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Verhinderte Vorlesung von de Maizière: Fridays for Future verteidigt Blockade

  • Nach der Blockade einer Vorlesung des ehemaligen Innenministers Thomas de Maizière kritisieren Politiker parteiübergreifend die Aktion linker Demonstranten.
  • Einige linke Politiker zeigen allerdings auch Verständnis.
  • Zu den Verteidigern der Blockade gehört auch die Göttinger Fridays-for-Future-Ortsgruppe.
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Berlin/Göttingen. Nachdem linke Demonstranten eine Lesung von Thomas de Maizière (CDU) in Göttingen verhindert haben, erhält der ehemalige Innenminister weitgehende Unterstützung und Solidarität von Politikern vieler Parteien. Gleichzeitig kritisieren sie die linken Aktivisten, die den Zutritt zum Literaturherbst blockierten.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verurteilte die Aktion der Demonstranten klar. „Thomas de Maizière hat unserem Land und seiner freiheitlichen Verfassung viele Jahrzehnte lang gedient. Die Blockade seiner Vorlesung in Göttingen durch die Antifaschistische Linke ist eine unerhörte Missachtung von Recht und Person, die wir nicht hinnehmen dürfen!“, schreibt Altmaier auf Twitter.

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Auch Vertreter der Opposition äußern sich kritisch über die Blockade. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Konstantin Kuhle – selbst aus Göttingen – unterstellt den Aktivisten „ein trauriges und armseliges Verständnis von Meinungsfreiheit“.

Klare Ablehnung der Aktion kommt auch vom stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Konstantin von Notz. Er sieht in der Blockade einen Ausdruck von Intoleranz. „Toleranz ist nicht, wenn man es nur erträgt, wenn Leute das sagen, was man selbst findet“, schreibt er auf Twitter.

Grünen-Politiker und Fridays for Future verteidigen Blockade

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Andere Grüne wiederum zeigen Verständnis für die Protestler. Jürgen Kasek war bis 2018 Vorstandssprecher der Grünen in Sachsen. Er macht auf den vermeintlichen Anlass der Demo aufmerksam. Schließlich hätten die Göttinger Demonstranten friedlich gegen deutsche Waffenlieferungen in die Türkei protestiert. Dass dies als linksextrem beschrieben werde, während bei Pegida „Menschen der Tod gewünscht“ würde, sei seiner Ansicht nach „konservatives Demokratieverständnis in der Endstufe“.

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Unter den Demonstranten in Göttingen waren auch Mitglieder von Fridays for Future. Das belegen Fotos von der Blockade. Die Göttinger Ortsgruppe unterstellt de Maizière eine Verantwortung für „rassistische Politik“. Als Innenminister hätte er für eine „Abschottung Europas“ und „rassistische Abschiebungen“ gesorgt, heißt es auf dem Twitter-Account von Fridays for Future Göttingen. Auf eine Nachfrage eines anderen Users, ob de Maizière nun auch ein „Nazi“ sei, antwortete die Göttinger Gruppe: „Was de Maizière ist, muss er selbst wissen.“

Weiter twittert die Gruppe über de Maizière.

Und schließlich verteidigt sie die Aktion in Göttingen.

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Der frühere Innenminister sollte am Montag beim Göttinger Literaturherbst aus seinem Buch „Regieren“ vorlesen und anschließend mit den Zuhörern diskutieren. Knapp 100 Demonstranten hinderten ihn daran, indem sie den Zugang zur Veranstaltung blockierten.

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