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  • Venezuela: Angebliche Invasion - Regierung bringt Soldaten in Stellung

Invasionsversuch? Venezuela mobilisiert Soldaten

  • Söldner sollen Venezuela angegriffen haben.
  • Die Regierung bringt jetzt Zehntausende Soldaten für die Fahndung nach mutmaßlichen Kämpfern in Stellung.
  • Die Opposition glaubt, Caracas habe den Angriff fingiert.
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Caracas. Nach dem angeblichen Versuch einer Invasion von “terroristischen Söldnern” hat die venezolanische Regierung mehr als 25.000 Soldaten in Stellung gebracht. Sie sollen nach weiteren mutmaßlichen Kämpfern fahnden, die im Land aktiv seien, teilten die Behörden am Montag (Ortszeit) mit.

Sie meldeten zudem die Verhaftung zweier US-Bürger, die einer Beteiligung an dem angeblichen Angriff am Strand von La Guairo beschuldigt werden. Bei dem Vorfall am Sonntag wurden nach venezolanischen Angaben acht Angreifer getötet.

USA beschuldigen Caracas: Angriff fingiert?

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Vertreter der sozialistischen Regierung werfen Kolumbien und den USA vor, die Attacke mit dem Ziel organisiert und ausgeführt zu haben, Präsident Nicolás Maduro zu stürzen. Beide Staaten haben dies zurückgewiesen.

Die USA und Dutzende andere Staaten erkennen Maduros Präsidentschaft allerdings nicht an und wollen den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó an der Regierungsspitze sehen. Oppositionelle Politiker Venezuelas und die USA beschuldigten Maduros Verbündete, den Angriff selbst fingiert zu haben.

Zwei US-Bürger unter den Verhafteten

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Maduro bestätigte am Montag in einer Rede, dass zwei US-"Söldner" festgenommen worden seien. Er hielt zwei blaue US-Reisepässe hoch und las die Namen und Geburtsdaten in der landesweit übertragenen TV-Rede vor. Außerdem zeigte er Ausrüstung wie Walkie Talkies und Nachtsichtgeräte.

Er machte erneut Kolumbien und die US-Regierung verantwortlich. Insgesamt seien 114 Verdächtige wegen des versuchten Angriffs festgenommen worden, 92 würden noch gesucht, teilte der Maduro-Verbündete und Generalstaatsanwalt Tarek William Saab mit.

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Ein in Florida lebender US-Veteran, Jordan Goudreau, erklärte am Montag noch vor Maduros Rede, er haben mit den beiden US-Amerikanern im Rahmen einer Mission zusammengearbeitet, deren Ziel die "Befreiung" Venezuelas gewesen sei. Auch sie seien ehemalige US-Soldaten, mit denen er im Irak und in Afghanistan gedient habe.

Venezuelas Oppositionsführer Juan Guaido. © Quelle: Getty Images

Guaidó weist Beteiligung zurück

Goudreau ergänzte, er habe mit dem von den USA unterstützten Oppositionsführer Guaidó einen Pakt zum Sturz Maduros geschlossen. Die Vereinbarung habe Guaidó aber nie eingehalten. Dennoch preschte Goudreau nach eigenen Angaben mit einer unterfinanzierten Operation mit nur 60 Kämpfern voran, darunter den zwei US-Veteranen.

Guaidó hat jegliche Beteiligung zurückgewiesen.

Goudreau bestätigte, dass er letztlich weder von Guaidó noch von den amerikanischen oder kolumbianischen Regierungen unterstützt worden sei. 52 Kämpfer seien in venezolanisches Staatsgebiet eingedrungen und versuchten in einer ersten Phase der Mission nun Mitglieder der Sicherheitskräfte für ihre Sache zu gewinnen.

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Bereits am Montag wurden laut venezolanischer Regierung 13 Männer festgenommen, die versucht haben sollen, Präsident Maduro zu töten.  © Reuters

RND/cle/AP

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