„Sagt es keinem“: Trump droht mit Entlassung von Fauci

  • Auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump ertönen “Fauci entlassen”-Rufe unter Tausenden Anhängern des US-Präsidenten.
  • Trump stellt daraufhin in Aussicht, der Forderung, den Virus-Experten zu feuern, nach der Wahl nachzukommen.
  • “Sagt es keinem”, so Trump.
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Opa-locka. US-Präsident Donald Trump hat mit der Entlassung des Virus-Experten Anthony Fauci gedroht. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Opa-locka in Florida äußerte sich Trump in der Nacht zum Montag frustriert darüber, dass der Anstieg der Fälle mit dem Coronavirus in den USA weiterhin oft in den Nachrichten vorkomme.

Damit löste er „Fauci entlassen“-Rufe unter Tausenden seiner Anhänger aus. „Sagt es keinem, aber lasst mich bis etwas nach der Wahl warten“, sagte Trump daraufhin. Er schätze ihren „Rat“.

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Seine Aussagen kurz vor der Präsidentschaftswahl am Dienstag dürften dafür sorgen, dass Trumps Umgang mit dem Coronavirus weiter im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen wird. Zuvor war Trump noch nie so direkt gewesen mit einer ernsthaften Andeutung, Fauci entlassen zu wollen.

Fauci ist der ranghöchste US-Experte für ansteckende Krankheiten. Er ist Mitglied der Coronavirus-Taskforce des Weißen Hauses. Trump hatte bislang Bedenken geäußert, dass es politische Konsequenzen hätte, wenn er den beliebten und angesehenen Arzt vor dem Wahltag feuern würde.

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Fauci: USA müssen mit “sehr viel Schmerz” fertig werden

Fauci hatte am Wochenende den Umgang des Weißen Hauses mit dem Virus und Trump-Äußerungen dazu deutlich kritisiert. Die USA müssten in den kommenden Wochen wegen eines Anstiegs der Coronavirus-Fälle mit „sehr viel Schmerz“ fertig werden, sagte Fauci in einem Interview der Zeitung „The Washington Post“.

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Das Land könne „nicht schlechter aufgestellt sein“, um gegen eine Zunahme der Fälle vorzugehen. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden nehme die Lage „aus einer Perspektive der öffentlichen Gesundheit ernst“. Trump „blickt auf sie aus einer anderen Perspektive“, sagte Fauci. Dabei würden „die Wirtschaft und die Wiedereröffnung des Landes“ betont.

RND/AP

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