USA: Bloomberg erwägt doch Präsidentschaftskandidatur

  • Das Nominierungsrennen der Demokraten fürs Weiße Haus läuft bereits auf Hochtouren.
  • Nun deutet sich an, dass ein neuer Kandidat einsteigt: der Medienunternehmer Michael Bloomberg.
  • Dabei hatte er dies noch vor Beginn des Rennens ausgeschlossen.
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Washington. Der einflussreiche US-Medienunternehmer Michael Bloomberg zieht eine Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten 2020 in Betracht. Ihn treibe die zunehmende Sorge um, dass das aktuelle Bewerberfeld der Partei es nicht mit Präsident Donald Trump aufnehmen könne, sagte sein politischer Berater Howard Wolfson am Donnerstag (Ortszeit). Bloomberg halte Trump für eine "beispiellose Bedrohung für unsere Nation".

Noch im Vorfeld hatte der milliardenschwere Ex-Bürgermeister von New York einen Einstieg ins Nominierungsrennen für 2020 ausgeschlossen. Sollte er nun doch seinen Hut in den Ring werfen, könnte sich die Dynmaik im Bewerberfeld weniger als drei Monate vor Beginn der Vorwahlen gewaltig verschieben.

In den vergangenen Wochen habe Bloomberg mit prominenten Demokraten über die Lage der Aspiranten für die Präsidentschaftskandidatur gesprochen, teilten in die Diskussionen eingeweihte Personen mit. Dabei habe er sich besorgt über das Stehvermögen der Kampagne von Ex-Vizepräsident Joe Biden und den Aufstieg der linken Senatorin von Massachusetts, Elizabeth Warren, geäußert.

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Entscheidende Phase im Nominierungsrennen

Zuletzt ließ Bloomberg durchblicken, dass er sich seine Optionen auf einen möglichen Einstieg offen hält. So sorgte er dafür, dass sein Name vor Ablauf der Frist am Freitag auf dem Stimmzettel für die Vorwahl in Alabama steht. Laut seinen Beratern hat er sich aber noch nicht endgültig festgelegt.

Bloombergs Überlegungen fallen in eine entscheidende Phase im Nominierungsrennen der Demokraten: Drei Monate vor der ersten Vorwahl im Staat Iowa sehen die Umfragen einheitlich drei Bewerber vorne: Biden, Warren und Bernie Sanders, Senator von Vermont. Gerade Warren und Sanders können auf ein dickes Finanzpolster aus Kleinspenden zurückgreifen. Doch halten nicht wenige Demokraten die beiden für zu links, um sich bei der Wahl gegen Trump behaupten zu können.

Zwar ist das Bewerberfeld der Demokraten so dicht gedrängt wie nie zuvor in der modernen Geschichte, doch halten einige Parteianhänger aus Sorge vor einer möglichen Niederlage 2020 nach anderen Optionen Ausschau. Hinter den Kulissen sollen Eric Holder, früherer Justizminister unter Ex-Präsident Barack Obama, und Massachusetts Ex-Gouverneur Deval Patrick bereits Gespräche mit Unterstützern geführt haben, die sie zu einem Einstieg ins Rennen drängen.

RND/AP