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USA schicken Tausende Migranten zurück nach Mexiko - dort droht neue Gewalt

  • Wer aus Mexiko in die USA kommt und dort einen Antrag auf Asyl oder Aufenthalt stellt, muss während des Entscheidungsprozesses zurück nach Mexiko.
  • 62.000 Menschen haben die USA in den vergangenen zwölf Monaten zurückgeschickt.
  • Dort landen die häufig vor Gewalt geflüchteten Menschen erneut in einem Umfeld von Gewalt.
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Oaxaca, Berlin. Die USA haben in den vergangenen zwölf Monaten 62.000 Menschen nach Mexiko zurückgeschickt, damit diese dort auf die Entscheidung über ihren Einreiseantrag warten. Nach Angaben der mexikanischen Migrationsbehörde, die die Tageszeitung "Milenio" am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlichte, wurden in diesem Zeitraum lediglich 187 Anträge positiv beschieden. Diese Praxis birgt nach Angaben der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" große Gefahren für die Flüchtlinge. In den behelfsmäßig errichteten Lagern an der Grenze drohten ihnen Entführung, Erpressung und sogar ihre Ermordung.

Vor einem Jahr, am 29. Januar 2019, traten die sogenannten Migrantenschutzprotokolle in Kraft. Seither werden alle Personen, die aus Mexiko in die USA einreisen, um Asyl oder einen anderen Aufenthaltsstatus zu beantragen, bis zur Entscheidung in das Nachbarland zurückgebracht. Von dieser Maßnahme sind laut mexikanischer Migrationsbehörde vor allem Mittelamerikaner aus Honduras, El Salvador und Guatemala betroffen. Informationen zivilgesellschaftlicher Organisationen zufolge warten Migranten aus insgesamt 20 Staaten in mexikanischen Herbergen und Auffanglagern auf ihre Weiterreise.

Entführungen, Erpressungen, Vergewaltigungen

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Menschenrechtler kritisieren die Migrantenschutzprotokolle, die auch unter dem Namen "Bleib in Mexiko" bekannt sind. Einem Bericht der Organisation Human Rights Watch zufolge wurden 816 Menschen Opfer von Entführungen, Erpressungen, Vergewaltigungen, Folter und weiteren gewaltsamen Angriffen, während sie in Mexiko auf eine Entscheidung in den USA warten mussten.

Die Menschen seien während ihrer Wartezeit täglicher Gewalt ausgesetzt, und ihre psychische Gesundheit verschlechtere sich durch die ständige Gefahr und Ungewissheit, erklärte "Ärzte ohne Grenzen" am Mittwoch. Die Asylsuchenden würden in die Hände der Drogenkartelle geschickt, die die Migrationsrouten kontrollierten. Etwa 80 Prozent der Migranten, die die Hilfsorganisation in den Lagern in Nuevo Laredo behandelt hätten, hätten von mindestens einem gewaltsamen Vorfall berichtet. Allein im Oktober hätten drei Viertel der Patienten angegeben, entführt worden zu sein.

Von Gewaltumfeld in Gewaltumfeld

Viele Patienten litten unter Angstzuständen, Depression und posttraumatischem Stress, sagte der Koordinator des Einsatzes, Sergio Martin. Ein Großteil der Flüchtlinge, die über Mexiko in die USA einreisen wollen, haben ihre Heimatländer Guatemala, Honduras und El Salvador verlassen, um sich vor der massiven Gewalt dort zu retten. Sie sind laut "Ärzte ohne Grenzen" dermaßen verzweifelt, dass sie sich bewusst der Gefahr der Reise in die USA aussetzen.

Den sogenannten Migrantenschutzprotokollen folgten weitere Maßnahmen, um die Migration zu erschweren. Im Juni vergangen Jahres hat sich die mexikanische Regierung gegenüber Washington verpflichtet, die Wanderungsbewegungen einzudämmen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gedroht, die Einfuhrzölle massiv zu erhöhen, sollte Mexiko nicht zu diesem Schritt bereit sein.

RND/epd

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