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Im Gegensatz zur EZB

Die Fed in den USA hebt den Leitzins im Rekordtempo an

Mehrere Dollar-Banknoten. Die Fed erhöht den Leitzins im Rekordtempo.

Mehrere Dollar-Banknoten. Die Fed erhöht den Leitzins im Rekordtempo.

Washington. So viel Einigkeit herrscht selten. Als die US-Notenbank Fed im Juni über ihre Zinspolitik beriet, stimmten 17 von 18 Mitgliedern des zuständigen Ausschusses für eine kräftige Anhebung des Satzes um 0,75 Prozentpunkte. So stark haben die amerikanischen Währungshüter seit 1994 nicht auf die geldpolitische Bremse getreten. Es dürfte nicht ihr letzter Schlag gewesen sein: Für die nächste Sitzung Ende dieses Monats wird eine ähnlich kräftige Zinsanhebung erwartet.

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Im Kampf um die Geldwertstabilität ist die Fed der Europäischen Zentralbank um einen oder zwei Schritte voraus. Damit treibt sie den Dollar-Kurs immer weiter nach oben. Doch die US-Notenbanker haben andere Sorgen: Erst relativ spät haben sie auf die heimische Teuerung reagiert und fürchten nun, hinter die Kurve zu geraten.

Um 8,6 Prozent sind die Verbraucherpreise in den USA im Mai gestiegen – ein Rekordwert. Wenn am heutigen Mittwoch die Inflationsrate für Juni bekannt geben wird, dürfte der Wert kaum niedriger sein. Schon jetzt leiden die Amerikaner unter den explodierenden Preisen für Lebensmittel, Benzin und Mieten. Die Angst vor der rapiden Geldentwertung ist zum Aufregerthema Nummer eins geworden, und Joe Biden bekommt die Unzufriedenheit in miserablen Umfragewerten zu spüren. Ausdrücklich unterstützt der Präsident deshalb die Linie von Fed-Chef Jerome Powell: „Die Bekämpfung der Inflation ist unsere Toppriorität“, versicherte Biden im „Wall Street Journal“.

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Wir wollen die Inflation im Keim ersticken, bevor sie sich in der Wirtschaft verwurzelt.

James Bullard,

Chef der regionalen Fed von St. Louis

Die Zentralbanker wollen unbedingt verhindern, dass sich die drastische Geldentwertung festsetzt und von den Bürgern für dauerhaft gehalten wird. Eine daraus resultierende Lohn-Preis-Spirale sei „ein ernsthaftes Risiko“, erklärten sie bei ihrem Junitreffen. „Wir wollen die Inflation im Keim ersticken, bevor sie sich in der Wirtschaft verwurzelt“, erläuterte James Bullard, der Chef der regionalen Fed von St. Louis.

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Steigende Preise, hohe Inflation: Ist das ein Grund zur Panik? Wirtschafts­wissen­schaftlerin Kerstin Bernoth erklärt im Interview, welche Rolle psychologische Effekte spielen – und wie Menschen mit ihrem Konsumverhalten auf die Inflation wirken können.

Risiko der Rezession steigt

Die Strategie ist riskant. Viele Ökonomen fürchten, die straffe Geldpolitik könnte die USA in eine Rezession führen. „Das ist sicher eine Möglichkeit“, räumte Fed-Chef Powell bei einer Senatsanhörung offen ein. „Aber das ist nicht unser Ziel.“ Vielmehr wollten die Notenbanker die Inflationsrate auf 2 Prozent drücken und einen robusten Arbeitsmarkt erhalten: „Wie haben die nötigen Mittel, um die Preisstabilität wiederherzustellen.“

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Bestärkt fühlt sich die Fed durch die jüngsten Arbeitsmarktzahlen, die für den Juni einen robusten Zuwachs um 372.000 Jobs ausweisen. Gleichzeitig stiegen die Durchschnittsstundenlöhne kräftig um 5,1 Prozent. So rechnen die Auguren für die nächste Fed-Sitzung am 27. Juli mit einer weiteren Heraufsetzung des Leitzinses um 75 Basispunkte auf 2,25 bis 2,5 Prozent. Bis zum Jahresende könnte der Satz auf mindestens 3 Prozent steigen.

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