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Zweifel an Putins Absichten

Ex-Außenminister Russlands: Moskau verhandelt nur zur „Show“ – Dialog ist letzter Ausweg

In der dritten Verhandlungsrunde sprachen die ukrainische (l.) und die russische Delegation im belarussischen Brest (Archivbild). Die aktuellen Gespräche werden per Videoschalte geführt.

Der ehemalige russische Außenminister Andrei Kosyrev glaubt, dass Russland die derzeitigen Verhandlungen mit der Ukraine nur zur „Show“ führt.

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Gegenüber dem Nachrichtenportal „Euronews“ sagte Kosyrev: „Ich glaube, es ist nur eine Show und dass sie (Russland) nicht verhandeln werden, bis sie sicher wissen, dass sie in der Ukraine verlieren.“ Dies sei die normale Vorgehensweise, fügte er hinzu. Russland verstehe nur Gewalt.

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Als Zeichen der Unterstützung reisten die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien zu Präsident Selenskyj.

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„Nur, wenn sie zurückgeschlagen werden – ein starker Rückschlag –, was möglicherweise kommen wird, werden sie anfangen, über Verhandlungen als Ausweg nachzudenken“, betonte Kosyrev. Derzeit sehe sich Russland einem unerwarteten Widerstand der Ukraine und des Westens gegenüber.

Kiew zeigt sich bereits verhalten optimistisch

Die ukrainische Regierung hingegen sieht Fortschritte bei den Verhandlungen mit Russland über ein Ende des Krieges. Die Gespräche seien „konstruktiver“ geworden, sagte der ukrainische Präsidentenberater Ihor Showkwa am Dienstag der Agentur Unian zufolge.

„In den ersten Runden war Russland nicht bereit, unsere Position anzuhören, sondern hat Ultimaten gestellt: dass die Ukraine sich ergibt, die Waffen niederlegt, dass unser Präsident eine Kapitulation unterzeichnet“, sagte Showkwa. „Nun spricht Russland in einem etwas anderen Ton.“

Berichte, dass Russland sein Nachbarland China um Militärhilfe gebeten haben soll, zeigten, dass sich Putin bereits „in einer verzweifelten Position“ befinde, glaubt der ehemalige russische Außenminister Kosyrev.

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Kosyrev: „China folgt seinen eigenen Interessen“

Er zweifele stark daran, dass China in einen militärischen Konflikt eingreifen würde. „China folgt seinen eigenen Interessen. Und ihr Interesse war und ist möglicherweise immer noch, dass Russland und Putin den Westen paralysieren“, sagte Kosyrev. Das liege im chinesischen Interesse, da Peking wachsende Kontrollprobleme gegenüber dem Westen habe.

Die westlichen Sanktionen gegenüber Moskau bewertete Kosyrev als „stark genug für den Moment“, sie könnten aber stärker sein. Besonders für die Europäer gebe es noch mehr Raum für mehr Sanktionen. Es brauche allerdings Zeit, betonte der russische Politiker. In wenigstens ein bis zwei Monaten würden Dreiergespräche beginnen, sagte Kosyrev voraus. „Es sollte aber unmittelbar etwas passieren.“

Andrei Kosyrev war zwischen 1990 und 1996 Außenminister unter dem damaligen russischen Präsidenten Boris Jelzin. In diesem Amt erlebte er den Zerfall der Sowjetunion und den Übergang in die Russische Föderation.

RND/sic/dpa

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