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  • Vatikan-Immobiliendeal: Papst Franziskus hält Korruptions-Vorwürfe für wahrscheinlich

Papst über Korruption bei Immobiliendeal des Vatikans: „Auf den ersten Blick sieht es danach aus“

  • Im Vatikan läuft ein Prozess um Millionenverluste des Kirchenstaats bei einem Immobiliendeal in London.
  • Angeklagt ist auch der Kardinal Giovanni Angelo Becciu.
  • Papst Franziskus hält die Korruptions-Vorwürfe offenbar für wahrscheinlich.
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Rom. Im Prozess um Millionenverluste des Vatikans bei einem Immobiliendeal hält Papst Franziskus eine Verurteilung der Angeklagten, darunter Kardinal Giovanni Angelo Becciu, für möglich.

„Sie haben das Wort Korruption benutzt und in diesem Fall sieht es offensichtlich, zumindest auf den ersten Blick, danach aus“, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit dem Journalisten Carlos Herrera vom spanischen Radiosender Cope. Er hoffe zwar von ganzem Herzen, dass Becciu sich als unschuldig erweisen werde, aber das sei eben nur eine von Zuneigung bestimmte Unschuldsvermutung, fügte Franziskus hinzu.

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Der Vatikan hatte Ende Juli nach dem verlustreichen Kauf einer Luxusimmobilie in London einen Prozess gegen neun Männer und eine Frau eröffnet. Erstmals sitzt dabei auch ein Kardinal auf der Anklagebank. Gegen Becciu erhob die Justiz Anklage wegen Veruntreuung und Amtsmissbrauch. Der 73-Jährige bestritt die Vorwürfe. Der Papst betonte, die Entscheidung liege allein bei der Justiz.

Die Beschuldigten müssen sich unter anderem wegen Veruntreuung, Geldwäsche und Betrug im Zusammenhang mit dem Immobiliendeal im Londoner Stadtteil Chelsea verantworten. Der Prozess könnte sich Beobachtern zufolge über Jahre ziehen. Die nächste Verhandlung ist für den 5. Oktober angesetzt. Der Vatikan kaufte das Haus einem Bericht des Medienportals „Vatican News“ zufolge für einen unangemessen hohen Preis, weil der Wert der Immobilie wohl überschätzt war.

Rund um die Geschäfte unter anderem im Jahr 2018 sollen zudem Provisionen und Spesen geflossen sein. Insgesamt dürfte der Vatikan für das Geschäft einen dreistelligen Millionenbetrag ausgegeben haben. Für den Kauf sollen auch Spendengelder aus dem Peterspfennig, einer jährlichen Kollekte unter katholischen Gläubigen, verwendet worden sein.

RND/dpa

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