe im Moment Zugang zu Informationen über den Zustand Nawalnys - schon gar nicht jemand, der nicht zur Familie gehöre. “Die Familie Alexejs hat niemanden beauftragt, der Presse etwas mitzuteilen über seine Gesundheit”, schrieb sie im Nachrichtenkanal Telegram am frühen Montagmorgen. “Im Moment gibt es keine neuen Einzelheiten zu Alexejs Gesundheit. Wir bitten alle darum, Geduld zu bewahren und nicht auf unwahre Mitteilungen zu reagieren”, meinte sie. Autorisierte Informationen könne es nur von den Ärzten oder von ihr selbst geben, betonte Jarmysch.

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Der 44-Jährige Nawalny, einer der schärften Kritiker von Kremlchef Wladimir Putin, wird seit Samstag in der Berliner Charité behandelt. Er liegt seit Donnerstag im Koma. Er soll nach Angaben seines Umfeld vergiftet worden sein.

Die russischen Ärzte sprachen lediglich von Stoffwechselproblemen. Der Flug zur Behandlung nach Deutschland war eine private Aktion der Initiative Cinema for Peace um Bizilj.

RND/dpa

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