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Machtdemonstration gegenüber Nordkorea

Kampfjets über dem Gelben Meer: USA und Südkorea führen gemeinsames Manöver durch

Sechs F-16-Kampfflugzeuge der USA fliegen am Himmel vorbei. (Symbolbild)

Sechs F-16-Kampfflugzeuge der USA fliegen am Himmel vorbei. (Symbolbild)

Seoul. Als Machtdemonstration gegenüber Nordkorea haben die Streitkräfte der USA und Südkoreas 20 Kampfflugzeuge über dem Gelben Meer fliegen lassen. Das Manöver habe die gemeinsamen Fähigkeiten vorführen sollen, jeder Provokation Nordkoreas „schnell und präzise“ begegnen zu können, teilte Südkoreas Generalstab am Dienstag mit. Südkorea habe 16 Flugzeuge einschließlich Kampfjets des Typs F-35A, die USA hätten vier F-16 mobilisiert. Die USA haben in Südkorea als Abschreckung gegen Nordkorea 28.500 Soldaten stationiert.

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Der Lufteinsatz im Gelben Meer vor der Westküste der koreanischen Halbinsel folgte nur einen Tag nach einer Raketenübung beider Länder. Mit dem Abschuss von acht Kurzstreckenraketen reagierten sie auf neue Raketentests durch Nordkorea einen Tag zuvor.

USA und Südkorea feuern acht Raketen ab

Die Abschüsse gelten als Demonstration der eigenen Reichweite gegenüber dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong-un.

Spannungen verschärften sich nach mehreren Raketentests Nordkoreas

Das nordkoreanische Militär hatte ebenfalls acht ballistische Kurzstreckenraketen in Richtung offenes Meer abgefeuert. Dem weithin isolierten Land sind Tests mit ballistischen Raketen jeglicher Reichweite durch UN-Resolutionen untersagt. Es handelt sich dabei in der Regel um Boden-Boden-Raketen. Sie können je nach Bauart einen oder mehrere Atomsprengköpfe tragen.

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Nach mehrfachen nordkoreanischen Raketentests in diesem Jahr haben sich die Spannungen in der Region wieder verschärft. Die USA und Südkorea befürchten, Nordkorea könnte jederzeit auch einen neuen Atomversuch unternehmen.

Bei einem Besuch in Seoul warnte US-Vizeaußenministerin Wendy Sherman am Dienstag die Führung in Pjöngjang eindringlich davor, diesen Schritt zu tun. „Es würde eine schnelle und energische Antwort auf solch einen Test geben“, sagte Sherman laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap nach Gesprächen mit ihrem Kollegen Cho Hyun Dong. Jeder Nukleartest würde eine Verletzung von Resolutionen des UN-Sicherheitsrats bedeuten.

US-Diplomat: Offen für Gespräche mit Nordkorea – Atomtest befürchtet

Trotz der jüngsten nordkoreanischen Raketentests ist die US-Regierung nach eigenen Angaben weiter zu Gesprächen mit dem Regime in Pjöngjang bereit. Die USA hegten „keine feindlichen Absichten“ gegenüber der Volksrepublik (DPRK), sagte der US-Sondergesandte für Nordkorea, Botschafter Sung Kim, am Dienstag in einer Telefonschalte mit Journalisten. „Wir sind zu einem Treffen ohne Vorbedingungen bereit und fordern die DPRK auf, ernsthafte und nachhaltige diplomatische Bemühungen zu unternehmen.“ Er warnte Nordkorea vor einer schnellen Reaktion der USA und ihrer Verbündeten im Fall eines befürchteten neuen Atomwaffentests, machte aber keine Angaben dazu, wie eine solche Reaktion ausfallen könnte.

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Der Botschafter sagte, nach Einschätzung der USA bereite Pjöngjang einen siebten Atomwaffentest vor, zu dem es „jederzeit“ kommen könne. Aussagen von nordkoreanischen Regierungsvertretern könnten außerdem „auf den Einsatz taktischer Atomwaffen hindeuten“. Nordkorea habe in diesem Jahr bereits 31 ballistische Raketen getestet - mehr als in jedem anderen Jahr, und es sei erst Juni. Kim kritisierte Vetos Russlands und Chinas im UN-Sicherheitsrat Ende vergangenen Monats, an denen eine Resolution für schärfere internationale Sanktionen gegen Pjöngjang gescheitert war.

RND/dpa

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