Hausdurchsuchung in Indiana

Auch Trump-Vize Mike Pence hatte noch Geheimakten zu Hause

Der ehemalige Vizepräsident Mike Pence.

Der ehemalige Vizepräsident Mike Pence.

Washington. In den USA weitet sich die Affäre um Geheimdokumente aus früheren Regierungsjahren aus: Auch im Wohnhaus des ehemaligen republikanischen Vizepräsidenten Mike Pence sind Medienberichten zufolge als geheim eingestufte Unterlagen entdeckt worden.

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Ein Anwalt des Politikers habe in dessen Haus im Bundesstaat Indiana vergangene Woche etwa ein Dutzend Dokumente gefunden, berichtete am Dienstag unter anderem der Sender CNN. Die Unterlagen seien inzwischen von der Bundespolizei abgeholt worden.

Pence‘ Anwalt Greg Jacob teilte dem Nationalarchiv in einem Schreiben mit, die Dokumente seien am Ende von Pence‘ Amtszeit versehentlich eingepackt und in dessen Haus transportiert worden, wo man sie vergangene Woche gefunden habe. Jacob versicherte, Pence sei sich nicht bewusst gewesen, dass sich solche Papiere in seinem Haus befanden. Der frühere Vizepräsident sei bereit, mit dem Nationalarchiv und Ermittlern zusammenzuarbeiten. Das US-Justizministerium kommentierte die Angelegenheit zunächst nicht.

Auch amerikanischer Ex-Vize Pence hatte Regierungsdokumente zu Hause

In der privaten Villa des ehemaligen US-Vizepräsidenten Mike Pence sind offenbar geheime Akten aus dessen Amtszeit gefunden worden.

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Mike Pence: vier Jahre Vize von Donald Trump

Der heute 63-Jährige war vier Jahre lang Vize von Präsident Donald Trump. Er trat als treu ergebener Weggefährte in Erscheinung. Dass Trump seine Anhänger am Tag des Angriffs auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 gegen Pence aufhetzte, beschädigte das Verhältnis der beiden aber nachhaltig. Der ehemalige Vize gilt mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2024 als Trumps möglicher Konkurrent bei den Republikanern.

Pence gilt als äußerst pflichtbewusst. Als Vizepräsident trat er als treu ergebener Weggefährte Donald Trumps in Erscheinung. Dass Trump seine Anhänger am Tag des Angriffs auf das Kapitol in Washington am 6. Januar 2021 gegen Pence aufhetzte, beschädigte das Verhältnis der beiden aber nachhaltig.

In den vergangenen Wochen waren mehrfach vertrauliche Unterlagen in privaten Räumen von Präsident Joe Biden aus dessen Zeit als Vize von Barack Obama aufgetaucht. Die Affäre setzt den Demokraten vor allem auch wegen der misslungenen Kommunikationspolitik des Weißen Hauses unter Druck.

Informationen über die immer neuen Dokumentenfunde bei Biden gab die Regierung nur scheibchenweise heraus und manchmal erst, als Medien bereits darüber berichtet hatten. Die Affäre um Biden wird derzeit sowohl vom Justizministerium als auch von einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses untersucht, in dem die Republikaner seit Anfang des Jahres die Mehrheit haben.

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Pence reagierte nach Funden bei US-Präsident Biden

Auch Trump hatte mit einem ähnlichen Fall im Sommer für einen Skandal gesorgt. Das FBI durchsuchte dessen Anwesen m US-Bundesstaat Florida im August und beschlagnahmte Tausende Dokumente, darunter Unterlagen mit Geheimvermerk. Beide Fälle werden mittlerweile von Sonderermittlern untersucht. Nach der Durchsuchung hatte Pence sich hinter seinen ehemaligen Chef gestellt.

Den Berichten zufolge hat Pence sein Haus in Carmel im Zuge der Dokumentenfunde bei Biden nach Unterlagen durchsuchen lassen. Auf die Frage eines Reporters, ob er Geheimunterlagen aus dem Weißen Haus mitgenommen habe, sagte Pence im vergangenen Jahr: „Nein, habe ich nicht.“ Nach der Durchsuchung des Anwesens von Ex-Präsident Trump hatte Pence sich hinter seinen ehemaligen Chef gestellt.

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Der Vorsitzende des Ausschusses, der Republikaner James Comer, war am Dienstag bemüht, den Fund bei Pence von der Causa Biden abzugrenzen. Die Transparenz, die Pence an den Tag gelegt habe, stehe in „krassem Gegensatz“ zum Weißen Haus, das dem US-Kongress und dem amerikanischen Volk weiterhin Informationen vorenthalte, schrieb Comer in einer Stellungnahme.

Beobachter gehen jedoch davon aus, dass es Bidens politischen Gegnern durch den Fund bei Pence nun schwerer fallen dürfte, den Präsidenten anzugreifen, ohne auch Pence mit zu beschädigen. Zwischen den beiden Fällen gibt es deutliche Parallelen. Sowohl Biden als auch Pence sollen nach Angaben von Pences Anwalt und dem Weißen Haus umfassend mit den Behörden kooperiert haben, was die Rückgabe der Dokumente angeht.

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Pence könnte seine Kandidatur für die Wahl 2024 erklären

Trump wiederum stärkte Pence am Dienstag demonstrativ den Rücken. Pence sei unschuldig, man solle ihn in Ruhe lassen, erklärte Trump auf der von ihm mitgegründeten sozialen Plattform „Truth Social“. Auch andere prominente Republikaner verteidigten Pence. Er glaube nicht, dass Pence im Hinblick auf die geheimen Dokumente „böse Absichten“ gehabt habe, twitterte etwa der US-Senator Lindsey Graham am Dienstag. Das gleiche gelte auch für Biden und Trump, schrieb Graham.

Sowohl bei Biden als auch bei Pence wird erwartet, dass sie sich bei der Wahl 2024 für das Präsidentenamt bewerben. Pence müsste sich dafür allerdings erst bei den parteiinternen Vorwahlen gegen seinen ehemaligen Chef, Donald Trump, durchsetzten. Weder Biden noch Pence haben bisher ihre Kandidatur offiziell erklärt.

RND/dpa/AP

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