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Es bleibt beim Nein: Vatikan lehnt Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ab

  • Die Katholische Kirche kann gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht segnen.
  • Das verlautbarte der Vatikan in einer Stellungnahme.
  • Gott könne Sünde nicht segnen, erklärte die vatikanische Glaubenskongregation.
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Rom. Die katholische Kirche lehnt die Segnung homosexueller Paare ausdrücklich ab. Gott „kann Sünde nicht segnen“, hieß es in einer formalen Antwort der vatikanischen Glaubenskongregation auf die Frage, ob Geistliche gleichgeschlechtlichen Partnerschaften den Segen zusprechen könnten. „Negativ“, lautete die Entgegnung in der zwei Seiten umfassenden, von Papst Franziskus gebilligten Erklärung.

Darin wurde zwischen einem Willkommenheißen und Segnen von homosexuellen Menschen unterschieden - das bekräftigt wurde - und Partnerschaften. Denn Letzteres sakramental anzuerkennen, könne den Eindruck einer gewissen Entsprechung der Ehe vermitteln. „Dies wäre falsch und irreführend“, hieß es in einem Artikel, der dem Dokument beigefügt wurde.

Dekret: Homosexuelle Handlungen „intrinsisch gestört“

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In dem Dekret stand weiter, Homosexuelle seien mit Würde und Respekt zu behandeln. Allerdings seien homosexuelle Handlungen „intrinsisch gestört“. Die katholische Lehre betrachte die Ehe als lebenslange Verbindung zwischen Mann und Frau und als Teil von Gottes Plan, der zum Ziel habe, neues Leben hervorzubringen.

Da gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht dazu bestimmt seien, Teil dieses Plans zu sein, könnten sie auch nicht von der Kirche gesegnet werden, hieß es im Dokument vom Montag weiter. „Die Präsenz positiver Elemente in solchen Beziehungen, die in sich selbst wertzuschätzen und zu würdigen sind, können diese Beziehungen nicht rechtfertigen und diese zu legitimen Objekten eines kirchlichen Segens machen, zumal diese positiven Elemente im Kontext eines Bundes existieren, der nicht gemäß dem Plan des Schöpfers geordnet ist.“

Gott „segnet Sünde nicht und kann es nicht: Er segnet den sündigen Menschen, auf dass er anerkennen möge, dass er Teil seines Plans der Liebe ist und es zulässt, sich von ihm verändern zu lassen“, heißt es weiter.

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In einem Interview des mexikanischen TV-Senders Televisa von 2019 hatte sich Papst Franziskus für rechtlichen Schutz für homosexuelle Paare ausgesprochen, allerdings mit Bezug auf die zivilrechtliche Sphäre, nicht auf das Kirchenrecht. Seine Worte ließ der Vatikan damals herausschneiden, bis sie in einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Dokumentation auftauchten und für Wirbel sorgten.

Wörtlich sagte der Papst in dem Interview mit Televisa: „Homosexuelle Menschen haben das Recht darauf, in einer Familie zu sein. Sie sind Kinder Gottes. Man kann niemanden deswegen aus einer Familie werfen oder das Leben vermiesen. Was wir brauchen, ist ein Gesetz zur eingetragenen Partnerschaft; dadurch sind sie rechtlich abgesichert.“

In dem Dokument und dem beigefügten Artikel schrieb der Vatikan, dass in vergangenen Jahren Fragen über die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften aufgekommen seien. Aufgeworfen worden seien sie auch nach Franziskus‘ Mahnungen, dass Schwule und Lesben in der Kirche besser willkommengeheißen und begleitet werden müssten. Im Artikel zieht der Vatikan eine „fundamentale und klare“ Grenze zwischen homosexuellen Einzelpersonen und homosexuellen Verbindungen. „Das negative Urteil über die Segnung von Partnerschaften von Personen des gleichen Geschlechts impliziert keine Verurteilung von Personen.“

RND/cle/AP

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