USA wollen Impfspenden verdoppeln – weitere 500 Millionen Dosen

  • US-Präsident Biden hat sich den Kampf gegen die Corona-Pandemie ganz weit oben auf seine Agenda geschrieben.
  • Ziel eines per Videokonferenz abgehaltenen Impfgipfels ist es, bis September kommenden Jahres 70 Prozent der Weltbevölkerung gegen Corona zu impfen.
  • Dafür müssen andere Länder mitziehen.
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Washington. Die USA wollen im Kampf gegen Corona weitere 500 Millionen Impfdosen an ärmere Länder spenden. Das kündigte US-Präsident Joe Biden bei einem virtuellen Corona-Gipfel an diesem Mittwoch an. Die Dosen von Pfizer/Biontech sollten in den USA produziert werden und an ärmere Länder gehen. Diese Spende sei an keine Bedingungen geknüpft.

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„Wir beweisen, dass man sich nicht nur um sich selbst kümmern, sondern auch anderen helfen kann“, hieß es weiter. Die USA hatten bereits vor dem G7-Gipfel im englischen Cornwall im Juni eine Spende von 500 Millionen Impfdosen angekündigt.

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Die USA wollen den Informationen zufolge die Impfdosen von den Herstellern Pfizer und Biontech zu einem „nicht gewinnorientierten Preis“ kaufen. Insgesamt belaufen sich die Zusagen der USA damit auf 1,1 Milliarden Impfdosenspenden.

Onlinegipfel zur Corona-Pandemie

Ziel des per Videokonferenz abgehaltenen Impfgipfels ist es, bis September kommenden Jahres 70 Prozent der Weltbevölkerung gegen Corona zu impfen, und zwar 70 Prozent in jedem Land. Auch bei seiner Rede vor den Delegierten der UN-Vollversammlung am Dienstag rief Biden wohlhabende Staaten auf, mehr Impfstoff zur Verfügung zu stellen. „Um die Pandemie hier zu schlagen, müssen wir sie überall schlagen“, sagte Biden.

Bislang lieferten die USA 160 Millionen Impfdosen an mehr als 100 andere Länder. Mit den neu angekündigten Impfspenden „haben wir jetzt zugesagt, für jede einzelne Impfung, die wir bis jetzt in Amerika verabreicht haben, drei im Rest der Welt zu verabreichen“. Auch andere wohlhabende Länder müssten sich stärker engagieren, auf Spendenbasis und ohne politische Forderungen daran zu knüpfen, sagte er. Biden kündigte zudem mehr US-Finanzmittel für Hilfsorganisationen weltweit an, die Impfungen verabreichen.

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US-Präsident Biden: Die Welt muss zusammenhalten wie niemals zuvor
2:44 min
In seiner ersten Rede als Präsident vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen sagte Biden am Dienstag, die Welt müsse niemals wie zuvor zusammenhalten.  © Reuters

Bei der Verteilung soll das Impfprogramm Covax helfen, über das ärmere Staaten mit erschwinglichen Corona-Impfstoffen versorgt werden sollen. Covax musste seine Impfziele wegen Lieferengpässen allerdings deutlich zurückschrauben. Die WHO hat die Hersteller aufgerufen, Covax bevorzugt zu beliefern.

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Nach Angaben der WHO wurden bislang nur 15 Prozent der versprochenen Spenden aus reichen Ländern ausgeliefert. Länder müssten ihre Zusagen „sofort“ erfüllen und damit Programmen Impfungen ermöglichen, die arme Länder versorgen, insbesondere in Afrika, forderte die UN-Organisation.

Deutschland will 100 Millionen Impfdosen für andere Länder bereitstellen

Deutschland hat zugesagt, bis Jahresende 100 Millionen Impfdosen für andere Länder bereitzustellen – ungefähr so viele Dosen wurden bisher auch im Inland eingesetzt. Die Bundesregierung hatte Anfang August angekündigt, dass erste Dosen des Impfstoffes von Astrazeneca an fünf Länder mit akutem Bedarf abgegeben werden: Afghanistan, Äthiopien, Sudan, Tadschikistan und Usbekistan. Die Pandemie sei erst vorbei, wenn sie auf der ganzen Welt vorbei sei, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Anfang September anlässlich eines G20-Treffens. Ansonsten könnten Varianten entstehen, die dann auch Deutschland wieder erreichten und zu Problemen führten.

Die Impfkampagne in den USA hat in den vergangenen Monaten deutlich an Fahrt verloren. Bislang sind dort 54,8 Prozent der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen abschließend geimpft. Gleichzeitig steht das Thema Auffrischungsimpfungen auf der Agenda.

Bislang sind weltweit mehr als 5,9 Milliarden Dosen verimpft worden, allerdings sind die Impfungen weltweit sehr ungleich verteilt. In manchen armen Staaten sind nur zwei bis drei Prozent der Menschen geimpft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die reichen Staaten deshalb dazu aufgerufen, auf Impfauffrischungen zu verzichten, damit mehr Vakzine für noch Ungeimpfte zur Verfügung stehen.

RND/dpa

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