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US-Beauftragter Kerry drängt China zu mehr Klimaschutz – Volksrepublik stellt Forderungen

  • Diplomatische Hürde: Der US-Klimabeauftragte John Kerry hat China bei einem Staatsbesuch zu mehr Klimaschutz gedrängt.
  • Für eine Kooperation im Kampf gegen den Klimawandel fordert die Volksrepublik mehr Entgegenkommen der USA.
  • China und die USA sind die größten Kohlenstoffdioxid-Produzenten der Welt.
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Tianjin. Eine Kooperation zwischen China und den USA im Kampf gegen den Klimawandel erfordert aus Pekinger Sicht eine Verbesserung der angespannten Beziehungen zwischen beiden Ländern. „Eine größere strategische Fehlkalkulation der USA hat zu einer plötzlichen Verschlechterung der Beziehungen in den vergangenen Jahren geführt“, sagte Außenminister Wang Yi nach amtlichen Angaben vom Donnerstag in einem Video-Gespräch am Vorabend mit dem US-Klimabeauftragten John Kerry, der zum zweiten Mal in fünf Monaten China besucht.

Die USA müssten Entgegenkommen zeigen, sagte Wang Yi: „Der Ball ist im amerikanischen Feld.“ Die amerikanische Seite sollte aufhören, China „als Bedrohung und Rivalen“ zu sehen. Auch müssten sie davon absehen, „China überall in der Welt einzudämmen und zu unterdrücken“. Von US-Seite werde die Kooperation mit China im Kampf gegen den Klimawandel gerne als „Oase“ in den Beziehungen beschrieben, die sich aber nicht lange halten lasse, betonte Wang Yi.

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China und USA die größten Produzenten von Kohlendioxid

Kerry drängte China als größten Produzenten von schädlichen Klimagasen, „zusätzliche Schritte zur Verringerung der Emissionen zu ergreifen“. Die Klimakrise müsse „mit aller gebotenen Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit“ angegangen werden, zitierte ihn das amerikanische Außenministerium. Nach China sind die USA die zweitgrößten Kohlendioxidproduzenten, so dass den beiden größten Volkswirtschaften eine besondere Rolle im Kampf gegen die Erderwärmung zukommt.

In China will Kerry, der zuvor Japan besucht hatte, auch im Gespräch mit seinem chinesischen Konterpart Xie Zhenhua den Klimagipfel im November in Glasgow vorbereiten. Da Chinas Hauptstadt in der Pandemie besonders geschützt ist und Kerry anders als normale Reisende bei der Ankunft keine drei Wochen Quarantäne absolviert hat, finden seine Gespräche mit Xi Zhenhua in Tianjin rund eineinhalb Autostunden von Peking statt. Zuletzt war der US-Klimabeauftragte im April in Shanghai.

Trotz der Spannungen wurde Kerry von der chinesischen Seite ranghoch empfangen. Per Video sprach Kerry am Donnerstag auch mit Vizepremier Han Zheng. In dem Gespräch hob der US-Klimabeauftragte hervor, dass die Klimakrise nicht ohne China zu lösen sei, das 27 Prozent der weltweiten Emissionen produziere. „Ohne bedeutende Bemühungen der Volksrepublik China zur Verringerung können wir das Ziel nicht erreichen, die Erwärmung auf 1,5 Prozent zu begrenzen“, zitierte ihn das US-Außenministerium.

RND/dpa

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